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bee
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kleine Bienen im Arnot Wald

#2746

Beitrag von bee »

Die resistenten Bienen im Arnot Wald, USA, bauen kleine Zellen

hier geht es wieder einmal um die Bienen im Arnot Wald, im Bundesstaat New York, USA.
Dort hat sich eine isolierte und resistente, wild lebende Bienengemeinschaft entwickelt:
http://archiv.resistantbees.com/ueberle ... arnot-wald

Der massgebliche Forscher ist Tom Seeley, der diese Überlebensvölker seit vielen Jahren untersucht.

Nun reagierte Tom Seeley immer wieder ausweichend auf die wiederholten Fragen durch Dee Lusby, welche Zellgrößen diese wild lebenden Bienen nun wirklich bauten.
Auch reagierte er immer wieder sehr negativ auf Dee Lusbys Ausführungen zur künstlich vergrößerten Zellgröße unserer Bienen.

Nun erschien eine sehr interessante Studie, an der Tom Seeley massgeblich beteiligt war. Sasha Mikheyev, Assistenzprofessor für Ökologie und Evolution am Okinawa-Institut für Wissenschaft und Technologie (OIST) in Japan, ist der primäre Autor.

In dieser Forschungsarbeit aus dem Jahr 2015 geht es um folgendes:
Einige Honigbienenkolonien passen sich an tödliche Milben an


Eine neue genetische Studie über wilde Honigbienen gibt Hinweise darauf, wie sich eine Bevölkerung an eine Milbe gewöhnt hat, die Bienenvölker weltweit verwüstet hat. Die Ergebnisse können Imker und Bienenzüchter dabei unterstützen, den Rückgang der Honigbiene zu verhindern.
Hier zu lesen:
http://news.cornell.edu/stories/2015/08 ... adly-mites

und da spricht Tom Seeley plötzlich davon, dass die Bienen im Arnot Wald kleiner sind:
Tom Seeley hat geschrieben:Die überlebenden Bienen entwickelten sich kleiner, was darauf hindeutet, dass diese Bienen weniger Zeit benötigen, um sich zu entwickeln. Da die Milben Bienenbrutzellen befallen, kann sich die junge Biene durch die kürzere Brutzeit entwickeln, bevor die Milben ihre eigene Entwicklung beenden können. Milbenresistente Honigbienen in Afrika sind auch klein und haben kurze Entwicklungszeiten, sagte Seeley.

automatisch übersetzt:
Die Forscher analysierten genetisch aus Wildbienenvölkern gesammelte Museumsproben von 1977 und 2010 . Die Bienen kamen aus dem Arnot Forest der Cornell University. Beim Vergleich der Genome aus den beiden Zeiträumen zeigen die Ergebnisse - veröffentlicht am 6. August in Nature Communications - klare Beweise dafür, dass die Kolonien der wilden Honigbienen einen genetischen Engpass erlebten - einen Verlust der genetischen Vielfalt -, als die Varroa-Destruktor- Milben den Großteil der Honigbienenkolonien töteten . Aber einige Kolonien überlebten, so dass sich die Bevölkerung erholen konnte.

"Die Studie ist ein einzigartiger und leistungsfähiger Beitrag, um zu verstehen, wie Honigbienen durch die Einführung von Varroa destructor beeinflusst wurden , und wie sie, wenn man sie allein lässt, Widerstand gegen diesen tödlichen Parasiten entwickeln kann", sagte Thomas Seeley, Professor für Biologie bei Cornell und dem leitenden Autor der Studie. Sasha Mikheyev, Assistenzprofessor für Ökologie und Evolution am Okinawa-Institut für Wissenschaft und Technologie (OIST) in Japan, ist der erste Autor der Studie.

Die Studie ist auch ein klarer Beweis für die Bedeutung von Museumssammlungen, in diesem Fall der Cornell University Insect Collection , und die Bedeutung wilder Orte wie des Arnell Forest von Cornell ", fügte Seeley hinzu.

In den 1970er Jahren untersuchte Seeley die Population wilder Honigbienenvölker ( Apis mellifera ) im Arnot-Wald und fand 2,5 Kolonien pro Quadratmeile. In den frühen 1990er Jahren hatte sich die V. destructor- Milbe in den USA bis in den Staat New York verbreitet und verheerende Bienenvölker. Die Milben befallen die Pflanzenzellen in Bienennestern und ernähren sich von sich entwickelnden Bienen, während sie gleichzeitig virulente Viren übertragen.

Eine Analyse des Arnot Forest durch Seeley aus dem Jahr 2002 ergab, dass genauso viele Bienenvölker gab wie in den späten 70er Jahren. Dies deutet darauf hin, dass entweder neue Völker aus Imkernbienenstöcken das Gebiet neu bevölkert haben oder dass die bestehende Population einer starken natürlichen Auslese unterzogen wurde und eine gute Resistenz entwickelt hatten.

Dank der Fortschritte in der DNA-Technologie, die zuvor zum Fragmentieren von fragmentierter DNA aus Neandertaler-Proben verwendet wurden, erhielten Mikheyev, Seeley und Kollegen 2010 die Werkzeuge für die Sequenzierung des gesamten Genoms und den Vergleich von Museums- und modernen Proben.

Die Ergebnisse zeigten einen enormen Verlust an Vielfalt der Mitochondriengene, die von Generation zu Generation nur durch die weibliche Linie weitergegeben werden. Dies zeigt, dass die wild lebende Population von Honigbienen einen genetischen Engpass erlebte. Solche Engpässe treten auf, wenn sich nur wenige Individuen vermehren, was den Genpool verringert. "Vielleicht haben nur vier oder fünf Königinnen den Wald überlebt und wieder besiedelt", sagte Seeley.

Gleichzeitig weisen die überlebenden Bienen eine hohe genetische Diversität in ihren Kerngenen auf, die von sterbenden Kolonien weitergegeben werden, die noch männliche Bienen hervorbringen konnten. Die nukleare DNA zeigte weit verbreitete genetische Veränderungen, eine Signatur der Anpassung. "Selbst wenn es einer Kolonie nicht gut geht, kann sie immer noch eine Gruppe Drohnen produzieren, sodass die nuklearen Gene nicht verloren gingen", sagte Seeley.

Diese Daten zeigen auch einen Mangel an Genen, die von außerhalb der Arnot Bienenvölker kommen, wie etwa von Bienen von Imkern.

Die überlebenden Bienen entwickelten sich kleiner, was darauf hindeutet, dass diese Bienen weniger Zeit benötigen, um sich zu entwickeln. Da die Milben Bienenbrutzellen befallen, kann sich die junge Biene durch die kürzere Brutzeit entwickeln, bevor die Milben ihre eigene Entwicklung beenden können. Milbenresistente Honigbienen in Afrika sind auch klein und haben kurze Entwicklungszeiten, sagte Seeley.

Als nächstes untersuchen die Forscher, welche Gene und Merkmale Resistenzen gegen Varroamilben vermitteln. Die Ergebnisse können den Imkern helfen, Pestizide zur Bekämpfung der Milben zu vermeiden und dem Prozess der natürlichen Auslese zu vertrauen und Bienenzüchtern die Entwicklung von Bienen mit den Merkmalen zu ermöglichen, die Bienen das Überleben in der Wildnis ermöglicht haben.

Die Studie wurde vom OIST und der nordamerikanischen Pollinator Protection Campaign finanziert.
Hier ist die Sudie:
https://www.nature.com/articles/ncomms8991

auch asl pdf zum herunterladen.

Bild
Die große Mehrheit der mitochondrialen genetischen Vielfalt in der alten Bevölkerung (blau) ist in der modernen Bevölkerung (rot) verloren gegangen. Der häufigste Haplotyp, der in vielen modernen Bienen vorhanden ist, und einer der alten Bienen ist identisch mit dem mitochondrialen Haplotyp53 von A. mellifera ligustica (Italienisch). Die moderne Bevölkerung scheint von einer relativ kleinen Anzahl von Königinnen abstammen zu haben.

Wildvolk im Arnot Wald:
Bild


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Rezept zum Erfolg und Praxistips für kleinzellige, behandlungsfreie Bienenhaltung

#2745

Beitrag von bee »

Um Erfolg zu haben, benötigen wir ein gutes Konzept. Unser Glück ist, dass wir uns auf die Erfahrung von vielen Imkern stützen können, die uns damit den Weg schon erheblich geebnet haben.
Erfreulicherweise ist es uns gelungen, durch die Mitwirkung von erfahrenen Kleinzellimkern,
ein neues Konzept
zu erstellen, wie man mit dem System von Dee Lusby, auch an Ständen mit naheliegenden fremden Stöcken, mit kleinzelligen Bienen erfolgreich beginnen kann. Die Problematik liegt in der Migration und Wiederinfizierung durch Varroamilben.
—> neues Konzept
Erik kam in den 90er Jahren auf eine geniale Idee. Damals gab es weltweit schon einige Imker, die es geschafft hatten, resistente Bienen zu züchten. Er schrieb nun diesen Kollegen seine Erfahrung, mit der Bitte ihm auch ihre Erfahrungen zu schildern. Die zugrunde liegende Idee war folgende: Wenn die alle es geschafft hatten, oder teilweise geschafft hatten, Bienen zu züchten, die sich von selbst gegen die Krankheiten wehrten, so muß in allen diesen Formen der Haltung etwas Wahres sein. Und damals war des Internet noch nicht so verbreitet wie heute und diese Imker hatten kaum Kontakt zueinander – folglich hatte das ein Jeder auf seine Art erreicht. Erik sagte sich also – wenn wir aus all den verschiedenen Erfahrungen eine Zusammenfassung machen, müßten wir sehr nützliche Richtlinien zusammenstellen können, wie ein Jeder kranheitsresistente Bienen erhalten kann. Und diese Zusammenfassung gibt es seit dem Jahr 2004.
So können wir zum einen auf die 25 jährige Erfahrung von Dee Lusby mit krankheitsresistenten, kleinzelligen Bienen ohne irgendwelche Behandlung zurückgreifen und zusätzlich auf Eriks Studie. Damit ist der Erfolg sehr wahrscheinlich.
Ich versuche nun mal aus diesen Quellen ein Konzept zu erstellen, das die wichtigsten Punkte beinhaltet, mit denen wir uns eine ganz gute Ausgangssituation erarbeiten können.
Als erstes sollten wir unsere Bienen an die kleinen Zellen gewöhnen – Wabenabstand bzw Rähmchendicke auf 32 mm verringern

Dann sollten wir die natürlich Anordnung der Waben unbedingt berücksichtigen.
Zu Beginn sollten wir ausschließlich mit Ablegern arbeiten, bis 80% aus eigener Kraft überleben können. Das bedeutet, dass wir warten bis ein Volk eine Zarge gut füllt und dann anstatt eine 2. Zarge aufzusetzen, einen Ableger mit der Königin machen. Wir nehmen dazu 3 oder 4 Waben verdeckelte Brut, die Königin, Honig und Pollen, geben das alles in eine andere Zarge oder Ablegerkasten und stellen sie am selben Stand auf, nur mit dem Flugloch in eine andere Richtung orientiert. Dh dass sich bei dem Muttervolk eine Brutpause einstellt, weil sie sich eine neue Königin ziehen müssen und beim Ableger ebenso, da ja alle Flugbienen zum Muttervolk zurückkehren. Damit haben wir bei beiden einen Vorteil in Bezug auf die Varroavermehrung geschaffen. Wenn das alles sehr stark, mit viel Bienen, viel verdeckelter Brut und viel Futter gemacht wird, können wir denselben Vorgang in Kürze wiederholen. So sind wir in der Lage, schnell einen schönen Bestand an kleinzelligen Völkern aufzubauen.
alle Völker im Stand mit der gleichen Methode (keine großen und kleinen mischen)
die Völker am Stand soweit wie möglich entfernt von einander aufstellen um den Verflug zu vermeiden
am Anfang nur 6-12 Stöcke pro Stand wegen des Dominoeffekts, stirbt einer sterben alle, so weit wie möglich weg von anderen Stöcken –
Planen für mehr als einen Stand, so weit weg wie möglich von fremden Völker. Der Abstand von einem Stand zum anderen kann gering sein – 50m sind schon gut.
Einen Zentralstand einrichten mit den besten Völkern und die schlechteren weiter weg. Im Zentrum die Königinnen begatten
– beachten daß fremde Stöcke, die große Menge an Varroa übertragen könnten, weit weg sind
keine Chemie verwenden in den Stöcken, weil schlechte Völker muß man sterben lassen können
Brutentnahme bei Problemvölkern um Wiederinfizierung der anderen zu vermeiden
gesunde Mikrofauna im Bienenstock – wenn nicht vorhanden von anderem Imker bekommen, der schon lange unbehandelte Stöcke hat
– alle mögliche Anstrengung anwenden rückstandsloses Wachs zu verwenden
so viel wie MÖGLICH Honig im Stock belassen für den Winter
– bei Problemen im ersten Herbst können wir auf die Hilfe des Puderzuckers zurückgreifen. Auch bei starker Wiederinfizierung durch Varroen die von fremden Stöcken kommen, können wir diese Behandlungsart anwenden.
– den Bienen wieder beibringen nur maximal 10% Drohnenbrut pro Wabe zu bauen. Dazu an jeder Mittelwand eine kleine Ecke herausschneiden und alle Waben die mehr als 10% Drohnenbau aufweisen, schrittweise entfernen.
exakte Aufzeichnung eines jeden Stockes bei jeder Inspektion
Wandern vermeiden
Wenn wir zu Beginn nur mit Ablegern arbeiten, wird das Problem der Varroamilben in Grenzen gehalten.
Dazu muss ich hinzufügen was sich in dem Ableger dann abspielt.
Da wir ja den Ablegern mit 3 bis 4 verdeckelten Brutwaben machen, haben wir in Kürze sehr viele junge geschlüpfte Bienen.
Eine Langstrothwabe 4,9mm hat 8600 Zellen (eine 5,44mm hat nur 7000 Zellen) und wenn wir davon ausgehen dass eine Brutwabe 2/3 Brutzellen aufweist, kommen wir bei 3 Brutwaben auf 17.000 Bienen (bei 4 Brutwaben 23.000).
Da der Ableger am selben Stand aufgestellt wird und ja alle Flugbienen zum Muttervolk zurückkehrten, wird die Eiablage der Königin drastisch reduziert.
Und solch eine Anzahl von Jungbienen, die auch nicht viel Brutpflege zu absolvieren haben, hat zur Folge dass sie die Varroen sehr erfolgreich aus den neu befallenen Zellen ausräumen. Die Zusammenhänge zwischen Bienenzahl, Lebensdauer der Bienen, hygienischem Verhalten und Zellengröße stellen wir in unserem Vortrag vor.
Wir dürfen nicht vergessen diesen Ablegern genügend Futter mitzugeben, Pollen und Honig, denn das wesentlichste ist die Stärke des Volkes. Oder besser gesagt die Anzahl der Bienen für die notwendige Arbeit.
Und die ist ganz einfach bei kleinzelligen Bienen viel größer aus zwei Gründen.
Zum einen ist das Brutnest viel kompakter durch die kleinere Zellengröße und auch der Wabenabstand ist geringer. Somit sind weniger Bienen zur Brutpflege notwendig. Zum anderen ist die Lebensdauer der kleinzelligen Bienen um einiges größer als die der großzelligen, was ersichtlicherweise entscheidend dazu beiträgt dass ein Überschuss an Bienen für die zu verrichtende Arbeit im Stock vorhanden ist.
Durch diese große Anzahl von Bienen wird das hygienische Verhalten stimuliert.
Nun sehen wir den entscheidenden Vorteil des Arbeitens mit Ablegern zu Beginn unseres Umstellens auf kleine Zellen.
Denn wie wir ja wissen MUSS jeder Stock durch eine (oder mehrere) Krisen bis er sich aus eigener Kraft gegen die Krankheiten verteidigen kann.
Und mit dieser Vorgehensweise erleichtern wir es unseren Bienen enorm.
Die Krise wird glimpflicher verlaufen.
Dadurch haben wir Zeit, uns durch häufiges Durchsehen der Völker mit den Gewohnheiten der Bienen, die lernen sich selbst gegen die Krankheiten zu wehren, vertraut zu machen.
Manche sagen, dass häufiges öffnen der Völker zu vermeiden ist. Natürlich ist das so, wenn wir bei Besuch Stress im Volk verursachen. Seit wir jedoch die Waben richtig anordnen, haben wir eine unglaubliche Ruhe in den Völkern feststellen können. Beim öffnen gehen die Bienen nach unten, verhalten sich absolut passiv und arbeiten normal weiter. Somit kann man so oft wie man will seine Stöcke begutachten und es kommt ja vor allem darauf an, dass WIR, die Imker, lernen, Krisenanzeichen im aller ersten Stadium im Bienenstock zu erkennen und müssen ebenfalls lernen, darauf richtig zu reagieren.
Da werden wir dann sehen wie sich die Bienen gegen die Varroen wehren und die infizierten Zellen säubern.
Dann werden wir beobachten müssen wie sie die kleinen Zellen bauen und konstant helfend eingreifen. Die kleinzelligen Mittelwände werden am besten am oder im Brutnest gebaut. Sarke Tracht ist auch problematisch und möglichst so zu timen, dass sie dann nicht viele Waben ausbauen müssen.
Wenn ich da etwas nicht einhalten kann, nützt es dann überhaupt etwas, dass ich mit den kleinen Zellen anfange?
Zum einen ist natürlich viel besser, wenn wir das alles einhalten können, aber ich sehe keinen Grund die übergroßen Zellen weiterzuführen. Das gibt nur noch mehr Probleme, wie man ja sehen kann an der heutigen katastrophalen Situation der Bienen.
Wenn man das Mögliche ändert in den Bienenstöcken (kleine Zellen, Anordnung der Waben, 10% Drohnen etc etc ) werden die Bienen in eine entschieden bessere Gesundheitslage gebracht.
Man wird sehen, daß sie sich gegen die Varroen durch VSH wehren und das ist schon mal was, was nur sehr wenige erreicht haben bisher. Wenn nun aber Reinvasion kommt, kann man ja mit Puderzucker über die Runden kommen und den Bienen beistehen. Wenn man einmal pro Monat 200g pro Zarge verwendt, kann man immer auf dem Bodenbrett sehen was da los ist. Um da vollen Erfolg zu haben, braucht man viele Stöcke und muß die anderen einfach bei weitem übertönen.
Ich möchte nun erklären, wie man da schrittweise vorgehen kann.
Erster Schritt
als erstes brauchen wir mal das nötige Material.
da wären die, die 4,9mm Mittelwände (Vorsicht die in Deutschland bisher erhältlichen können wir nicht gebrauchen), Ablegerkästen mit Füttermöglichkeit von außen , Plastikabsperrgitter , Lemongrasöl , Königinnenkäfig mit Möglichkeit des freifressens, Rähmchen mit auf 32mm reduzierter Dicke und viel Lust auf Arbeit
Als Orientierung jetzt schon – so gehts .
Zweiter Schritt
der zweite Schritt wäre die Aufstellung der Völker
Bei der Aufstellung muss man beachten, dass der Verflug so weit wie möglich erschwert wird. Also keine Aufstellung der Stöcke in einer Linie, wo alle die Flugbretter nach derselben Richtung haben.
Alternative: wenn sie in einer Linie stehen müssen, ist immer ein Flugloch nach vorn und eins nach hinten orientiért, abwechselnd. Besser ist zB 4 Stöcke auf eine Palette mit jeweils um 90° versetztem Flugloch, oder Einzelaufstellung.
Nicht mehr als 6 bis 12 Stöcke pro Stand. Der nächste Stand kann ca 50m entfernt liegen.
Wenn wir alle Stöcke auf kleine Zellen umgestellt haben, dürfen wir keine großzelligen mit kleinzelligen Völker mischen an einem Stand.
Möglichst weit weg von anderen Bienen.
Stöcke numerieren und bei jedem Besuch genaue Aufzeichnungen anfertigen von jedem Stock.
Dritter Schritt
wenn wir dann alle Materialen beisammen haben und die Stöcke stark sind, können wir die Ableger mit den Plastikwaben machen.
Die Stöcke sollten stark sein und viel verdeckelte Brut haben, dass wir nach kurzer Zeit davon erneut einen Ableger machen können, wenn die neue Königin gut arbeitet.
Zunächst bereiten wir einen Ablegerkasten vor, den wir von außen füttern können, bringen ein Absperrgitter am Flugloch an, dass die Königin nicht abhauen kann und entfernen dieses erst, wenn Brut aus den Plastikwaben schlüpft. Dann werden die Plastikwaben zur besseren Annahme gut mit Wachs eingerieben, mit wenig Lemongrasöl und einigem Honig eingerieben.
Wir suchen nun die Königin im Stock, sperren sie mit 5 Bienen in den Ausfresskäfig und hängen diesen mit einem Draht zwischen die 5 Plastikwaben im Ablegerkasten. Dann nehmen wir den Stock, von dem wir die Bienen und die Königin verwenden und stellen ihn beiseite. An dessen Stelle kommt der Ablegerkasten mit dem Flugloch in derselben Richtung wie sie der Stock hatte. Nun wird ein Brett ans Flgloch gelegt, dass die Bienen gut einlaufen können und an das Flugloch tropfen wir ein wenig Lemongrasöl, was die Bienen anzieht. Dann schütteln wir von 5 voll besetzten Waben die Bienen auf die Plastikwaben. Die Flugbinen werden auch alle zum Ableger fliegen. Der originale Stock wird am selben Stand mit dem Flugloch in eine andere Richtung aufgestellt. Nun helfen wir den Bienen mit dem Besen in den Ablegerstock und schließen vorsichtig den Deckel. Futterglas aufsetzen und fertig. Am Anfang jeden Tag 250g Honig füttern was dann bei gutem Wetter und guter Tracht eingestellt werden kann. Bei schlechtem Wetter weiter füttern – das ist individuell anzupassen.
Hier sieht man wie es schrittweise geht mit Fotos.
Vierter Schritt
Wenn nun der Ableger gut in Brut gegeangen ist, keine großzelligen Bienen mehr beherbergt und er den Ablegerkasten gut füllt, siedeln wir ihn in eine große Zarge um. Dabei kommen die Brutwaben in die Mitte, daran anschließend je eine neue Mittelwand mit 4,9mm und dann der Honig/Pollen. Jetzt müssen wir sehr oft kontrollieren wie die Bienen, die jetzt ja alle in 4,9mm Zellen geschlüpft sind, die 4,9mm Mittelwände ausbauen.
Hier sehen wir die möglichen Fehler.
Es ist auch möglich 4,9mm Mittelwände direkt ins Nest zu geben, wenn der Stock stark ist. Dabei sind Zeiten sehr starker Nektartracht zu vermeiden, weil hier die Tendenz herrscht, größere Zellen bauen zu wollen.
Bei der Mittelwandzugabe ist auf die Anordnung der Waben nach den Ypsilons zu achten.
Da müssen wir auf der Hut sein und sehr oft nachsehen wie sie diese Mittelwände ausbauen. Das ist eigentlich der wichtigste Vorgang am Anfang. Immer wieder kontrollieren wie sie die Mittelwände ausbauen und immer wieder neue ans Nest hängen, um zu sehen ob wir Glück haben und diese Bienen das wirkliche 4,9 bauen können.
Unser Kollege Benjamin aus Asturien hat nur durch dieses kontinuierliche Ausprobieren erreicht, dass seine Bienen das 4,9 gut bauten, ohne die Hilfe von ausgebauten 4,9mm Plastikwaben. Aber das ist einzigartig und für uns nicht möglich nachzuahmen.
Man muss laufend schlecht gebaute Waben ausmustern und durch neue 4,9mm Mittelwände ersetzen, bis wir ein kompaktes, gut gebautes Nest mit 4,9mm Waben erreichen. Dabei werden die Plastikwaben schrittweise zur Seite gehängt und ausgemustert.
Fünfter Schritt
Wenn nun die Zarge voll ist, fangen wir wieder von vorn an und machen einen Ableger mit der Königin.
Zu Beginn sollten wir ausschließlich mit Ablegern arbeiten, bis 80% aus eigener Kraft überleben können. Das bedeutet, dass wir warten bis ein Volk eine Zarge gut füllt und dann anstatt eine 2. Zarge aufzusetzen, einen Ableger mit der Königin machen. Wir nehmen dazu 3 oder 4 Waben verdeckelte Brut, die Königin, Honig und Pollen, geben das alles in eine andere Zarge oder Ablegerkasten und stellen sie am selben Stand auf, nur mit dem Flugloch in eine andere Richtung orientiert. Dh dass sich bei dem Muttervolk eine Brutpause einstellt, weil sie sich eine neue Königin ziehen müssen und beim Ableger ebenso, da ja alle Flugbienen zum Muttervolk zurückkehren. Damit haben wir bei beiden einen Vorteil in Bezug auf die Varroavermehrung geschaffen. Wenn das alles sehr stark, mit viel Bienen, viel verdeckelter Brut und viel Futter gemacht wird, können wir denselben Vorgang in Kürze wiederholen. So sind wir in der Lage, schnell einen schönen Bestand an kleinzelligen Völkern aufzubauen.
Das Muttervolk wird inzwischen längst eine neue Königin gezogen haben und wir können wieder einen Ableger mit der Königin auf Plastikwaben machen, wie im dritten Schritt beschrieben wurde.
So bekommen wir in kurzer Zeit eine schöne Anzahl von kleinzelligen Stöcken. Wir müssen dabei lernen, wie die Bienen sich gegen die Varroa verteidigen, die Anzeichen von Krisen erkennen lernen und nicht eher mit großen Stöcken arbeiten, als bis wir sicher geworden sind im Umgang mit Bienen, die sich von alleine gegen die Krankheiten wehren, ohne den Einsatz von Krücken, wie da sind die Chemie, die organischen Säuren und essenzielle Öle.
Wenn wir dabei zu viele Stöcke produzieren, können wir diese an interessierte Kollegen abgeben, von denen es bestimmt etliche geben wird.


liebe Grüße
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die Arbeit mit Ablegern - grosser Vorteil zu Beginn

#2744

Beitrag von bee »

Ich muss vorausschicken dass das „Arbeiten mit Ablegern“ nicht darauf beschränkt ist dass wir zB mit 5 Waben Ablegerkästen arbeiten. Mit normalen Zargen und Abtrennschied geht das noch viel besser. Wenn wir vom „Arbeiten mit Ablegern“ reden, geht es nur um die Art und Weise wie wir zu Beginn mit unseren kleinzelligen Völkern umgehen.
Zu Beginn sollten wir ausschließlich mit Ablegern arbeiten, bis 80% aus eigener Kraft überleben können. Das bedeutet, dass wir warten bis ein Volk eine Zarge gut füllt und dann anstatt eine 2. Zarge aufzusetzen, einen Ableger mit der Königin machen.
Das Wichtigste hierbei ist dass wir ALLE verdeckelte Brut nehmen und den Ableger MIT der Königin machen.
Wir nehmen dazu 3 oder 4 Waben verdeckelte Brut, die Königin, Honig und Pollen, geben das alles in eine andere Zarge oder Ablegerkasten und stellen sie am selben Stand auf, nur mit dem Flugloch in eine andere Richtung orientiert. Dh dass sich bei dem Muttervolk eine Brutpause einstellt, weil sie sich eine neue Königin ziehen müssen und beim Ableger ebenso, da ja alle Flugbienen zum Muttervolk zurückkehren. Damit haben wir bei beiden einen Vorteil in Bezug auf die Varroavermehrung geschaffen. Wenn das alles sehr stark, mit viel Bienen, viel verdeckelter Brut und viel Futter gemacht wird, können wir denselben Vorgang in Kürze wiederholen. So sind wir in der Lage, schnell einen schönen Bestand an kleinzelligen Völkern aufzubauen.
    Wenn wir zu Beginn nur mit Ablegern arbeiten, wird das Problem der Varroamilben in Grenzen gehalten.
Dazu muss ich hinzufügen was sich in dem Ableger dann abspielt.
Da wir ja den Ablegern mit 3 bis 4 verdeckelten Brutwaben machen, haben wir in Kürze sehr viele junge geschlüpfte Bienen.
Eine Langstrothwabe 4,9mm hat 8600 Zellen (eine 5,44mm hat nur 7000 Zellen) und wenn wir davon ausgehen dass eine Brutwabe 2/3 Brutzellen aufweist, kommen wir bei 3 Brutwaben auf 17.000 Bienen (bei 4 Brutwaben 23.000).
Da der Ableger am selben Stand aufgestellt wird und ja alle Flugbienen zum Muttervolk zurückkehrten, wird die Eiablage der Königin drastisch reduziert.
Und solch eine Anzahl von Jungbienen, die auch nicht viel Brutpflege zu absolvieren haben, hat zur Folge dass sie die Varroen sehr erfolgreich aus den neu befallenen Zellen ausräumen. Die Zusammenhänge zwischen Bienenzahl, Lebensdauer der Bienen, hygienischem Verhalten und Zellengröße stellen wir in unserem Vortrag vor.
Wir dürfen nicht vergessen diesen Ablegern genügend Futter mitzugeben, Pollen und Honig, denn das wesentlichste ist die Stärke des Volkes. Oder besser gesagt die Anzahl der Bienen für die notwendige Arbeit.
Und die ist ganz einfach bei kleinzelligen Bienen viel größer aus zwei Gründen.
Zum einen ist das Brutnest viel kompakter durch die kleinere Zellengröße und auch der Wabenabstand ist geringer. Somit sind weniger Bienen zur Brutpflege notwendig. Zum anderen ist die Lebensdauer der kleinzelligen Bienen um einiges größer als die der großzelligen, was ersichtlicherweise entscheidend dazu beiträgt dass ein Überschuss an  Bienen für die zu verrichtende Arbeit im Stock vorhanden ist.
Durch diese große Anzahl von Bienen wird das hygienische Verhalten stimuliert.
Nun sehen wir den entscheidenden Vorteil des Arbeitens mit Ablegern zu Beginn unseres Umstellens auf kleine Zellen.
Denn wie wir ja wissen MUSS jeder Stock durch eine (oder mehrere) Krisen bis er sich aus eigener Kraft gegen die Krankheiten verteidigen kann.
Und mit dieser Vorgehensweise erleichtern wir es unseren Bienen enorm.
Die Krise wird glimpflicher verlaufen.
Ein Beispiel aus der Praxis:
Ich machte am 8.2. einen Ableger von einem Mini+ Volk.
Es war schön stark und auf 4 Zargen  Mini+. Das  entspricht in etwa einer vollen Zarge Langstroth. Der Ableger wurde mit  8 verdeckelten Brutwaben und der Königin gemacht. Das ist das entscheidenste an diesem Vorgang. Dazu kamen noch Waben mit Futter, was dann in 2 Zargen Mini+ Platz fand. Darauf setze ich noch eine leere Zarge und der Ableger bekam einen neuen Platz in der Nähe,  sodass die Flugbienen zum Muttervolk zurückkehren konnten. Das ist sehr wesentlich. Im Muttervolk verblieb die offene Brut und dort wurde ebenfalls eine Leerzarge aufgesetzt.
Man kann sehen dass der Trick ist, dass alles sehr stark gemacht wird.
Nun sah ich den Stock am 20.2. wieder und es waren sehr viele Bienen geschlüpft. Die aufgesetzte Leerzage mit MW war schon gefüllt und bestiftet. sodass ich die 4.Zarge aufsetzen musste.
Nach 3 bis 4 Wochen kann ich also schon den nächsten Ableger mit der Königin machen. Das ist der Trick am „Arbeiten mit Ablegern“.
Und dabei lernen die Bienen sich aus eigener Kraft gegen die Varroamilben zu verteidigen, denn wir behandeln NICHT. Wenn wir behandeln und wäre es auch mit dem unschädlichsten Mittel das es gibt, so würden sie es nie lernen.
Jetzt versteht man warum wir so festhalten am „Arbeiten mit Ablegern“.


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Wie bekomme ich meine Bienen dazu dass sie kleine Zellen bauen?

#2743

Beitrag von bee »

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Für Dee war das nicht so einfach, wie ich schon beschrieben habe und für uns auch nicht. Heute ist das viel einfacher zu lösen.
Wenn man großzelligen Bienen einfach 4,9mm Mittelwände gibt, werden die das nicht bauen können.
Dann kommt sowas raus:

Im Prinzip ist es so, daß eine Biene, die in einer kleinen Zelle schlüpft, sehr wahrscheinlich dieselbe Größe auch bauen kann.
Wir gingen also Schritt für Schritt vor. Zuerst von 5,4 nach 5,1, was fast gar kein Problem und dann von 5,1 auf 4,9. Das war ein komplettes Chaos zu Beginn. Nur einer von hundert machte das auf Anhieb.
Man muß auch folgendes beobachten:
Die Bienen bauen normalerweise im Naturbau verschiedene Maße. Groß für Honig und sehr klein im Brutnest. Das ist ein weiterer berechtigter Kritikpunkt unserer Arbeit, da wir die Bienen auch dazu zwingen, nur ein Maß anzunehmen. Aber das ist zu Beginn notwendig, um den Krankheiten Herr zu werden. Unter 4,9mm haben wir da keine Probleme mehr. 100 Jahre auf großen Zellen ist zu viel Zeit und die Bienen müssen erst mal wieder lernen klein zu bauen und sich von selbst gegen die Krankheiten zu wehren. Dazu brauchen wir zu Beginn notwendigerweise das Maß von 4,9 – später kann man sie dann frei bauen lassen.Das hab ich schon weiter vorn erwähnt.
Ein weiteres Problem ist, daß die Bienen bei starker Tracht, sehr schwierig kleine Zellen ausbauen.
Hatte zu Beginn 100 Ableger die sehr gut die 4,9 bauten. Dann ging der Frühling los und plötzlich konnte keiner mehr dieses Maß bauen. Ich war natürlich in heller Aufregung, hatte noch kaum Erfahrung, und kontaktiert sofort Dee in Arizona. Die fragte nur: Was hast du für eine Blüte gerade? Mandelblüte entgegnete ich. Sie meinte, warte eine Woche und schau wieder nach. Und sie hatte Recht, nach der Mandelblüte war wieder alles beim alten. Pufffffffff.
Also darauf achten, daß die Phase des Wabenbaus möglichst nicht mit zu starker Tracht zusammen fällt.
Des weiteren bauen die Bienen die kleinen Zellen besser an den Mittelwänden, die nahe der Brut sind.
Also geben wir oft, wenn die Stöcke sehr gut am wachsen sind, Mittelwände direkt an die Brut, wo sie innerhalb eines Tages ausgebaut und bestiftet werden.
Es ist also so. Wenn ich einem von euch, der beginnen will mit seinen großzelligen Bienen, 5 ausgebaute 4,9mm Waben gebe und er seine Bienen mit Königin darauf abfegt, hat er schon alles erreicht.. Die Königin hat ein flexibles Abdomen und kann in die kleinen Zellen ihre Eier legen. Nach 6 Wochen haben wir nur noch Bienen, die in kleinen Zellen geboren wurden. Und meist machen sie sogleich eine Umweiselzelle und die Königin ist dann auch schon kleiner. So einfach.
Aber wir haben keine ausgebauten Waben.
So kam nun wieder ein Kollege aus USA drauf, Waben aus Plastik zu bauen. Igitigit Plastik!!
Plastik im Bienenstock ist doch was wir gar nicht wollen. ABER wir können uns wirklich jahrelanges Kämpfen ersparen und schaffen es in ein paar Monaten. Die Plastikwaben werden dann bald wieder heraus genommen und können für den nächsten Umbau verwendet werden. Wenn ich diese Waben vor 10 Jahren schon gehabt hätte, hätte ich mir bestimmt 2 Jahre harter Arbeit erspart, keine Völker und kein Geld verloren durch den Ausfall von sehr vielen Stöcken.
Wir sagten ja dass es im Prinzip ist es so, daß eine Biene, die in einer kleinen Zelle schlüpft, sehr wahrscheinlich dieselbe Größe auch bauen kann. Die Plastikwaben haben nun genau das Zellenmaß 4,9mm. Jedoch sind die Wandstärken viel größer als bei Wachswaben. Somit erreichen wir nicht die Dichte die wir mit 4,9mm Wachswaben haben und auch der Abstand der Waben ist weit größer als 33mm. Das ist aber uninteressant weil wir diese Plastikwaben nur dafür verwenden die Bienen in einer relativ kurzen Zeit an die kleinen Zellen zu gewöhnen. So schnell wie möglich werden die Plastikwaben durch 4,9mm Mittelwände ersetzt, wie ihr unten sehen könnt.
Wir haben dann diese Plastikwaben, die HSC heißen, und die der Besitzer in China fertigen ließ, hier für Kollegen eingeführt. Ein weiteres Abenteuer kann ich euch sagen. Ich hab dann eine Probe gemacht mit 3 Stöcken und hab es aufgezeichnet wie man vorgeht.
Anleitung:
http://resistantbees.es/?p=3189


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grosser Vorteil – verlängerte Flugzeiten kleinzelliger Biene

#2742

Beitrag von bee »

ich möchte hier mal versuchen nach und nach all die Vorteile der kleinzelligen Bienen zusammenzustellen.

Verlängerte Flugzeiten kleinzelliger Bienen

Heute hat Dee Lusby was interessantes geschrieben in ihrem amerikanischen Forum.

Es ging darum, dass ein Kollege schrieb, dass seine Bienen bei 14°C flogen und sogar etwas Pollen brachten.
Dee entgegnt,e dass die kleinzelligen Bienen bei diesen niedrigen Temperaturen an Stellen die Wärme speichern, wie Felsen etc, immer was finden ..
…..während die dicken grosszelligen Bienen das nicht tun können, denn die kleinen fliegen bei niedrigeren und auch bei höheren Temperaturen und auch früher am Morgen und später am Abend…..

http://resistantbees.es/?p=3764

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Bienenintelligenz, Brutnesttemperatur und Zellgröße

#2741

Beitrag von bee »

eine wissenschaftliche Studie besagt, dass es einen Zusammenhang zwischen der Brutnesttemperatur und der Klugheit der Bienen gibt.

hier die komplette Studie

Bei höheren Brutnesttemperaturen kommen klügere Bienen zur Welt.

die Studie, geführt vom Bienenforscher Jürgen Tautz, kommt zu folgendem Schluss:
Bei den Honigbienen ist das Lernverhalten und die Kommunikationsfähigkeit abhängig von verschiedenen Faktoren. Entscheidend dabei ist die Temperatur, bei der sich die Bienenpuppen entwickeln.
Wachsen die Insekten bei höchstens 34,5 Grad Celsius heran, dann vergessen sie ihr angelerntes Wissen leichter und führen weniger wirksame Schwänzeltänze auf. Die „klügsten“ Bienen entwickeln sich dagegen aus Puppen, die bei 36 Grad Celsius gehalten werden.Das berichtet die Arbeitsgruppe des Zoologen Jürgen Tautz vom Biozentrum der Uni Würzburg in der neuen Ausgabe der „Proceedings of the National Academy of Sciences“ (PNAS).


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klarer Vorteil gegenüber den Varroen – verkürzte Brutdauer kleinzelliger Bienen

#2740

Beitrag von bee »

Um 24 Stunden verkürzte Brutdauer bei kleinzelligen Bienen
Es scheint, dass von 4,9mm nach unten die Bienen in ihr natürliches Gleichgewicht kommen. Bei 4,9mm und auf 32mm reduziertem Abstand zwischen den Waben, steigt die Temperatur im Nest, sodass wir einen Tag weniger Brutdauer bekommen. 20 statt 21 Tage, die Bienen laufen der Varroa davon. Das weiß natürlich die Milbe und geht im Sommer ausschließlich in die Drohnenbrut, weil sie sich in der Bienenbrut nicht vermehren kann. Die asiatische Biene cerana und die afrikanische, die keine Varroaprobleme haben, bauen kleine Zellen.
Beobachtungen von Michael Bush
Zeit bis zum Verdeckeln und verdeckelte Brutzeit und die Varroa
– 8 Stunden kürzere Zeit bis zum verdeckeln halbiert die Anzahl der Varroen die eine Brutzelle infizieren.
– 8 Stunden kürzere verdeckelte Zeit der Zellen halbiert die Anzahl der Varroanachkommen
Bushs Beobachtungen zum Verdeckeln und Schlupf bei 4,95mm Waben.
Ich habe bei kommerziell erhältlichen Carnicabienen und auch italienischen Bienen eine um 24h kürzere Zeit bis zum verdeckeln und eine um 24h kürzere verdeckelte Zeit der Brutzellen, beobachten können. Das war mit 4,95mm Zellengröße in einem Beobachtungsstock.
Bushs Beobachtung auf 4,95mm Zellengröße
– verdeckelt 8 Tage nach Eiablage – geschlüpft 19 Tage nach Eiablage


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wissenschaftliche Studie: hygienisches Verhalten verstärkt bei Bienenvölkern, die auf kleinen Zellen gehalten werden

#2739

Beitrag von bee »

Hygienisches Verhalten bei Bienenvölkern, die auf kleinen Zellen gehalten werden
Zusammenfassung
Das Ziel dieser Studie war es, herauszufinden, ob Völker, die auf kleinen Zellen gehalten werden (Zellgröße von 4,93mm), in Verbindung mit natürlicher Selektion durch behandlunglose Haltung gegen Varroa destructor, zu einer Erhöhung des hygienischen Verhaltens führt. Wir versuchten ebenfalls herauszufinden, ob durch den Wechsel von Völkern, die gegen Varroa destructor behandelt wurden (ohne natürliche Selektion), auf kleinzellige Waben, zu einer Vermehrung des hygienischen Verhaltens führt. Das hygienische Verhalten wurde in den gegen Varroen behandelten Völkern, sowie in den unbehandelten Völker, überwacht, die beide auf kleinen Zellen saßen. Zusätzlich wurde dieselbe Überwachung in zwei Kontrollgruppen durchgeführt, die aus behandelten und unbehandelten Völkern bestanden, die auf Waben mit Standartzellgröße saßen (Zellgröße 5,56mm).
Unabhängig davon, ob sie behandelt worden waren oder nicht, entfernten die Völker, die auf kleinzelligen Waben saßen, die toten Bienenpuppen (Nadeltest) schneller als die Völker, die auf Standartzellgröße saßen. Auf diese Weise konnten wir zeigen, daß das hygienische Verhalten verstärkt werden kann, indem man Bienenvölker auf kleinzellige Waben bringt, auch ohne natürliche Selektion durch das Fehlen von Behandlung gegen Varroa destructor. Die praktische Anwendung dieses Verfahrens erfordert jedoch weitere Studien verschiedener Bienenpopulationen, da sie in der Intensität des hygienischen Verhaltens deutlich variieren können und vor allem auch in der Eignung variieren können, um auf kleinzelligen Waben gehalten werden zu können.
Hygienic behavior of colonies kept on small-cell combs*)
KRZYSZTOF OLSZEWSKI, GRZEGORZ BORSUK, JERZY PALEOLOG, ANETA STRACHECKA, MILENA BAJDA
Department of Biological Bases of Animal Production, Faculty of Biology and Animal Breeding, University of Life Sciences in Lublin, Akademicka 13, 20-950 Lublin, Poland

The width of bee comb cells in natural Northern European dark bee nests ranged from 4.90 mm to 5.10 mm (Cowan 1904 following 16). At present, such cells are considered as small cells (16). At the turn of the 19th century, following the introduction of the movable frame hive and the invention of the wax foundation, the cell width was changed and standardised (16). The currently applied, so to say standard, cell width usually ranges from 5.40 mm to 5.50 mm (12, 16). It was as- sumed that increasing the cell width by approximately 10% will cause an enlargement of the apian body (16), boosting the honey yield (12, 21).
As a result of the changes described above, the width of bee comb cells in the nests of honeybees currently kept in Europe is significantly different from the original one. Apidological literature contains few and fragmentary reports on whether these changes have influenced the biological mechanisms of bee colonies that have devel- oped over thousands of years of evolution. Nowadays, comb cell width is thought to potentially affect such parameters as the duration of the sealed brood stage, the fill rate of cells with pupae, the life-span of workers and the intensity of hygienic behaviour, which may modify the resistance of colonies to Varroa destructor mites (4,9, 15, 18, 19). V. destructor is currently the principal culprit responsible for supernormal worldwide losses in bee colonies (22, 23, 31).
A correlation was found between hygienic behavior and an increased tolerance of V. destructor by bees (2, 7, 30, 32). This seems to be the reason for choosing hygienic behaviour intensity as one of selection criteria in breeding bees resistant to V. destructor (5, 11, 14, 29).
This study was aimed at investigating whether keep- ing colonies on small-cell combs, in combination with natural selection caused by ceasing to fight V. destructor, leads to the intensification of hygienic behavior. We also sought to determine whether the very transfer of colonies onto small-cell combs, without the natural selection caused by the lack of anti-parasitic treatment, increases the intensity of hygienic behaviour, thus serv- ing as an effective tool to obtain bees with a higher resistance to diseases.
Material and methods
The assessments of hygienic behaviour were conducted in 2011-2013 at the apiary of the University of Life Sciences in Lublin (51°13’N, 22°38’E). In 2011, a group of colonies kept on small-cell combs (small-cell colonies, cell width of 4.93 mm) and untreated for varroatosis (SM-UT) was com- pared with two control groups of colonies kept on combs with standard-size cells (standard-cell colonies, cell width of 5.56 mm), both treated (ST-T) and untreated (ST-UT) for varroatosis. The SM-UT group included 5 colonies with natu- rally mated queens. They were colonies that had survived two seasons without treatment for varroatosis out of 16 colonies that had been transferred onto small-cell combs in 2008 and no longer treated. It can be assumed that there was natural survival selection in the colonies resulting from the lack of treatment against the parasite (selection intensity of 5/16). The ST-T control group included 10 colonies, whereas the ST-UT 5 group was made up of 5 colonies. The ST-UT group stopped being treated in 2009. The queens in the ST-T and ST-UT colonies were naturally mated. They were sisters and came from the same population as the queens in the SM-UT group, but from a queen representing a colony that had not been subjected to survival selection resulting from the lack of treatment against the parasite.

weiter lesen: http://resistantbees.es/?p=3757


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Beweise dass die Bienenzellen früher kleiner waren – Verleugnung der Geschichte (Erik Österlund)

#2738

Beitrag von bee »

von Erik Österlund
vielen Dank an Naninana für die Übersetzung      -> weitere Beweise für die künstliche Vergrößerung der Bienenzellen

Immer wieder erscheinen besonders in deutscher Sprache Artikel, denen zufolge eine Vergrößerung der Zellmaße geschichtlich nie stattgefunden habe; vielmehr sei das, was passiert ist, eine Rückkehr zum normalen, größeren Zellmaß. Und die Verkleinerung der Zellgröße sei etwas unnatürliches. Wie kommt das?

In englischer Sprache gibt es viele Textquellen aus dem 19. und 20. Jahrhundert, die keinen Zweifel daran lassen, dass eine Vergrößerung des Zellmaßes stattgefunden hat. (Zu nennen sind hier: Wildman, Cowan, Root, Cheshire, Bee World aus den 1930ern, etc.)
Die Ikone Enoch Zander:
Eine der alten deutschen Ikonen der Bienenhaltung ist Enoch Zander (1873 – 1957). Sein Buch „Die Zucht der Biene“ wurde erstmals 1920 veröffentlicht. Nach seinem Tod erschienene Ausgaben wurden unter dem geänderten Titel „Haltung und Zucht der Biene“ herausgegeben; sie wurden von Friedrich K. Böttcher überarbeitet. 1989 erschien es in 12. Auflage. Dieses Buch ist das klassische Buch über  Bienenhaltung in Deutschland.
Bild
Das Foto zeigt einen Teil der Seite 236 der 5. Auflage von 1941. Clicken Sie das Bild zum Vergrößern an, dann können Sie es besser lesen (wenn Sie Fraktur lesen können). Um auf diese Seite zurückzugehen, drücken Sie bitte die „Zurück-Taste“ Ihres Browsers, gewöhnlich in der linken oberen Ecke.
Zur  Umrechnungen in mm habe ich folgende Formel benutzt:
X=100÷√(A÷2.315)
wobei X für die Zellgröße im mm und A für die Anzahl von Zellen pro dm² steht.
Überprüfung der Formel:
A=23150÷X2
Errechnung der Zellenanzahl pro Quadratdezimeter
Um die Anzahl der Zellen pro Quadratdezimeter zu erhalten in einer Bienenwabe von bestimmten Zellgrößen verwende diese Formel:
Anzahl der Zellen pro Quadratdezimeter = 2,3 x N²
wobei N die Anzahl der Zellen ist in einem Dezimeter (10cm), horizontal gemessen (maß über die senkrechten Zellenwände „richtig herum“.) Diese Formel ist von G. Muzzati , und wird in der Januar Ausgabe von  L’Apicoltore d’Italia veröffentlicht, (XV, Nr. 1, 1948)
 
Weiter vorn im Buch gibt es Zahlen, die diesen Aussagen widersprechen. Und zwar Zellgrößen, die von einigen russischen Imkern, Tuenin und Bogdanov angegeben werden. In der 12. Auflage von 1989 wird gesagt, dass Tuenin in Tula (das liegt 120 km südlich von Moskau) Zellgrößen zwischen 4,99 mm und 5,26 mm gemessen hat.
Bogdanov hat in Leningrad 5,53 mm bis 5,69 mm gemessen. (Ich bin nicht sicher, ob diese Zellgrößen in Rähmchen mit oder ohne Mittelwänden gemessen wurden. Und wenn sie von einem Stock ohne Mittelwänden gemessen wurde, waren die Bienen dieses Stocks in Waben mit großzelligen Mittelwänden erbrütet? Wenn die Leningrader Zahlen z. B. von einem Schwarm eines auf Zellgröße 5,4 mm – 5,7 mm sitzenden Bienenstocks stammen, kann es gut sein, dass die vorgegebenen Zellgrößen auch in der ersten Zeit ohne Mittelwände beibehalten werden. Die nächste Generation wird sie gleichmäßig kleiner ausziehen, wenn ihnen die Chance dazu gegeben wird.)
Der Widerspruch zwischen diesen Zahlen und den Schlussfolgerungen wird noch deutlicher, wenn wir mit der 5. Auflage vergleichen Hier sind als Größen von Tuenin aus Tula „4,74 mm bis 5,00 mm“ angegeben. Die Änderungen in der 12. Ausgabe lassen den Widerspruch durch kleine Zahlenänderungen kleiner erscheinen. (kann doch nicht so viel ausmachen, oder?)
Der Einfluss dieses Standardwerks
Die Mehrheit der deutschen Imker, denke ich, lesen immer noch dieses Buch und vertrauen natürlich dieser Autorität. Eine Ikone kann nicht falsch liegen, nicht wahr? Ich glaube, dieses Buch ist ein wichtiger Grund dafür, dass die Meinung immer wieder auftaucht, dass es nie eine Vergrößerung der Zellgröße gegeben habe.
Der Imker Tobias Stever hat einen Artikel über Zellgrößen auf  seiner website veröffentlicht. Seine Schlussfolgerung ist, dass keine Vergrößerung durchgeführt wurde und somit eine Rückführung auf eine kleinere Zellgröße heutzutage nicht natürlich ist.
http://www.bienenarchiv.de/veroeffentlichungen/2003_zellengroesse/zellengroesse.htm
Historische Messungen
Diese Schlussfolgerung von Stever steht im Widerspruch zu seiner eigenen Liste historischer Messungen von Zellgrößen. Beim Lesen seiner und anderer Artikel  über Zellgrößen ist es schwer ein Verständnis dafür zu gewinnen, dass unterschiedliche Zellgrößen im Bienenstock für einen unterschiedlichen Zweck von den Bienen gebaut werden.   Und dass unterschiedliche Größen oft an bestimmten Orten der Wabe und innerhalb des Stocke gefunden werden.
Die Zellgröße im Bienenstock
T. W. Cowan erwähnt in einem Buch (1890), dass größere Zellen normalerweise an den Rändern und kleinere im Zentrum der Wachswaben zu finden sind. Wenn man heute Top-Bar-Hives untersucht, bei denen die Waben ausreichend weit nach unten reichen, findet man die am größten gebauten Zellen grundsätzlich im obersten Bereich und am weitesten vom Flugloch entfernt. Also dort, wo hauptsächlich Honig abgelagert wird und wo keine Brut aufgezogen wird. Wenn ein solches Volk nicht aus  großzelligen Bienen gebildet wird, findet man wahrscheinlich 5,1 mm oder kleinere Zellmaße näher zum unterem Rand und zum Flugloch hin.

Eine Top-Bar-Wabe von Dennis Murrel in Montana. Die kleinsten Zellgrößen am unteren Rand nahe des Fluglochs. Die größten weit weg vom Flugloch am oberen Rand.
Beispiele für Messungen
Bei diesen ganzen Messungen: wo wurden die Beispielmessungen vorgenommen? Und wie viele Beispielmessungen wurden vorgenommen? Wurden im gesamten Stock Messungen vorgenommen? Haben die Bienen die vermessenen Waben ohne die Hilfe von Mittelwänden gebaut? Stammt  der Schwarm aus einem großzelligen Volk oder von einem Bienenvolk, das seit einigen Generationen auf selbstgebauten Waben (d. h.: ohne Mittelwandgaben) lebt)?
In einigen Beispielen werden die kleinsten und die größten Zellgrößen genannt, die gefunden wurden. In diesen Fällen weiß man, dass mehr als eine Messung vorgenommen wurde, aber selten gibt es Angaben über die Anzahl der vorgenommenen Messungen und wo sie innerhalb des Stocks vorgenommen wurden.
Folgerichtig muss man die Originalbücher und -artikel lesen, um herauszufinden, wie akkurat die Messungen waren in Bezug auf die Frage, wie natürlich die Zellgrößen dieser Bienen sind.
Cowan
Ein in dieser Hinsicht gutes Buch ist ”The Honey Bee-Its Natural History, Anatomy and Physiology”, Houlston & Sons (1890), von T. W. Cowan, auf den Seiten 179-181. Dieses Buch kann hier online gelesen werden:
http://babel.hathitrust.org/cgi/pt?id=wu.89094199411;view=1up;seq=10
Weitere Literatur
Thomas Wildman aus England nennt in “A Treatise on the Management of Bees” (1770) Zellgrößen von 4,6 mm bis 5,1 mm. T. W. Cowans aus England in  ”The Honey Bee-Its Natural History, Anatomy and Physiology” (1890) nennt 4,72 mm [1,86 inch auf 10 Zellen] bis 5,36 mm [2.11 inch auf 10 Zellen], Seite 181). Cowan gibt auch eine Durchschnittsgröße an: 1/5 eines  inch ≈ 5,08 mm. Das ist eine einfache Zahl  – 5 Zellen auf 1 inch (eine übliche Umrechnung auf die Größen von Mittelwänden war 900 Zellen pro dm²; das war einmal eine Einheit, nach der Mittelwände klassifiziert wurden, nämlich danach, wieviele Zellen pro dm² sie enthielten). A. I. Root aus den USA übernahm die Größe von 5 Zellen pro inch als Maß für die ersten Walzen zur kommerziellen Mittelwandherstellung (1876).
Vergrößerung
Im späten 19. Jahrhundert propagierte Usmar Baudoux aus Belgien die Vergrößerung der Bienen und damit der Bienenrüssel zur Steigerung des Honigertrags. Er hielt 700 Zellen/dm2 für eine gute Größe (Zellgröße: 5,74 mm). Er veröffentlichte zu diesem Thema 1933 und 1934 eine Reihe von Artikeln in der Zeitschrift „Bee World“. H. Gontarski veröffentlichte 1935 seine Arbeit über den Gebrauch größerer Zellen. Sein Schluss war, dass eine Zellgröße von 5,8 mm die obere Grenze des Möglichen sei. Bei größeren Zellen könne ein Bienenvolk sich nicht stark entwickeln. Wir sprechen hier über die Größe von BRUTzellen.
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Eine Abbildung aus „Bee World“ vom Januar 1934 von Baudoux. Sie zeigt die unterschiedlichen Größen von Arbeiterinnen, die in unterschiedlich großen Zellen erbrütet wurden. Die größte Biene (Nr. 1) stammt aus einer Zelle von 6,0 mm, die kleinste (Nr. 9) aus einer Zelle von 4,7 mm)
Alle bis auf  Frank Cheshire aus England strebten größere Bienen an. Er verteidigte (dagegen) in seinem klassischen Buch in 2 Bänden 5 Zellen pro inch. “Bees & bee-keeping : scientific and practical”, L Upcot Gill (1886-1888), Frank R. Cheshire, Teil 1, S. 176, Teil 2, S. 315-318. Dies kann über den folgenen Link nachgelesen werden:http://catalog.hathitrust.org/Record/005782980
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Einige Textbeispiele aus  dem Buch von Frank Cheshire.
Was passierte dann?
Das Verständnis für verschiedene Zellgrößen sogar auf (ein- und) derselben Wabe schien zu fehlen. Verschiedene Zellgrößen dienen oft verschiedenen Zwecken, Brut in den kleinsten Zellen, Honig in den größten Zellen.
Den Bienen wurden neue Mittelwände oft in den Honigräumen oberhalb der Brut gegeben, dort, wo die Zellgrößen natürlicherweise größer sind als im Brutnest. Zur Erinnerung: eine Zellgröße von 5,1 mm (5 Zellen pro inch) war der Durchschnitt aller Zellgrößen im Bienenstock. Jetzt gab es diese wie früher in kleineren Zellen erbrüteten Bienen nicht mehr, die diese kleineren Zellen hätten korrekt bauen können. Mit der Einführung von Mittelwänden waren sie nicht mehr vorhanden.
Die Größe, die Bienen natürlicherweise bauen, hängt von vielem ab:
  •  wie groß die Bienen selbst sind,
  •  ihrer eigenen Genetik,
  • das Futter, das sie erhalten. Und das Futter hängt wiederum ab von der Zellgröße.
Manchmal hat das zu Problemen für die Bienen dabei geführt, die Mittelwände gut genug auszubauen, insbesondere dann, wenn es reiche Tracht gab – die Bienen wollten Zellen, um Honig abzulagern.
Der beste Ort um kleine Zellen auszuziehen, ist UNTER dem Brutnest, der nächstbeste IN DER MITTE oder AN DEN SEITEN und NAHE DEM BRUTNEST.
In „Gleanings of Bee Culture“ vom Dezember 1938, plädierte der Sohn von A. I. Root, E. R. Root, für zweierlei:
  •  die Zellgröße sollte nicht kleiner sein als 5,2 mm und
  • die Zellgröße sollte nicht größer sein als 5,2 mm.
Das Argument dafür, dass die Zellen nicht kleiner sein sollten, war, dass die Bienen 5,2er Mittelwände besser ausbauten als 5,1er.
Das Argument dafür, dass die Zellen nicht größer sein sollten, war dasselbe, das Frank Chesire aus England vorbrachte.
Cheshire argumentiert entschieden gegen eine Vergrößerung, da die Bienen aus dem Takt der Natur gerieten. Aber Cheshire argumentierte gegen eine Vergrößerung ausgehend von 5,1 mm.
Einige neuere Messungen
Thomas Seeleys Messungen von wilden Bienenvölkern im Wald von  Arnot im Nordwesten der USA werden manchmal als Argument gegen kleine Zellen genannt. Sein Ergebnis ist jedoch 5,2 mm – im Durchschnitt. Und Sie wissen, was Durchschnitt meint, nicht wahr? Kleinere Zellgrößen, wo sich die Brut befindet und größere, wo der Honig abgelagert wird. Dazwischenliegende Größen für beide Zwecke, je nach Notwendigkeit.
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Tom Seeley hat im Rahmen der Londoner Honig-Ausstellung im Oktober 2011 eine Reihe von ausgezeichneten Vorträgen gehalten, denen ich beiwohnen konnte. In einem davon beschrieb er detailliert seine Arbeit der Untersuchung wilder Bienenvölker im Wald von Arnot.
Im Jahr 2002 kümmerte sich Leif Hjalmarsson in Südschweden um ein Bienenvolk einer Witwe, die  ihren Ehemann 10 Jahre zuvor verloren hatte. Er war Imker mit 10 Völker. Keiner hatte sie nach dessen Tod angerührt. Es könnte ein Schwarm gewesen sein, der sich in einer der Beuten niedergelassen hatte oder ein überlebendes Volk, um das sich Leif kümmerte. Viele Waben waren von den Bienen erneuert worden. Augenscheinlich war die Zellgröße der ursprünglichen Mittelwand 5,4 mm. Jetzt bewegten sich die Zellgrößen zwischen 4,77 mm und 5,4 mm.

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Einige der Messungen an erneuerten Waben vom Bienenvolk, um das sich Leif Hjalmarsson kümmerte.
Ich selbst habe dort, wo meine Bienen Rähmchen ohne Mittelwände oder ähnliches zur Verfügung hatten Zellgrößen hinunter bis 4,55 mm gemessen. Ganz übliche Größen waren um 5,0 mm herum herauf bis zu 5,4 mm. Normalerweise benutze ich 4,9 mm Mittelwände für das Brutnest. Die meisten meiner Bienen haben keine Probleme, 4,9mm-Mittelwände gut auszubauen. Nach der Selektion auf Varroa-Resistenz bauen sie sogar 4,9er Mittelwände im Honigraum gut aus. Zufall oder Nebeneffekt? Sie überwintern gut, geben eine gute Honig-Ernte und schwärmen nicht mehr als in den Zeiten, als ich sie auf großen Zellen hatte.
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Hier sind meine Bienen nicht der 4,9mm-Mittelwand-Vorgabe gefolgt, als sie einige Zellwände erneuert haben, die ich abgetragen hatte um einfacher an Larven zur Königinnenzucht zu gelangen. Hier haben sie die Zellen in der Größe von 4,55 mm ersetzt und die Königin hat diese Zellen bestiftet.
Ich gehe mal davon aus, dass meine kleinzelligen Bienen in höherem Maße im Einklang mit der Natur sind, stärker biologisch optimiert und deshalb besser gerüstet sind, ein gesundes Leben mit wenig oder keiner besonderen Hilfe durch mich zu führen.

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Beweise daß die Zellenmaße der Bienen künstlich vergrößert wurden

#2737

Beitrag von bee »

-> weitere Beweise für die künstliche Vergrößerung der Bienenzellen
Die Zellenmaße im Bienenstock wurden durch die Imker schon vor über hundert Jahren künstlich vergrößert.
Die heutigen Problematiken der Bienen und vor allem das Varroaproblem gründen sich auf diesen vergrößerten Zellen, die nun seit über 100 Jahren beibehalten wurden. Und keiner weiß warum.
Viele Imker bezweifeln überhaupt heutzutage daß die Zellen vergrößert wurden und daß sie früher sehr viel kleiner waren. Hier ist ein Beweis für die Bewegung „Größer ist Besser“, die von Professor Baudoux 1893 in Belgien eingeleitet wurde.
Im Jahre 1965 hielt Constantin Antonescu auf dem Jubiläumskongress der Apimondia in Bukarest einen Vortrag:
Erfolg der Anwendung von Waben mit vergrößerten Zellen unter den Bedingungen der sozialistischen Republik Rumänien
Er schreibt:
Die „große Zelle“ war und ist der Gegenstand des Interesses vieler Imker und Wissenschaftler zahlreicher Länder………
auf die Bilder klicken um sie größer zu sehen:
Auszug aus dem Buch „der XX. Internationale Jubiläumskongress der Bienenzüchter“, Herausgeber Dipl Ing Dimitrie Georgescu, verantwortlicher schriftführer des Organsationskomitees der Apimondia 1965.

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http://resistantbees.es/?p=3482


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