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Imker auf La Palma durch Vulkan bedroht – er braucht Hilfe

#2786

Beitrag von bee »

Unser Imkerkollege Eugen, der seit 30 Jahren als Landschaftsgärtner mit seiner Familie auf der Insel La Palma lebt, ist durch die Lawamassen des am 19.9.21 ausgebrochenen Vulkans sehr ernsthaft bedroht. Das Haus seines erwachsenen Sohnes wurde bereits duch die Lawamassen niedergewälzt. Eugens Grundstück ist komplett durch die Lawamassen eingeschlossen und es existiert immer noch eine sehr kleine Chance daß das Grundstück davon kommt. Jedoch ist die Finca inzwischen unzugängig und keiner weiß wie lange es dauert bis man da wieder einen Zugang bauen kann, wenn überhaupt.
.
Bild
Lawafluss auf La Palma

Bild
Lawa ergießt sich ins Meer unterhalb von Eugens Grundstück

Bild
Eugens Grundstück ganz rechts umschlossen von Lawamassen

Hilferuf von Eugens Frau Christina:



Hier kann man helfen daß die Familie wieder auf die Beine kommt:
https://gofund.me/d05e7fa4
.
Eugen und Christina:
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die Gärtnerei vor dem Vulkan
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Riesenvorteil kleiner Zellen – Tracheenmilben kommen nicht mehr ins Innere der Bienen

#2785

Beitrag von bee »

Dee Lusby:
Da die Größe der Bienen durch die Größe der Zelle vorgegeben ist und die Größe der Zelle die Größe des Thorax der Arbeiterbiene regelt, haben wir auch die Tracheenmilben unter Kontrolle, indem wir die vorderste Atemöffnung verkleinern, wodurch sich diese Milben nicht mehr in die Lungen der Bienen begeben können.
Indem wir die Vermehrung der Varroamilben und Tracheenmilben vermindern (beides durch das USDA Tucson Laboratorium nachgewiesen), beide Milben sind in unserer Gegend bekannt auf unseren Bienen, können wir damit eine Verminderung der Folgekrankheiten erreichen. Das geschieht durch Verminderung von offenen Wunden, die von den Milben, die am Exoskelett der Bienen nagen und dies durchbeißen um ihr Blut trinken zu können, was zu Virus-, bakteriellen und Pilzinfektionen führt.
Noch was zum Problem der Tracheenmilbe, acarapis woodi. Hier auf der Insel La Palma, sind, als ich ankam vor 34 Jahren, fast alle Bienen an der Tracheenmilbe eingegangen. Dann haben die Imker Menthol angewendet und es ging wieder aufwärts – bis die Varroa kam. In den Bienen, die aus 4,9mm Zellen schlüpfen, ist das vorderste Luftröhrenpaar, oder vordere Tracheenöffnung, durch die diese Milben ins Innere der Bienen gelangen können, so klein, daß die Milben nicht mehr hindurchpassen – wzbw. Das Problem hatten die Lusbys zu Beginn und verschwand schlagartig mit der Verkleinerung der Zellen.


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wissenschaftliche Studie: hygienisches Verhalten verstärkt bei Bienenvölkern, die auf kleinen Zellen gehalten werden

#2784

Beitrag von bee »

Hygienisches Verhalten bei Bienenvölkern, die auf kleinen Zellen gehalten werden
   Zusammenfassung
Das Ziel dieser Studie war es, herauszufinden, ob Völker, die auf kleinen Zellen gehalten werden (Zellgröße von 4,93mm), in Verbindung mit natürlicher Selektion durch behandlunglose Haltung gegen Varroa destructor,  zu einer Erhöhung des hygienischen Verhaltens führt. Wir versuchten ebenfalls herauszufinden, ob durch den Wechsel von Völkern, die gegen Varroa destructor  behandelt wurden (ohne natürliche Selektion), auf kleinzellige Waben, zu einer Vermehrung des hygienischen Verhaltens führt.  Das hygienische Verhalten wurde in den gegen Varroen behandelten Völkern, sowie in den unbehandelten Völker, überwacht, die beide auf kleinen Zellen saßen. Zusätzlich wurde dieselbe Überwachung in zwei Kontrollgruppen durchgeführt, die aus behandelten und unbehandelten Völkern bestanden, die auf Waben mit Standartzellgröße saßen (Zellgröße 5,56mm).
Unabhängig davon, ob sie behandelt worden waren oder nicht, entfernten die Völker, die auf kleinzelligen Waben saßen, die toten Bienenpuppen (Nadeltest) schneller als die Völker, die auf Standartzellgröße saßen. Auf diese Weise konnten wir zeigen, daß das hygienische Verhalten verstärkt werden kann, indem man Bienenvölker auf kleinzellige Waben bringt, auch ohne natürliche Selektion durch das Fehlen von Behandlung gegen Varroa destructor. Die praktische Anwendung dieses Verfahrens erfordert jedoch weitere Studien verschiedener Bienenpopulationen, da sie in der Intensität des hygienischen Verhaltens deutlich variieren können und vor allem auch in der Eignung variieren können, um auf kleinzelligen Waben gehalten werden zu können.
 
weiter lesen: http://resistantbees.es/?p=3757


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längere Lebensdauer kleinzelliger Bienen, eine wissenschaftliche Studie liefert den Beweis

#2783

Beitrag von bee »

hier ist eine wissenschaftliche Studie die beweist, dass durch die kleineren Zellen die Lebensdauer der Bienen verlängert wird.

Ein weiterer Punkt ist, dass kleinzellige Bienen eine viel längere Lebensdauer haben, 8 bis 12 Wochen (Ed&Dee Lusby). Die normalen, grosszelligen Bienen haben nur eine Lebenserwartung von 6 Wochen, die durch die Anwendung von Chemie im Bienenstock wie Varroabekämpfungsmittel etc, noch um einiges verkürzt wird. Die verlängerte Lebensdauer der Bienen resultiert in enorm starken Völkern und die zu verrichtende Arbeit im Stock kann von viel mehr Bienen erledigt werden, was eine Voraussetzung für ein gesundes Immunsystem ist. Immerwährender Stress, durch die gleiche Menge zu verrichtender Arbeit, mit zu wenigen Bienen, kratzt am Abwehrsystem der Bienen.


Den Zusammenhang zwischen Zellengröße, Lebensdauer der Bienen und hygienischem Verhalten erkläre ich im obigenVideo.

Warum leben die kleinzelligen Bienen länger?
Wir lernten dass die Bienen normal im Sommer 6 Wochen leben. Die Erfahrung zeigt heute, dass die Lebensdauer der Bienen, die in mit Chemie und Säuren behandelten Stöcken wohnen, erheblich kürzer ist. (Dr. Fernando Calatayud, Valencia)
Im Winterhalbjahr kann eine Biene mehr als 6 Monate leben.
Warum so lange?
Weil sie sich nicht durch so viel Arbeit erschöpfen muss.
Bei den kleinzelligen Bienen haben wir ein viel kompakteres Brutnest durch die kleinere Zellengröße und auch durch den kleineren Wabenabstand.
3 Zargen Langstroth kleinzelliger Bienen haben genausoviele Zellen wir 4 Zargen großzelliger Bienen.
Somit ist das Volumen des Brutnests entschieden geringer und es sind weniger Bienen für dieselbe Arbeit nötig.
hier ist eine wissenschaftliche Studie die beweist, dass durch die kleineren Zellen die Lebensdauer der Bienen verlängert wird.
Wir wissen nun, dass die Problematik unserer heutigen, bedrohten Bienenvölker durch zu viel Stress verursacht wird. Stessfaktoren sind die Krankheiten, die Chemie im Bienenstock, falsch angeordnete Waben, zu große Zellengrößen, nicht an die Umgebung angepasste Bienenrassen, kontaminiertes Wachs, zu viel oder zu wenig Drohnenbrut, zerstörte Mikrofauna, Imkerpraktiken die nicht bienengerecht sind wie zB Absperrgitter, Schwarmverhinderung, profitorientierte Zuchtauswahl, Wanderung, Fütterung mit künstlichen Nahrungsmitteln, Kunstpollen, Sirup etc etc.
Und wer zu viel Stress ausgesetzt ist, wird krank und sein Immunsystem wird entschieden geschwächt.
Die Bienen müssen sich bei den kleinzelligen Stöcken nicht immer bis zur absoluten Erschöpfung verausgaben, denn für dieselbe Arbeit sind weit mehr Bienen vorhanden. Sie leben länger.
Je größer der Stock wird, umso entspannter wird die Situation.
Putzverhalten, VSH, hygienisches Verhalten, kahlköpfige Brut ist alles dasselbe. Das kann man auch erzüchten, ist dann aber nicht stabil. Wenn das so wäre, dann hätten wir durch die jahrzehntelangen Resistenzzüchtungen schon viel größeren Erfolg haben müssen.
Eine weitere interesante Beobachtung, die ich bei Stöcken machte, die anfingen sich von selbst gegen die Milben zu wehren war, daß die Konsistenz und die Menge des Propolis sich änderte. Viel viel mehr Propolis und ungaublich klebrig. Aber nur in dieser Übergangszeit, später wurde es wieder normal in Menge und Beschaffenheit.


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Re: Diskussionsforum für alle

#2782

Beitrag von bee »

hallo Alex,
Alex 1001 hat geschrieben: Schön das du wieder online bist! Ich dachte schon der Vulkan hat dich verschluckt. Ich hoffe dir deiner Familie und den Bienen geht es gut Schöne Grüße Alex 
wir sind ganz im Norden, das Monster ist im Süden.
Wir bangen um Eugen, der auch hier im Arbeitskreis ist. Die Lawa ist an der Grundstücksgrenze und hat ihn vollkommen umrahmt.
Mehr als tausend Häuser niedergewalzt - es werden viele hier weg gehen müssen, denn die Lebensgrundlage ist weg.


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Re: Diskussionsforum für alle

#2781

Beitrag von Alex 1001 »

Schön das du wieder online bist! Ich dachte schon der Vulkan hat dich verschluckt. Ich hoffe dir deiner Familie und den Bienen geht es gut Schöne Grüße Alex 



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klarer Vorteil gegenüber den Varroen – verkürzte Brutdauer kleinzelliger Bienen

#2780

Beitrag von bee »

Um 24 Stunden verkürzte Brutdauer bei kleinzelligen Bienen
Es scheint, dass von 4,9mm nach unten die Bienen in ihr natürliches Gleichgewicht kommen. Bei 4,9mm und auf 32mm reduziertem Abstand zwischen den Waben, steigt die Temperatur im Nest, sodass wir einen Tag weniger Brutdauer bekommen. 20 statt 21 Tage, die Bienen laufen der Varroa davon. Das weiß natürlich die Milbe und geht im Sommer ausschließlich in die Drohnenbrut, weil sie sich in der Bienenbrut nicht vermehren kann. Die asiatische Biene cerana und die afrikanische, die keine Varroaprobleme haben, bauen kleine Zellen.
Beobachtungen von Michael Bush
Zeit bis zum Verdeckeln und verdeckelte Brutzeit und die Varroa
– 8 Stunden kürzere Zeit bis zum verdeckeln halbiert die Anzahl der Varroen die eine Brutzelle infizieren.
– 8 Stunden kürzere verdeckelte Zeit der Zellen halbiert die Anzahl der Varroanachkommen
Bushs Beobachtungen zum Verdeckeln und Schlupf bei 4,95mm Waben.
Ich habe bei kommerziell erhältlichen Carnicabienen und auch italienischen Bienen eine um 24h kürzere Zeit bis zum verdeckeln und eine um 24h kürzere verdeckelte Zeit der Brutzellen, beobachten können. Das war mit 4,95mm Zellengröße in einem Beobachtungsstock.
Bushs Beobachtung auf 4,95mm Zellengröße
– verdeckelt 8 Tage nach Eiablage – geschlüpft 19 Tage nach Eiablage


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Die Zellengröße der Bienen

#2779

Beitrag von bee »

Wer sagt uns, dass die Größe der auf den Mittelwänden imprägnierten Zellen das ist, was die Bienen brauchen?
Dee Lusby ist nach intensivstem Studium alter Imkerliteratur (vor 100 Jahren und mehr) darauf gekommen, dass das von uns benutzte Zellenmaß nicht mit dem übereinstimmt was die Biene braucht
Das Zellenmass ist ein äußerst entscheidender Faktor. Ich will sogar sagen, ohne das richtige Maß kann die Biene nicht harmonisch mit der Natur leben. Ein belgischer Professor Baudoux sagte vor 100 Jahren „grosse Zellen, grosse Bienen, viel Honig“ Er experimentierte mit Extremgrößen, klein und unglaublich gross und niemand weiß warum die Zellengrösse bei ca 5,4mm bis heute bei allen Mittelwänden bestehen blieb.

Es scheint dass von 4,9mm nach unten die Bienen in ihr natürliches Gleichgewicht kommen. Bei 4,9mm und auf 32mm reduziertem Abstand zwischen den Waben, steigt die Temperatur im Nest, sodass wir einen Tag weniger Brutdauer bekommen. 20 statt 21 Tage,die Bienen laufen der Varroa davon. Das weiß natürlich die Milbe und geht im Sommer ausschließlich in die Drohnenbrut, weil sie sich in der Bienenbrut nicht vermehren kann. Die asiatische Biene cerana und die afrikanische, die keine Varroaprobleme haben, bauen kleine Zellen.
Hier eine Karte wie groß die Zellen vor 100 Jahren waren, mit klick auf die Karte öffnet sich eine Vergrößerung.
Beobachtungen von Michael Bush
Zeit bis zum Verdeckeln und verdeckelte Brutzeit und die Varroa
–  8 Stunden kürzere Zeit bis zum verdeckeln halbiert die Anzahl der Varroen die eine Brutzelle infizieren.
– 8 Stunden kürzere verdeckelte Zeit der Zellen halbiert die Anzahl der Varroanachkommen
Bushs Beobachtungen zum Verdeckeln und Schlupf bei 4,95mm Waben.
Ich habe bei kommerziell erhältlichen Carnicabienen und auch italienischen Bienen eine um 24h kürzere Zeit bis zum verdeckeln und eine um 24h kürzere verdeckelte Zeit der Brutzellen, beobachten können. Das war mit 4,95mm Zellengröße in einem Beobachtungsstock.
Bushs Beobachtung auf 4,95mm Zellengröße
– verdeckelt 8 Tage nach Eiablage – geschlüpft 19 Tage nach Eiablage
sehr wichtig: Verkleinerung des Wabenabstands auf 32mm
Ein weiterer Punkt ist, dass kleinzellige Bienen eine viel längere Lebensdauer haben, 8 bis 12 Wochen. Die konventionalen, grosszelligen Bienen haben nur eine Lebenserwartung von 6 Wochen, die durch die Anwendung von Chemie im Bienenstock wie Varroabekämpfungsmittel etc, noch um einiges verkürzt wird. Die verlängerte Lebensdauer der Bienen resultiert in enorm starken Völkern und die zu verrichtende Arbeit im Stock kann von viel mehr Bienen erledigt werden, was eine Voraussetzung für ein gesundes Immunsystem ist. Immerwährender Stress, durch die gleiche Menge zu verrichtender Arbeit, mit zu wenigen Bienen, kratzt am Abwehrsystem der Bienen.
Dee Lusby hat herausgefunden dass die Zellengröße von 4,9mm die eigentliche Grundvoraussetzung dafür ist, dass das hygienische Verhalten VSH in Erscheinung tritt, dh die aktive Entferung der Varroen aus den infizierten Zellen. siehe Putztrieb VSH
Das Thema ist damit nur angesprochen und es fehlt viel zu erklären. Die Zellengröße ist nur ein Aspekt von vielen, die wir ändern müssen, um resistente Bienen zu erhalten.
Die Geschichte der Zellengrößen (Dee Lusby)
– Die erste künstliche Mittelwand wurde in Deutschland im Jahre 1842 von Gottlieb Kretschmer hergestellt.
– 1891 wurde in Belgien die künstliche Mittelwand eingeführt mit 920 Zellen pro dm² was etwa einer Größe zwischen 4,6 cm und 4,7 cm für 10 Bienenzellen entspricht.

– Professor U. Baudoux aus Belgien hat in Progress Apicole, im Juni 1893, in einen Artikel veröffentlicht, in dem er den Einsatz von größeren Zellen befürwortete. Er berief sich dabei auf von ihm ausgeführte Experimente. Offensichtlich wollte der Professor Baudoux Bienen mit außerordentlicher Kraft, die in der Lage wären, über eine längere Distanz zu fliegen und die fähig wären, eine Vielfalt von Blüten zu besuchen die bis dahin (und wahrscheinlich noch immer) unerreichbar waren für ihre Zungen.
– Er experimentierte mit Zellen bis an die Grenze von 750 Zellen pro dm² indem er Mittelwände dehnte. Derart animiert von seinen Experimenten, wollte er es noch besser machen „BIS ZUR GRENZE DES MÖGLICHEN“. (Genau hier begannen unsere heutigen Probleme mit parasitierenden Milben und deren Folgekrankheiten).
Professor Baudoux war derart erfolgreich mit seinen Schriften und Experimenten und so überzeugend, dass die Imkereizubehörindustrie damit begann, Mittelwände mit vergrößertem Zellmaß zu verkaufen, indem sie mit hervorragenden Resultaten warben. Die meisten dieser Arbeiten wurden in den zwanzigern bis 1930 und 1940 ausgeführt.
Das Ergebnis war, dass dieser Prozess, größer ist besser, mit den daraus resultierenden Verkauf, nie aufgehört hat und bis heute andauert. Mit dem Nachteil, dass Mittelwände heutzutage nur noch mit vergrößerten Zellmaßen verkauft werden (über die Grenzen dessen hinaus, was Professor Baudoux sich vorzustellen vermochte), jetzt der allgemeine Standard sind und bis zu einer Größe von 5,7cm für 10 Arbeiterinnenzellen benützt werden.
Zellengrößen der verschiedenen Bienenrassen (in Europa und USA zu groß durch Einsatz von Mittelwänden mit zu großen Zellprägungen)
Wie mißt man die Zellengröße?
Der Standart ist, 10 Zellen von Wandmitte bis Wandmitte zu messen und dann durch 10 zu teilen.
Dee Lusby: Ich würde sagen, dass die Ära der Probleme um das Jahr 1891 herum begann, mit der Einführung von künstlichen Mittelwänden, mit 920 Zellen pro Quadratdezimeter, was einer Größe zwischen 4,6cm und 4,7cm für 10 Arbeiteinnenzellen entspricht. Dort haben damals die Imker alle diese Zellengröße angenommen. Die damaligen Experten glaubten dass es am Besten wäre, möglichst viele Bienen auf kleinster Wabenfläche zu erhalten. Daraufhin wurde berichtet, dass in ganz Belgien die Zellen immer kleiner wurden und nach ein paar Jahren waren die Bienen in einem miserablen Zustand. (Man kann sagen, dass das damals genau das Gegenteil von dem war, was das heutige Problem ist, nämlich „größer ist besser“).
Um gegen diese äußerst gefährliche Tendenz anzugehen, wurde damals eine Idee geboren mit der Aussicht auf ein glorreiches Ende ( und wir sind heute immer noch davon betroffen). Ein gewisser Professor U. Baudoux, aus Belgien, wollte Bienen mit einer außergewöhnlicher Stärke züchten, die in der Lage waren, ihren Flugradius beim Trachtflug zu vergrößern und den Nektar verschiedenster Blüten zu erreichen, der bis dahin für ihre Zungen unerreichbar war (und wahrscheinlich immer noch ist).
Er experimentierte mit Zellengrößen bis hinauf zu 750 Zellen pro Quadratdezimeter, die er durch straffen der Mittelwände erreichte. Er war von den Erfolgen seiner Arbeit derart inspiriert dass er es immer noch besser machen wollte – ZU DEN GRENZEN DES MÖGLICHEN GEHEN (Hier haben unsere heutigen Probleme mit parasitierenden Milben und ihrer Folgekrankheiten begonnen)
Baudoux experimentierte mit verschiedensten Zellgrößen, vor allem mit 750, 740, 730, 710 und herunter bis 675 Zellen pro Quadratdezimeter. Er hat auch mit verschieden Arten der Zellmessung experimentiert und hat sein eigenes Messsystem dazu entwickelt.
(Unglücklicherweise wurde keine Umrechnungstabelle erstellt auf das Messsystem, das seit über 2000 Jahren angewendet wurde, sodass die Imker die Maße der beiden Systeme hätten anwenden können)

weiter lesen:
http://resistantbees.es/?p=3003


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Re: Diskussionsforum für alle

#2778

Beitrag von bee »

da haben wir ein paar interssante Themen für dich mit der Erfahrung von Markus:

viewtopic.php?f=161&t=1517
viewtopic.php?f=161&t=1394


einen schönen Tag
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Re: Naturbau

#2777

Beitrag von beefriendly »

benedikt d. hat geschrieben: sehr geehrter herr/frau,
toller bericht und äusserst informativer inhalt! bin ein grosser fan der von Ihnen beschriebenen sichtweise und glaube auch fest daran. ich selbst lebe in wien und habe mir im sommer ein bienenvolk auf meine dachterrasse gestellt. der korb wurd von mir aus lehm und weidengeflecht hergestellt und soll den bienen eine natürliche behausung übergeben, in der sie ausschliesslich in ihrem eigenen zyklus und system werken können, also wildbau. zurzeit sieht es so aus, als ob es den bienen gut geht!
ich würde mich sehr freuen wenn sie mir kurz ihre meinung dazu kund tun könnten.
mit freundlichen grüssen,

benedikt d.
Moin,

mein Plan ist es kleine Bienenhaeuser aus Lehm zu bauen in denen ich die Beuten auf Schubladenschienen herausholen kann um die Kontrollen durchzufuehren. Zum einen denke ich, dass die meisten Beuten zu duenne Aussenwaende haben und zum anderen hat Lehm die hervorragene Eigenschaft, Feuchtigkeit zu regullieren. Auch ist es elektrostatisch neutral und ein guter Waermespeicher.

Ich erhoffe mir dadurch, dass die Bienen im Sommer weniger die Luft zirkulieren muessen und im Winter weniger die Brut waermen muessen. Die Beuten werden mehrere Luftschlize bekommen.

Die Aussenwaende werden aus 12 Zentimeter dicken Lehmsteinen gebaut und das Dach aus Stroh, Lehm und Holz. Da der Standort fest ist, sollte das kein Problem sein. Meint Ihr, es koennte die Bienen entlasen?

Ich selber habe meine komplette Wohnung auf Lehm umgestellt und im Winter ist der Spiegel nach der heissen Dusche nicht mehr beschlagen. Auch die Kinder drehen in der Badewanne durch und die Lehmwand ist nass. Nach wenigen Minuten ist sie wieder furz-trocken.

VG



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