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wie wehren sich die kleinzelligen Bienen gegen die Varroa?

#2756

Beitrag von bee »

wie wehren sich die kleinzelligen Bienen gegen die Varroa?

Es gibt ja verschiedene Arten wie sich die kleinzelligen Bienen gegen die Varroamilben zur Wehr setzen können.

Gerade berichtet ein Kollege, dass er in zwei seiner kleinzelligen Stöcke extrem wenig Milben in der Brut finden kann, obwohl er nicht behandelt hat.
Letztes Jahr fand er im August in 20 Drohnenbrutzellen 4 von Milben besetzte vor und eine davon war sechsfach besetzt und es gab keine Nachkommen.
In 100 Bienenbrutzellen fand er zur selben Zeit 4 besetzte vor.
Und heuer bei den letzten Untersuchungen konnte er in 50 Zellen Bienenbrut keine Milben finden und in der Drohnenbrut in 20 Zellen nur eine Milbe.
Und das alles ohne jeglichen Behandlungen!

hier gehts weiter:
http://resistantbees.es/?p=4126

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klarer Vorteil gegenüber den Varroen – verkürzte Brutdauer kleinzelliger Bienen

#2755

Beitrag von bee »

Um 24 Stunden verkürzte Brutdauer bei kleinzelligen Bienen
Es scheint, dass von 4,9mm nach unten die Bienen in ihr natürliches Gleichgewicht kommen. Bei 4,9mm und auf 32mm reduziertem Abstand zwischen den Waben, steigt die Temperatur im Nest, sodass wir einen Tag weniger Brutdauer bekommen. 20 statt 21 Tage, die Bienen laufen der Varroa davon. Das weiß natürlich die Milbe und geht im Sommer ausschließlich in die Drohnenbrut, weil sie sich in der Bienenbrut nicht vermehren kann. Die asiatische Biene cerana und die afrikanische, die keine Varroaprobleme haben, bauen kleine Zellen.
Beobachtungen von Michael Bush
Zeit bis zum Verdeckeln und verdeckelte Brutzeit und die Varroa
– 8 Stunden kürzere Zeit bis zum verdeckeln halbiert die Anzahl der Varroen die eine Brutzelle infizieren.
– 8 Stunden kürzere verdeckelte Zeit der Zellen halbiert die Anzahl der Varroanachkommen
Bushs Beobachtungen zum Verdeckeln und Schlupf bei 4,95mm Waben.
Ich habe bei kommerziell erhältlichen Carnicabienen und auch italienischen Bienen eine um 24h kürzere Zeit bis zum verdeckeln und eine um 24h kürzere verdeckelte Zeit der Brutzellen, beobachten können. Das war mit 4,95mm Zellengröße in einem Beobachtungsstock.
Bushs Beobachtung auf 4,95mm Zellengröße
– verdeckelt 8 Tage nach Eiablage – geschlüpft 19 Tage nach Eiablage


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Verhaltensveränderung der Varroamilben – phoretische Varroen

#2754

Beitrag von bee »

ein Artikel von Erik Österlund der Bezug auf diesen Beitrag hier nimmt:
das Behandeln der Bienen gegen die Varroen führt zu einer erhöhten Reproduktionsrate der Milben (Treatment select for increased reproduction rate):
http://www.elgon.es/diary/?p=799


Bild


Hier war ein Imkertreff wo 2 Profiimker vom Festlandspanien auch über das Varroaproblem Vorträge hielten.
Da berichtete der eine daß sich die Verhaltensweisen der Varroen in den letzten 30 Jahren entschieden verändert haben.
Früher waren die phoretischen Varroen häufig auf dem Rücken der Bienen zu finden und jetzt bevorzugen sie die Brust der Bienen.
Somit können viele Varroen auf den Bienen sein und man sieht sie nicht so einfach.
Und das noch wichtigere ist daß früher ca 2/3 der Varroen sich in den Brutzellen aufhielten und ein drittel auf den Bienen phoretisch waren. Das hat sich auch schrittweise verändert und jetzt sollen es 85% in der Brut sein und nur 15% auf den Bienen.
Das ist ungeheur wichtig auch für uns.
Bei der Puderzuckerbehandlung sind wir von dem Drittel ausgegangen die auf den Bienen sind und jetzt sollen es weniger als die Hälfte davon sein. Dann kann das nicht mehr so funktionieren.
Fazit:
Oxalsäure und Chemiebehandlung der Bienenstöcke bei vorhandener Brut wird immer erfolgloser.
Einzige Lösung ist, dass sich die Bienen aus eigener Kraft wehren.


Quelle:
Manuel Izquierdo, Profiimker, Biologe an der Uni Sevilla, internationaler Repräsentant der Vereinigung COAG (Koordinator der Organisationen der Landwirte und Viehzüchter)


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neues Konzept zum umstellen der Bienen auf kleine Zellen

#2753

Beitrag von bee »

neues Konzept zum umstellen auf kleine Zellen für Anfänger, Fortgeschrittene und Profis
Es wurde nun ein neuer Plan geboren, wie wir vorgehen können, um dem Anfänger und auch dem Profi es zu ermöglichen erfolgreich mit kleinzelligen Bienen arbeiten zu können, ohne die Notwendigkeit von Behandlungen gegen Varroa etc.
Erik Österlund versicherte uns seine Mitarbeit in Bezug auf orientierender Hilfestellungen. Ich werde ihm alle unsere Projekte zukommen lassen, im Verlauf des Entstehens, damit er seine Erfahrungen mit einbringen kann.
Die größte Problematik scheint die Existenz einer sehr großen Dichte von großzelligen Stöcken im deutsch/österreichisch/schweizerischem Raum zu sein.
Christian berichtete dass die Migration von Varroamilben bei kleinzelligen Stöcken sehr gering ist, jedoch bei der Anwesenheit von großzelligen ist sie augenscheinlich sehr hoch.
Dies kann all unsere Anstrengungen ohne Behandlungen auszukommen äußerst erschweren, erstens durch die Anwesenheit von vielen großzelligen Bienen in unseren kleinzelligen Stöcken und natürlch vor allem durch die Migration von Milben.
Wie kommen wir zu dieser Migration, das heisst wie kommen die Milben der Nachbarn, die großzellige Bienen haben, in unsere Stöcke?
Da sich ja unsere kleinzelligen Bienen gegen die Milben aktiv zur Wehr setzen durch das hygienische Verhalten und sich die Varroen vor allem auf die Drohnenbrut bei den kleinzelligen Bienen konzentrieren, haben wir von Haus aus weniger Infektion in unseren Stöcken als in den großzelligen.
Das verbessert sich laufend wenn wir uns an die Richtlinien halten.
Dadurch dass sich die Bienen aber innerhalb nahliegender Stöcke austauschen, sogar bei größeren Entfernungen, werden wir laufend mit einer Wiederinfizierung von fremden großzelligen Stöcken zu rechnen haben, denn dort geht die Vermehrung der Milben viel flotter voran.
Dazu kommt das Problem der Varroaschwärmchen, die aus zusammenbrechenden Völkern ausziehen und mit relativ wenigen Bienen viele Varroen mit sich tragen und sich in andere Völker einbetteln können.
Und vor allem natürlich die Problematik der Räuberei. Nicht nur die massive Räuberei, sondern auch die stetige Räuberei.
Die Bienen räubern konstant wenn sie können. Eine richtige massive Räuberei sieht jeder, aber eine stetige sieht man nicht so einfach. Wenn da großzellige Stöcke im Umkreis von 3km stehen, dann ist es sehr wahrscheinlich daß auch unsere kleinzelligen Bienen, auch wenn sie genügend Futter haben, in die anderen Stöcke rein gehen. Das kommt vor allem bei bei Trachtlosigkeit. Warum sie das machen ist ein anderes Thema, wozu ich meine besonderen Erklärungen habe, aber daß sie es machen steht außer Frage.
Den Beweis haben wir hier.
Das führt dazu dass unsere kleinzelligen Stöcke mehr gefordert sind und mehr Milben ausputzen müssen. Doch beim ausputzen müssen sie meist ihre eigen Brut ausfressen um an die in den verdeckelten Brutzellen versteckten Varroen zu gelangen. Damit schwächen sie sich und es ist klar –
Je stärker die Reinvasion desto geringer die Überlebenschancen.
Aus diesem Grund schlagen wir natürlich vor Stände zu suchen, die möglichst weit weg sind von anderen Bienen. Doch das ist oft sehr schwierig zu finden.
Nun kommt noch eine Problematik hinzu, die sowohl auf den Profi als auch auf den Anfänger zutrifft.
Und das ist die Tatsache dass niemand es bisher gelernt hat mit Bienen umzugehen, die sich aus eigener Kraft, ohne die Hilfe von Behandlungen, gegen die Milben zu wehren.
Das heisst wir müssen das Verhalten dieser Bienen studieren, um frühmöglichst Anzeichen von Krisen erkennen zu können, um dann rettend eingreifen zu können. Das hygienische Verhalten tritt immer auf, doch meist zu spät und die Bienen müssen erst lernen sich frühzeitig gegen die Varroen zur Wehr zu setzen. Erik geht von 5 Jahren aus und ich denke dass wir dies durch die Arbeit mit Ablegern ziemlich verkürzen können.
Nun ist es ziemlich aussichtslos an Plätzen mit hoher Bienendichte mit kleinen Zellen anzufangen.
Somit müssen wir in Zonen mit geringer Dichte ausweichen.
Und wo gibt es weniger konventionelle Bienen?
An Stellen wo es wenig Tracht gibt.
Wir mussten das auch machen zu Beginn um größere Aussicht auf Erfolg zu haben.
Doch können die Bienen sich an solchen nicht trachtlosen, doch trachtbeschränkten Plätzen, entwickeln?
Schwierig, doch die Problematik der Wiederinfizierung hält sich in Grenzen.
Und wie können wir dieses Manko ausgleichen?
Indem wir einfach gleichzeitig mit konventionellen Bienenstöcken arbeiten und die haben wir an Ständen mit guter Tracht. Somit können wir auf diese Stöcke zurückgreifen wenn wir Honig für unsere kleinzelligen Stöcke brauchen und auch wenn wir Bienenmaterial benötigen.
Die kleinzelligen können uns gut gebaute Waben im 4,9mm Maß liefern, die an den Plätzen wo wenig Tracht ist viel besser diese Waben ausbauen werden. Mit diesen Waben und den großzelligen Bienen machen wir Ableger und können somit den Bestand an kleinzelligen erweitern.
Aber wie führen wir die großzelligen Bienenstöcke?
Da ja fast alle die 5,1mm Mittelwände ausbauen können, denn der wahre Knickpunkt ist der Schritt von 5,1 zu 4,9, werden wir unsere großzelligen auf 5,1mm führen, was schon mal ein guter Schritt ist.
Dann behandeln wir alle 2 bis 3 Wochen mit Puderzucker und können somit die Varroen auf gleichem level halten. Durch den Fall der Milben bei den Puderzuckerbehandlungen sind wir immer auf dem laufenden ob wir eine größere Wiederinfizierung von aussen haben.
Tatsache ist einfach dass wir dadurch viel mehr Luft haben und uns darauf konzentrieren können von den kleinzelligen Bienen zu lernen wie sie sich verhalten. Dabei ist es unverzichtlich das System der Ableger bei den kleinzelligen zu beherzigen.
Die großzelligen führen wir weiter, so wie wir es immer schon gemacht haben, im Notfall auch mit Thymolbehandlung. Auf Oxalsäure und Chemie würde ich aus jeden Fall verzichten, denn das sind Zeitbomben.
Aber wo sind diese Stände mit wenig Tracht, denn wo wenig Tracht – wenig Imker.
Wir diskutierten und fanden die Möglichkeiten von Waldgegenden mit Lichtungen wo es zB Brombeeren etc gibt. Da seid ihr gefordert Lösungen zu finden. Es gibt sie, eventuell etwas weiter weg, aber dort werdet ihr erfolgreich eure kleinzelligen Erfahrungen machen können.
Wie geht’s aber später weiter?
Die Idee ist dass wir mehr Imker im Umkreis finden die mit einsteigen und im Laufe der Zeit werden wir Zonen finden, wo kaum mehr großzellige Bienen sein werden. Die Krise schreitet schnell voran und mir wurde schon von fast bienenfreien Zonen berichtet, weil die Stöcke einfach schon alle zusammenbrachen.
Wir müssen uns auch darauf konzentrieren effektiv zusammen zu arbeiten und Aufgaben zu verteilen.
So kann ein Imker der geeignete Standorte hat dort ausgewählt Königinnen begatten und sie den Kollegen liefern, die an genetisch aussichtslos verseuchten Gebieten imkern. Im Gegenzug können diese ausgebaute kleinzellige Waben erhalten etc etc. So machen wir das hier auch.
Wie geht also der Anfänger vor?
Da der Neuling erst mal den Umgang mit den Bienen zu erlernen hat, sollte er mit ganz normalen Bienenstöcken anfangen. Dabei kann er auf die Hilfe von konventionellen Imkern zurückgreifen, denn wenn man unser System erwähnt stößt man meistens auf Ablehnung. Mittelwände werden mit 5,1mm Zellgröße verwendet aus rückstandsfreiem Wachs. Seine Stöcke behandelt er mit Puderzucker alle 2 bis 3 Wochen und hält somit die Varroen auf dem selben Stand. Diese Stöcke können überall stehen, egal ob andere in der Nähe sind, nur sollte gute Tracht herrschen. Gleichzeitig kann er sich dann an die kleinen Zellen wagen, aber an einem entfernten Stand, der möglichst weit weg ist von großzelligen Bienen. 3 Kilometer wäre nicht schlecht. Und hier im Forum werden wir ihn unterstützen.
Und nicht vergessen am Anfang nur mit Ablegern arbeiten – keine großen Stöcke.
Wie geht der Fortgeschrittene vor?
Der Imker der schon allerlei Erfahrung hat mit seinen Bienen, sollte seine Stöcke genauso weiterführen wie gewohnt – zunächst. Nur kann er schrittweise auf 5,1mm Zellmaß umstellen und Behandlungen mit weniger schädlichen Methoden durchführen. Er kennt die guten Trachtplätze und den erfolgreichen Umgang mit seinen Bienen.
Nun sucht er sich einen entfernten Stand und beginnt dort mit den kleinen Zellen. Da er schon geübt ist, ist das arbeiten mit Ablegern ein Kinderspiel. Nun sollte er versuchen mehrere Stände anzulegen, die nicht sehr weit voneinander entfernt sein müssen – 100m ist schon gut. Das arbeiten mit den Ablegern wird so lange fortgesetzt bis wir sehen dass 80% von alleine überleben. Dann können wir uns an große Stöcke wagen.
Wie schon gesagt werden die kleinzelligen Stöcke an trachtarmen Plätzen viel einfacher die 4,9mm Mittelwände ausbauen und hier können wir regelrecht eine Wabenfabrik aufmachen. Die Ableger produzieren ausgebaute Waben, mit denen wir dann die großzelligen Bienen nach und nach umstellen können.
Hier erlernt er den Umgang mit Bienen die sich von alleine gegen die Krankheiten wehren und erkennt die Anzeichen von Problemen.
Die großzelligen Völker liefern unbelasteten Honig der den kleinzelligen gegeben werden kann dass sie an den nicht so guten Ständen gut gedeihen können.
Und was macht der Profi?
Er lebt ja von seinen Bienen und deshalb muss er mehr denn ja so weiter machen wie bis jetzt.
Eigentlich alles dasselbe wie beim Fortgeschrittenen, nur wird das bei ihm viel flotter ablaufen.
Er ist durch sein Können und die Erfahrung viel schneller imstande den Aufbau von einigen separaten
Bienenständen aufzubauen, die möglichst weit weg sind von anderen großzelligen Stöcken. Auch verfügt er über genügend Futter um die Ableger zu versorgen. Auch kann er viel einfacher Zuchtauswahl und Königinnenzucht betreiben, denn das macht er ja eh schon.
Das Wichtigste aber ist: Auf keinen Fall einen Großteil seiner Völker sofort umstellen, das muss Schritt für Schritt gehen, denn vor allem ER muss ja das neue Management erlernen mit Bienen ohne Behandlung umzugehen. Auf keinen Fall sollte er sofort mit großen Stöcken beginnen, sondern auch mit Ablegern arbeiten, bis er bei den Bienen sehen kann dass sie sich erfolgreich verteidigen, ohne Behandlungen.
Auf das wandern sollte man unbedingt verzichten bei den kleinzelligen Stöcken.
Auf jeden Fall sollten wir uns unbedingt bei den kleinzelligen Völkern auf die Erfahrungen der Imker , stützen, die am meisten wissen über Resistenzzucht. Das ist in der Studie von Erik zusammengefasst und dort wird genau erklärt wie man vorgehen soll.
Und hier noch eine Zusammenfassung einiger Tips.
Das sind jetzt mal die Grundgedanken – die Feinheiten müssen wir hier ausdiskutieren, am besten dann in drei verschiedenen Foren – Anfänger – Fortgeschrittene – Profis.


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Anleitung zum züchten Varroa resistenter Bienen

#2752

Beitrag von bee »

Bild
auf dem Bild von links: Erik Österlund (Schweden), ein Freund, Ed Lusby (Arizona USA), Hans-Otto Johnsen (Norwegen) am bee rock USA
Bild deutsche Übersetzung der Studie von Erik Österlund über Varroa resistente Bienen (übersetzt von Sibylle und Wolfgang, vielen Dank)
Jetzt möchte ich euch eine sehr interessante und für uns überaus nützliche Studie über kranheitsresistente Bienen näherbringen. Wie schon erwähnt ist Erik, aus Schweden, einer von uns der am meisten Erfahrung hat im Umgang mit kleinzelligen Bienen. Der linke ist Erik Österlund , der neben ihm ein mir unbekannter Texaner?!, dann Ed Lusby, der Begründer unseres Systems und Hans-Otto Johnson, Norwegen, mit 600 kleinzelligen Bienenstöcken.
Erik kam nun auf eine geniale Idee in den 90er Jahren. Damals gab es weltweit schon einige Imker, die es geschafft hatten, resistente Bienen zu züchten. Er schrieb nun diesen Kollegen seine Erfahrung, mit der Bitte ihm auch ihre Erfahrungen zu schildern. Die zugrunde liegende Idee war folgende: Wenn die alle es geschafft hatten, oder teilweise geschafft hatten, Bienen zu züchten die sich von selbst gegen die Krankheiten wehrten, so muß in allen diesen Formen der Haltung etwas Wahres sein. Und damals war des Internet noch nicht so verbreitet wie heute und diese Imker hatten kaum Kontakt zueinander – folglich hatte das ein Jeder auf seine Art erreicht. Erik sagte sich also – wenn wir aus all den verschiedenen Erfahrungen eine Zusammenfassung machen, müßten wir sehr nützliche Richtlinien zusammenstellen können, wie ein Jeder kranheitsresistente Bienen erhalten kann. Und diese Zusammnefassung gibt’s seit dem Jahr 2004 – und wer kennts? fast keiner. Irgendwie scheint es mir, daß sie es nicht wissen wollen.
Hier kann man die Studie lesen – aber sie ist in englisch, hier auf deutsch und auf spanisch.
Zusammenfassung der Erfahrungen der erfolgreichsten Imker im Umgang mit Varroa resistenten Bienen.
Verfasst von Erik Österlund – übersetzt von Wolfgang K. (vielen herzlichen Dank)
Bild
Einführende Studie zur Züchtung Varroa resistenter Bienen
Abschlussbericht 2004 von Tore Forsman, Per Ideström und Erik Österlund vom Schwedischen Imkerverband
Inhalt
  • Einführung in den vorläufigen Bericht
  • Einführung in den Abschlussbericht
  • Konzept Honigbienen Apis Mellifera zu züchten, welche keine Behandlung gegen die Milbe Varroa Destructor benötigen
    • Das Ziel
    • Methoden
    • Einige Grundlagen
    • Wabengrösse
    • Mikrofauna und Milbenbekämpfungsmittelrückstände im Wachs
    • Verwendete Methoden zur Milbenkontrolle
    • Verwendete Zuchtmethoden
    • Beschreibung von Bienenstöcken mit überdurchschnittlicher Resistenz
    • Grundlegende Umweltaspekte
    • Zusammenfassung der verwendeten Methoden
    • Reinrassige Bienen
    • Hybridbienen
    • Empfohlene Methoden
    • Ein einfaches Rezept
    • „Angekommen“ (am Ziel)
    • Schlussfolgerung
  • Anmerkungen zum vorläufigen Bericht
  • Einige Themen aus den Kommentaren
  • Liste der Dokumente im vorläufigen Bericht
1) Einführung in den vorläufigen Bericht
Das Ziel dieser Studie ist es, ein Konzept zu präsentieren, wie man Bienen bekommt, die man ohne Verwendung von Chemikalien gegen die Varroa Milbe halten kann. Dieses Konzept wird nicht als „die Wahrheit“ vorgestellt. Es wird als ein mögliches Konzept vorgestellt, welches von Wissenschaftlern und Imkern getestet werden kann, und entweder bestätigt oder widerlegt wird.
Als Grundlage haben wir Dokumentationen verwendet, die Erfolge in diesem Gebiet geltend machen. Wir behandeln diese Dokumentationen als ob sie die Wahrheit wiedergeben würden. Wir können nicht wirklich herausfinden, ob sie die Wahrheit wiedergeben.
Jene, welche das von uns vorgestellte Konzept als nützlich erachten, helfen uns hoffentlich Teile oder auch die ganze Dokumentation zu bestätigen oder zu widerlegen.
Vieles in dieser Dokumentation ist nicht streng wissenschaftlich, so wie solch eine Veröffentlichung heutzutage präsentiert wird. Es ist eher eine Dokumentation bestehend aus Einzelberichten und Anhaltspunkten. Da es aber so wenige wissenschaftliche Tests gibt die sich ernsthaft mit dieser Materie befassen, müssen wir auch solche Einzelberichte berücksichtigen um das Gebiet umfassend abzudecken. Zumal solche Einzelberichte gar nicht so unnütz sind um eine Grundlage für Schlussfolgerungen zu bilden. Schlussfolgerungen werden im Hinblick auf, wie diese Dokumentation eine Hypothese bzw. eine Theorie bestätigt oder widerlegt, gezogen. Diese Schlussfolgerungen werden gezogen um weitere Nachforschungen in dieser Angelegenheit zu ermöglichen. Die Dokumentation wird vielleicht auch Ideen für weitere Überprüfungen oder Anpassungen der Hypothese oder Theorie geben. Zudem ist die Grenze zwischen den Einzelberichten und Tests welche als wissenschaftlich gelten, fliessend. Natürlich ergibt ein streng wissenschaftlicher Test eine bessere Grundlage für eine bessere Schlussfolgerung.
Dass Einzelberichte, welche einen grossen Bereich abdecken, eine gute Grundlage für brauchbare Schlussfolgerungen bieten, beweist die Tatsache, dass kein einziger streng wissenschaftlicher Test vorliegt, der die Schlussfolgerung ergibt, dass afrikanisierte Bienen widerstandsfähiger gegen die Varroa Milbe (oder die Varroa Milben) sind. Jedoch stimmen alle Beteiligten zu, dass es so ist. Der Grund ist die überwältigende Präsentation von überlebenden und gedeihenden Bienenstöcken über die Jahre hinweg. Dennoch scheint es dass diese Schlussfolgerung nicht für jeden einzelnen Bienenstock aus der Gruppe die man als die „Afrikanisierten“ bezeichnen würde, gilt. Das ist nicht verwunderlich, da es in jedem Bienenbestand Unterschiede gibt.
Dies ist natürlich auch der Fall wenn es um andere Bienenarten geht, welche als höher varroaresistent als die durchschnittliche Apis Mellifera von heutzutage bezeichnet werden. Wenn diese Schilderungen wahr sind, was wir in dieser Studie als selbstverständlich erachten, werden Andere (Imker, Wissenschaftler) unter anderen Rahmenbedingungen ähnliche Erfahrungen machen. Die Realität wird dies hoffentlich bestätigen oder widerlegen.
Falls all diese Einzelberichte die Wahrheit wiedergeben, müssen sie übereinstimmen. Dies bedeutet, dass falls Teile in ihnen einander zu widersprechen scheinen, es eine Möglichkeit geben muss sie so zu interpretieren oder so zu verstehen, dass sie dennoch übereinstimmen. Es könnte bedeuten, dass wir ein wichtiges Teil im Verständnis dieses Themas übersehen haben. Falls es andererseits unmöglich scheint, alle Beiträge zur Übereinstimmung zu bringen, kann dies bedeuten dass Teile von einem oder mehreren Beiträgen, ja sogar ganze Beiträge nicht wahr sind. Falls dies der Fall ist, muß irgendwer kleinere oder grössere Lügen schreiben. Dies halten wir allerdings für unwahrscheinlich da unter anderem diese Beiträge in vielen Bereichen offensichtlich übereinstimmen. Zudem haben wir viele der Menschen hinter diesen Beiträgen kennengelernt und halten es für unwahrscheinlich, dass sie uns Lügen aufgetischt haben.
Wir sind davon überzeugt dass die Berichte, welche uns als Grundlagen vorgestellt wurden, in allen wichtigen Details übereinstimmen. Das ergibt interessante Schlussfolgerungen, warum manche mehr Probleme mit einem bestimmten Konzept haben als andere. Es ist uns bewusst, dass es möglicherweise Rahmenbedingungen gibt welche wir zu wenig betont oder sogar übersehen haben. Wir hoffen dass andere diese, von uns übersehenen Lücken füllen können.
Schlussendlich wird die Realität (Praxis) uns zeigen, ob das hier vorgestellte Konzept irgendwelche positiven Ergebnisse für die Imker und die Bienen selbst bringt. Auf jeden Fall ist das genau der Zweck dieser Studie.
Tore Forstmann, Per Ideström und Erik Österlund
weiter lesen:
http://resistantbees.es/?p=3094


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Online Stockkarte für behandlungsfreie Bienenhaltung

#2751

Beitrag von bee »

Da ja nun einige Imker dieses Jahr mit der Umstellung auf das System der kleinzelligen Bienen beginnen, ist es sehr wichtig sie gut anzuleiten. Um das aber machen zu können muss derjenige, der zu Rat gezogen wird, möglichst viele relevante Daten der einzelnen Stöcke haben. Und das vor allem von Anfang an, um beim Auftauchen von Problemen die Entwicklung der Problematik nachvollziehen zu können.
Dazu benötigen wir eine Art Stockkarte, wo aber vor allem die speziell wichtigen Daten in Bezug auf die kleinzelligen Bienen aufgelistet sind. Ich persönlich notiere alles in einem Laptop, ein Toughbook, das immer dabei ist. Dazu haben wir die optimale Software, ein Excel Programm (Dank an Felix), welches speziell für unsere Bedürfnisse programmiert wurde.
Nun wie machen wir das aber wenn derjenige, der Hilfestellung geben will, weit weg ist?
Da wurde die Idee einer Online Stockkarte geboren, die über das Internet von überall aus erreichbar ist. Und in unserem Arbeitskreis gibt es einen speziellen Praktikerbereich, in dem online Hilfestellungen gegeben werden können. Das läuft nun schon ein paar Jahre und klappt wunderbar.
Ohne dieses Werkzeug ist es praktisch unmöglich richtige Diagnosen zu stellen und richtig zu reagieren in Problemfällen. Wie funktioniert die online Stockkarte?
Online Stockkarte – Erklärung
Wir möchten nun aber auch KLEINZELLENIMKER außerhalb des Arbeitskreises ermöglichen mit unserem neu programmierten Excel VBA STOCKKARTENSYSTEM zu arbeiten.
Näheres erfahren Sie hier:
Exklusiv von ResistantBees – Excel Programm – online Stockkarte
neues update von Felix (29.9.2107):
hallo liebe Bienenfreunde,
hier möchten wir Ihnen eine neue Version V8-4 unseres Stockkartensystems präsentieren. Es wurde einiges daran gearbeitet seit der Veröffentlichung der V7, die ja schon längere Zeit zum Herunterladen bereitgestellt wurde. Das Highlight stellt in der V8-4 jetzt sicher die neue graphische Standortverwaltung, sowie die ToDo-Liste dar. Nehmen Sie sich doch jetzt außerhalb der Bienensaison diese 20min Zeit und schauen Sie sich das Kurzvideo an:
Viel schreiben wollen wir jetzt hier nicht. Wir haben für die V8-4 einige Tutorial Videos gedreht, und auch ein Video, in dem wir Ihnen das Stockkartensystem ganz kurz und bündig in 20 min näher bringen möchten:
https://www.youtube.com/channel/UC66QaV5Jo4ddHhxVubQAn-Q/videos
Weitere Informationen hier auf der Stockkartenwebsite. http://stockkarte.resistantbees.com/
neues update von Felix (Oktober 2016):
Hallo liebe Bienenfreunde Bild ,
in der letzten Zeit haben wir unser Stockkartensystem nochmal etwas verfeinert/verbessert und eine Version V7 zusammengestellt Bild .
Die Neuerungen und Verbesserungen haben wir in diesem Video und auch in der Bedienungsanleitung erklärt:
https://www.youtube.com/watch?v=A_jIQx6JIY8
Auch den Erwerb des Stockkartensystems haben wir geändert. Bisher war es ja so das man bei Interessenbekundung ein Testversion mit einer begrenzten Laufzeit erhalten hat. Nach Ablauf dieser Laufzeit konnte man das Stockkartensystem dann für 50€ käuflich erwerben was ich nicht als zu hohen Betrag für den Aufwand den wir dafür getrieben haben sehe.
Wir haben das System nun eine komplette Bienensaison erfolgreich im Einsatz gehabt und getestet. Ich bin nun der Meinung das sich das System mehr verbreiten soll und möchte da die Kaufhemmschwelle die da einige bzgl. den 50€ hatten ausschalten.
Wir bieten das Stockkartensystem nun kostenlos zum herunterladen (Download) an.
Ich hoffe damit ResistantBees und in ersterlinie natürlich den Bienen helfen zu können Bild .
Ich halte nämlich nichts von „Geheimniskrämerei“, sondern bin für die Offenlegung von angesammeltem Wissen. Je mehr diesem Beispiel folgen, desto eher kommen wir gemeinsam weiter, um die großen Herausforderungen der Zukunft besser bewältigen zu können Bild .
Wenn ihr mit dem Stockkartensystem gearbeitet habt und es für gut befindet, so das ihr es als Werkzeug bei der Arbeit mit den Bienen einsetzen könnt, so habe ich für die diejenigen Menschen die dafür einen kleinen Obolus abgeben möchten, auf der Stockkartenseite beim herunterladeneinen Spendenknopf eingerichtet, mit dem ihr eine Spende als Entschädigung für die Entwicklung dieses Systems abgeben könnt.
Ich bedanke mich schon im Voraus dafür, und versichere das Geld Sinnvoll in die Arbeit der kleinzelligen Bienen zu Investieren.
Weitere Infos findet ihr und auf folgender dafür eingerichteter Website:
http://stockkarte.resistantbees.com/
LG
Felix


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Studie: Die Größe der Brutzellen der Biene Apis Mellifera ändert das Fortpflanzungsverhalten von Varroa Destructor.

#2750

Beitrag von bee »

Diese Studie ist der erste Bericht, dass die Zellgröße die Vermehrung von Varroa destructor einschränken kann. Darüber hinaus konnten wir zeigen, dass ein Aspekt der physischen Umgebung die Fortpflanzungsverhalten dieser Parasiten modulieren können, was zu neuen Hypothesen führt über die Beziehungen zwischen Ernährung und Fortpflanzungserfolg der Milben.

http://resistantbees.es/?p=3788



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Die Zellengröße der Bienen

#2749

Beitrag von bee »

Wer sagt uns, dass die Größe der auf den Mittelwänden imprägnierten Zellen das ist, was die Bienen brauchen?
Dee Lusby ist nach intensivstem Studium alter Imkerliteratur (vor 100 Jahren und mehr) darauf gekommen, dass das von uns benutzte Zellenmaß nicht mit dem übereinstimmt was die Biene braucht
Das Zellenmass ist ein äußerst entscheidender Faktor. Ich will sogar sagen, ohne das richtige Maß kann die Biene nicht harmonisch mit der Natur leben. Ein belgischer Professor Baudoux sagte vor 100 Jahren „grosse Zellen, grosse Bienen, viel Honig“ Er experimentierte mit Extremgrößen, klein und unglaublich gross und niemand weiß warum die Zellengrösse bei ca 5,4mm bis heute bei allen Mittelwänden bestehen blieb.

Es scheint dass von 4,9mm nach unten die Bienen in ihr natürliches Gleichgewicht kommen. Bei 4,9mm und auf 32mm reduziertem Abstand zwischen den Waben, steigt die Temperatur im Nest, sodass wir einen Tag weniger Brutdauer bekommen. 20 statt 21 Tage,die Bienen laufen der Varroa davon. Das weiß natürlich die Milbe und geht im Sommer ausschließlich in die Drohnenbrut, weil sie sich in der Bienenbrut nicht vermehren kann. Die asiatische Biene cerana und die afrikanische, die keine Varroaprobleme haben, bauen kleine Zellen.
Hier eine Karte wie groß die Zellen vor 100 Jahren waren, mit klick auf die Karte öffnet sich eine Vergrößerung.
Beobachtungen von Michael Bush
Zeit bis zum Verdeckeln und verdeckelte Brutzeit und die Varroa
– 8 Stunden kürzere Zeit bis zum verdeckeln halbiert die Anzahl der Varroen die eine Brutzelle infizieren.
– 8 Stunden kürzere verdeckelte Zeit der Zellen halbiert die Anzahl der Varroanachkommen
Bushs Beobachtungen zum Verdeckeln und Schlupf bei 4,95mm Waben.
Ich habe bei kommerziell erhältlichen Carnicabienen und auch italienischen Bienen eine um 24h kürzere Zeit bis zum verdeckeln und eine um 24h kürzere verdeckelte Zeit der Brutzellen, beobachten können. Das war mit 4,95mm Zellengröße in einem Beobachtungsstock.
Bushs Beobachtung auf 4,95mm Zellengröße
– verdeckelt 8 Tage nach Eiablage – geschlüpft 19 Tage nach Eiablage
sehr wichtig: Verkleinerung des Wabenabstands auf 32mm
Ein weiterer Punkt ist, dass kleinzellige Bienen eine viel längere Lebensdauer haben, 8 bis 12 Wochen. Die konventionalen, grosszelligen Bienen haben nur eine Lebenserwartung von 6 Wochen, die durch die Anwendung von Chemie im Bienenstock wie Varroabekämpfungsmittel etc, noch um einiges verkürzt wird. Die verlängerte Lebensdauer der Bienen resultiert in enorm starken Völkern und die zu verrichtende Arbeit im Stock kann von viel mehr Bienen erledigt werden, was eine Voraussetzung für ein gesundes Immunsystem ist. Immerwährender Stress, durch die gleiche Menge zu verrichtender Arbeit, mit zu wenigen Bienen, kratzt am Abwehrsystem der Bienen.
Dee Lusby hat herausgefunden dass die Zellengröße von 4,9mm die eigentliche Grundvoraussetzung dafür ist, dass das hygienische Verhalten VSH in Erscheinung tritt, dh die aktive Entferung der Varroen aus den infizierten Zellen. siehe Putztrieb VSH
Das Thema ist damit nur angesprochen und es fehlt viel zu erklären. Die Zellengröße ist nur ein Aspekt von vielen, die wir ändern müssen, um resistente Bienen zu erhalten.
Die Geschichte der Zellengrößen (Dee Lusby)
– Die erste künstliche Mittelwand wurde in Deutschland im Jahre 1842 von Gottlieb Kretschmer hergestellt.
– 1891 wurde in Belgien die künstliche Mittelwand eingeführt mit 920 Zellen pro dm² was etwa einer Größe zwischen 4,6 cm und 4,7 cm für 10 Bienenzellen entspricht.

– Professor U. Baudoux aus Belgien hat in Progress Apicole, im Juni 1893, in einen Artikel veröffentlicht, in dem er den Einsatz von größeren Zellen befürwortete. Er berief sich dabei auf von ihm ausgeführte Experimente. Offensichtlich wollte der Professor Baudoux Bienen mit außerordentlicher Kraft, die in der Lage wären, über eine längere Distanz zu fliegen und die fähig wären, eine Vielfalt von Blüten zu besuchen die bis dahin (und wahrscheinlich noch immer) unerreichbar waren für ihre Zungen.
– Er experimentierte mit Zellen bis an die Grenze von 750 Zellen pro dm² indem er Mittelwände dehnte. Derart animiert von seinen Experimenten, wollte er es noch besser machen „BIS ZUR GRENZE DES MÖGLICHEN“. (Genau hier begannen unsere heutigen Probleme mit parasitierenden Milben und deren Folgekrankheiten).
Professor Baudoux war derart erfolgreich mit seinen Schriften und Experimenten und so überzeugend, dass die Imkereizubehörindustrie damit begann, Mittelwände mit vergrößertem Zellmaß zu verkaufen, indem sie mit hervorragenden Resultaten warben. Die meisten dieser Arbeiten wurden in den zwanzigern bis 1930 und 1940 ausgeführt.
Das Ergebnis war, dass dieser Prozess, größer ist besser, mit den daraus resultierenden Verkauf, nie aufgehört hat und bis heute andauert. Mit dem Nachteil, dass Mittelwände heutzutage nur noch mit vergrößerten Zellmaßen verkauft werden (über die Grenzen dessen hinaus, was Professor Baudoux sich vorzustellen vermochte), jetzt der allgemeine Standard sind und bis zu einer Größe von 5,7cm für 10 Arbeiterinnenzellen benützt werden.
Zellengrößen der verschiedenen Bienenrassen (in Europa und USA zu groß durch Einsatz von Mittelwänden mit zu großen Zellprägungen)
Wie mißt man die Zellengröße?
Der Standart ist, 10 Zellen von Wandmitte bis Wandmitte zu messen und dann durch 10 zu teilen.
Dee Lusby: Ich würde sagen, dass die Ära der Probleme um das Jahr 1891 herum begann, mit der Einführung von künstlichen Mittelwänden, mit 920 Zellen pro Quadratdezimeter, was einer Größe zwischen 4,6cm und 4,7cm für 10 Arbeiteinnenzellen entspricht. Dort haben damals die Imker alle diese Zellengröße angenommen. Die damaligen Experten glaubten dass es am Besten wäre, möglichst viele Bienen auf kleinster Wabenfläche zu erhalten. Daraufhin wurde berichtet, dass in ganz Belgien die Zellen immer kleiner wurden und nach ein paar Jahren waren die Bienen in einem miserablen Zustand. (Man kann sagen, dass das damals genau das Gegenteil von dem war, was das heutige Problem ist, nämlich „größer ist besser“).
Um gegen diese äußerst gefährliche Tendenz anzugehen, wurde damals eine Idee geboren mit der Aussicht auf ein glorreiches Ende ( und wir sind heute immer noch davon betroffen). Ein gewisser Professor U. Baudoux, aus Belgien, wollte Bienen mit einer außergewöhnlicher Stärke züchten, die in der Lage waren, ihren Flugradius beim Trachtflug zu vergrößern und den Nektar verschiedenster Blüten zu erreichen, der bis dahin für ihre Zungen unerreichbar war (und wahrscheinlich immer noch ist).
Er experimentierte mit Zellengrößen bis hinauf zu 750 Zellen pro Quadratdezimeter, die er durch straffen der Mittelwände erreichte. Er war von den Erfolgen seiner Arbeit derart inspiriert dass er es immer noch besser machen wollte – ZU DEN GRENZEN DES MÖGLICHEN GEHEN (Hier haben unsere heutigen Probleme mit parasitierenden Milben und ihrer Folgekrankheiten begonnen)
Baudoux experimentierte mit verschiedensten Zellgrößen, vor allem mit 750, 740, 730, 710 und herunter bis 675 Zellen pro Quadratdezimeter. Er hat auch mit verschieden Arten der Zellmessung experimentiert und hat sein eigenes Messsystem dazu entwickelt.
(Unglücklicherweise wurde keine Umrechnungstabelle erstellt auf das Messsystem, das seit über 2000 Jahren angewendet wurde, sodass die Imker die Maße der beiden Systeme hätten anwenden können)

weiter lesen:
http://resistantbees.es/?p=3003


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Widerlegung der wissenschaftlichen Studien über die Uneffektifität der kleinen Zellen

#2748

Beitrag von bee »

Wissenschaftliche Studien über die Wirkung von kleinen Zellen auf die Vermehrung von Varroamilben wurden fast alle mit falschen Voraussetzungen vollzogen.
Endlich können wir beweisen dass nahezu all diese Studien falsche Ansätze hatten und unkorrekt durchgeführt wurden. Erik Österlund hat sich die Mühe gemacht dies genauestens auszuarbeiten.
Hier ist Eriks Studie einzusehen.
In den 90er Jahren, nachdem Ed und Dee Lusby herausgefunden hatten, dass die Zellengröße vor mehr als 100 Jahren künstlich vergrößert wurde, wurden die ersten wissenschaftlichen Studien dazu erstellt. Eine dieser Arbeiten (Message&Goncalves in Brasilien) zeigte dass die Zellgröße sehr wohl Einfluss hat auf die Vermehrung der Varroen. Dies wurde später bestätigt durch die Untersuchungen von Piccirillo&De Jong.
In den folgenden Jahren wurden dann weitere wissenschftliche Test unternommen, jedoch mit absoult anderen Ansätzen als die ersten. Letztere nahmen keine Rücksicht auf die speziellen Erfordernisse solcher Tests. Natürlich kamen all diese zum Schluss dass die Zellgröße keinen Einfluss auf die Vermehrung der Varroamilben haben.
Immer bekommen wir diese „wissenschftlichen Studien“ vorgesetzt und es wird behauptet dass unser Ansatz falsch ist. Doch ich muss dazu fügen dass es hier ausschließlich um die Vermehrung der Varroamilben in verschiedenen Zellgrößen geht. In Wirklichkeit hat aber die Zellgröße vor allem einen indirekten Effekt auf die Abwehrmöglichkeit durch die Bienen. Durch die kleinen Zellen und den geringeren Wabenabstand haben wir ein dichteres Brutnest, die Brutdauer wird um 24h verkürzt, die für die Brutpflege benötigten Bienen sind geringer, dadurch verausgeben sich die Bienen weniger und haben eine längere Lebenserwartung. Durch mehr Bienen für dieselbe Arbeit wird vor allem das hygienische Verhalten stimuliert.

Warum kamen die wissenschaftlichen Untersuchungen über den Einfluß der kleinen Zellen auf die Varroamilben zu negativen Ergebnissen? (Erik Österlund)
  • Es gibt zwei frühe Untersuchungen, die den Einfluss der kleinen Zellen auf die Varroamilben studierten. Beide wurden in Brasilien unter Bedigungen unternommen, die sich von denen, die in Europa, USA und Neuseeland gemacht wurden, unterscheiden. Die ersten zeigten einen bedeutsamen Vorteil der kleinen Zellen.
    .
  • Die späteren Tests konnten die Ergebnisse der ersten wissenschaftlichen Studien aus Brasilien nicht bestätigen.
    .
  • Da diese späteren Tests nicht die ersten beiden bestätigten, wäre es wohl die normale Reaktion gewesen, herauszufinden, was die ersten beiden Studien gemein hatten und wo die Unterschiede zwischen den positiven und den negativen bestanden. Ich konnte aber nichts desgleichen finden. Warum aber nicht? Es ist ein gängige wissenschaftliche Gewohnheit derat vorzugehen. Ich will nun genau dies hier versuchen.
  • Unterschiede zwischen den ersten Versuchen in Brasilien und den später ausgeführten
  • Die Versuche wurden in Südamerika gemacht
  • Die verwendeten Bienen waren afrikanisierte Bienen
  • Die Bienen der ersten Versuche waren Varroaresistent
  • Die Bienen der erstenVersuche lebten üblicherweise auf kleinen Zellen (SC)
  • Keine oder nur wenige großzellige Bienen (LC) waren in der Nachbarschaft
  • Die Bienen wurden nie oder nur wenig mit Chemikalien behandelt.
  • Das Wachs der Bienenwaben war frei von chemischen Rückständen
  • Epigenetische Unterschiede durch die erwähnten Unterschiede der Umgebung
  • zusätzliche Unterschiede zu den 8 oben aufgeführten
  • Verhinderung von Verflug und Räuberei
  • Wachs frei von chemischen Rückständen
  • Was wurde gefüttert wenn gefüttert wurde
  • Überlebensfähigkeit
    In den meisten Studien über Varroaresistenz, auch in denen wo es um Zellgrößen ging, wurde das Augenmerk auf Reproduktionsrate und Bevölkerungszuwachs der Varroamilben gelegt. Das was für einen praktischen Imker zählt sind aber das Überleben der Bienenvölker und gute Honigproduktion. Auf jeden Fall ist eine der wichtigsten Eigenschaften zur Bekämpfung der Milbe das sogenannte VSH (Varroa Sensitive Hygiene) (Ref 13,14), das Aufspühren von Milben in der verdeckelten Brut, vor allem solche mit Nachwuchs, das Öffnen dieser Zellen, das oft gefolgt wird vom Ausräumen der infizierten Bienenpuppe. Dieses wichtige Merkmal ist nichts neues. Auch wenn die Vermehrungsrate der Varroen langsam ist, werden sie anwachsen, nur etwas langsamer. Schlussendlich wird die Milbenpopulation für die Bienen zu hoch sein und sie müssen aktiv etwas tun um zu überleben, indem sie sie direkt bekämpfen. Und sie müssen bereits beginnen, wenn der Milbenpopulation noch gering ist.
  • Test von Hans-Otto Johnsen nach ein paar Saisonen. Er wurde mit Bienen durchgeführt, die nicht auf Varroaresistenz ausgewählt wurden. Siehe seinen online Artikel (Ref 20).Testergebnis: kleinzellige Bienen bringen mehr Honigdie Varroapopulation ist in kleinzelligen Stöcken deutlich geringer.
  • In den 60er Jahren testete der Besitzer eines der größten Imkerzubehörgeschäfte Schwedens, Evert Svensson, der ebenfalls Profiimker ist, größere Zellen als seine bis dahin verwendeten 5.1-5.2 mm. Er verwendete die größeren Zellen in ungefähr 50 Bienenstöcken, an einem Bienenstand über einige Jahre hinweg. Seine Schlussfolgerung war, dass größere Zellen weniger Geld in der Tasche gaben.
hier die gesamte Studie von Erik Österlund:
Analysis of small test designs


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kleine Bienen im Arnot Wald

#2747

Beitrag von bee »

Die resistenten Bienen im Arnot Wald, USA, bauen kleine Zellen

hier geht es wieder einmal um die Bienen im Arnot Wald, im Bundesstaat New York, USA.
Dort hat sich eine isolierte und resistente, wild lebende Bienengemeinschaft entwickelt:
http://archiv.resistantbees.com/ueberle ... arnot-wald

Der massgebliche Forscher ist Tom Seeley, der diese Überlebensvölker seit vielen Jahren untersucht.

Nun reagierte Tom Seeley immer wieder ausweichend auf die wiederholten Fragen durch Dee Lusby, welche Zellgrößen diese wild lebenden Bienen nun wirklich bauten.
Auch reagierte er immer wieder sehr negativ auf Dee Lusbys Ausführungen zur künstlich vergrößerten Zellgröße unserer Bienen.

Nun erschien eine sehr interessante Studie, an der Tom Seeley massgeblich beteiligt war. Sasha Mikheyev, Assistenzprofessor für Ökologie und Evolution am Okinawa-Institut für Wissenschaft und Technologie (OIST) in Japan, ist der primäre Autor.

In dieser Forschungsarbeit aus dem Jahr 2015 geht es um folgendes:
Einige Honigbienenkolonien passen sich an tödliche Milben an


Eine neue genetische Studie über wilde Honigbienen gibt Hinweise darauf, wie sich eine Bevölkerung an eine Milbe gewöhnt hat, die Bienenvölker weltweit verwüstet hat. Die Ergebnisse können Imker und Bienenzüchter dabei unterstützen, den Rückgang der Honigbiene zu verhindern.
Hier zu lesen:
http://news.cornell.edu/stories/2015/08 ... adly-mites

und da spricht Tom Seeley plötzlich davon, dass die Bienen im Arnot Wald kleiner sind:
Tom Seeley hat geschrieben:Die überlebenden Bienen entwickelten sich kleiner, was darauf hindeutet, dass diese Bienen weniger Zeit benötigen, um sich zu entwickeln. Da die Milben Bienenbrutzellen befallen, kann sich die junge Biene durch die kürzere Brutzeit entwickeln, bevor die Milben ihre eigene Entwicklung beenden können. Milbenresistente Honigbienen in Afrika sind auch klein und haben kurze Entwicklungszeiten, sagte Seeley.

automatisch übersetzt:
Die Forscher analysierten genetisch aus Wildbienenvölkern gesammelte Museumsproben von 1977 und 2010 . Die Bienen kamen aus dem Arnot Forest der Cornell University. Beim Vergleich der Genome aus den beiden Zeiträumen zeigen die Ergebnisse - veröffentlicht am 6. August in Nature Communications - klare Beweise dafür, dass die Kolonien der wilden Honigbienen einen genetischen Engpass erlebten - einen Verlust der genetischen Vielfalt -, als die Varroa-Destruktor- Milben den Großteil der Honigbienenkolonien töteten . Aber einige Kolonien überlebten, so dass sich die Bevölkerung erholen konnte.

"Die Studie ist ein einzigartiger und leistungsfähiger Beitrag, um zu verstehen, wie Honigbienen durch die Einführung von Varroa destructor beeinflusst wurden , und wie sie, wenn man sie allein lässt, Widerstand gegen diesen tödlichen Parasiten entwickeln kann", sagte Thomas Seeley, Professor für Biologie bei Cornell und dem leitenden Autor der Studie. Sasha Mikheyev, Assistenzprofessor für Ökologie und Evolution am Okinawa-Institut für Wissenschaft und Technologie (OIST) in Japan, ist der erste Autor der Studie.

Die Studie ist auch ein klarer Beweis für die Bedeutung von Museumssammlungen, in diesem Fall der Cornell University Insect Collection , und die Bedeutung wilder Orte wie des Arnell Forest von Cornell ", fügte Seeley hinzu.

In den 1970er Jahren untersuchte Seeley die Population wilder Honigbienenvölker ( Apis mellifera ) im Arnot-Wald und fand 2,5 Kolonien pro Quadratmeile. In den frühen 1990er Jahren hatte sich die V. destructor- Milbe in den USA bis in den Staat New York verbreitet und verheerende Bienenvölker. Die Milben befallen die Pflanzenzellen in Bienennestern und ernähren sich von sich entwickelnden Bienen, während sie gleichzeitig virulente Viren übertragen.

Eine Analyse des Arnot Forest durch Seeley aus dem Jahr 2002 ergab, dass genauso viele Bienenvölker gab wie in den späten 70er Jahren. Dies deutet darauf hin, dass entweder neue Völker aus Imkernbienenstöcken das Gebiet neu bevölkert haben oder dass die bestehende Population einer starken natürlichen Auslese unterzogen wurde und eine gute Resistenz entwickelt hatten.

Dank der Fortschritte in der DNA-Technologie, die zuvor zum Fragmentieren von fragmentierter DNA aus Neandertaler-Proben verwendet wurden, erhielten Mikheyev, Seeley und Kollegen 2010 die Werkzeuge für die Sequenzierung des gesamten Genoms und den Vergleich von Museums- und modernen Proben.

Die Ergebnisse zeigten einen enormen Verlust an Vielfalt der Mitochondriengene, die von Generation zu Generation nur durch die weibliche Linie weitergegeben werden. Dies zeigt, dass die wild lebende Population von Honigbienen einen genetischen Engpass erlebte. Solche Engpässe treten auf, wenn sich nur wenige Individuen vermehren, was den Genpool verringert. "Vielleicht haben nur vier oder fünf Königinnen den Wald überlebt und wieder besiedelt", sagte Seeley.

Gleichzeitig weisen die überlebenden Bienen eine hohe genetische Diversität in ihren Kerngenen auf, die von sterbenden Kolonien weitergegeben werden, die noch männliche Bienen hervorbringen konnten. Die nukleare DNA zeigte weit verbreitete genetische Veränderungen, eine Signatur der Anpassung. "Selbst wenn es einer Kolonie nicht gut geht, kann sie immer noch eine Gruppe Drohnen produzieren, sodass die nuklearen Gene nicht verloren gingen", sagte Seeley.

Diese Daten zeigen auch einen Mangel an Genen, die von außerhalb der Arnot Bienenvölker kommen, wie etwa von Bienen von Imkern.

Die überlebenden Bienen entwickelten sich kleiner, was darauf hindeutet, dass diese Bienen weniger Zeit benötigen, um sich zu entwickeln. Da die Milben Bienenbrutzellen befallen, kann sich die junge Biene durch die kürzere Brutzeit entwickeln, bevor die Milben ihre eigene Entwicklung beenden können. Milbenresistente Honigbienen in Afrika sind auch klein und haben kurze Entwicklungszeiten, sagte Seeley.

Als nächstes untersuchen die Forscher, welche Gene und Merkmale Resistenzen gegen Varroamilben vermitteln. Die Ergebnisse können den Imkern helfen, Pestizide zur Bekämpfung der Milben zu vermeiden und dem Prozess der natürlichen Auslese zu vertrauen und Bienenzüchtern die Entwicklung von Bienen mit den Merkmalen zu ermöglichen, die Bienen das Überleben in der Wildnis ermöglicht haben.

Die Studie wurde vom OIST und der nordamerikanischen Pollinator Protection Campaign finanziert.
Hier ist die Sudie:
https://www.nature.com/articles/ncomms8991

auch asl pdf zum herunterladen.

Bild
Die große Mehrheit der mitochondrialen genetischen Vielfalt in der alten Bevölkerung (blau) ist in der modernen Bevölkerung (rot) verloren gegangen. Der häufigste Haplotyp, der in vielen modernen Bienen vorhanden ist, und einer der alten Bienen ist identisch mit dem mitochondrialen Haplotyp53 von A. mellifera ligustica (Italienisch). Die moderne Bevölkerung scheint von einer relativ kleinen Anzahl von Königinnen abstammen zu haben.

Wildvolk im Arnot Wald:
Bild


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