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bee
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hygienisches Verhalten oder Putztrieb der Bienen

#2736

Beitrag von bee »


In der Sommerzeit kümmert es die Bienen eigentlich kaum, was die Varroa so macht, denn sie konzentriert sich in den kleinzelligen Völkern va auf die Drohnenbrut. Fortgeschrittene Völker putzen auch hier laufend die Milben aus. Doch solange die Drohnenbrut da ist, besteht kaum ein Verlangen von seiten der Biene da einzugreifen. Im Grunde ist ja auch nicht nur die Varroa die Gefahr, sondern vor allem auch die Folgekrankheiten.
Erik, aus Schweden, erzählt dass die Bienen dort, als die Varroa ankam, bis zu 20.000 Milben pro Stock überstanden, ohne dem DWV Virus (Virus derdeformierten Flügel) zum Opfer zu fallen. Dann fingen sie an, mit Säuren zu behandeln und die Folge war, dass sie die Bienen dadurch derart schwächten, dass schon mit 1000 oder 2000 Milben deformierte Bienen auftauchten. Also sehen wir, dass das alles sehr viel mit Stress zu tun hat und durch die Chemie das Abwehrsystem enorm geschwächt wird.
Das Interessante ist jetzt, dass in Spanien die Resistenz auf den DWV Virus zunimmt (nach Dr. Fernando Calatayud, Biologe, Valencia, Spanien). Dort wird nicht mit organischen Säuren gegen die Varroamilben behandelt., doch in Schweden werden sie ausschließlich eingesetzt. Das bedeutet, daß sehr wahrscheinlich die Anwendung von Säuren die Resistenz gegen den DWV Virus herabsetzt. Das erscheint logisch, wenn man bedenkt, dass diese Löcher in das Exoskelett der Bienen fressen.
Zurück zur Brutdauer.
Dadurch dass sich, bei den kleinzelligen Bienen, die Milben in der Drohnenbrut konzentrieren, ist die Brutdauer der Biene in dieser Zeit nur indirekt entscheidend. Da ja die Milben nicht in der Bienenbrut sind, kann das keinen Einfluß auf die Entwicklung der Varroa haben. Aber warum geht die Milbe nicht in die Bienenbrut? Weil sie weiß, dass sie sich dort, durch die verkürzte Brutdauer, nicht vermehren kann und bevorzugt die Drohnenbrut. (da gibts noch andere Gründe wegen des zu geringen Platzes in der Zelle, aber das ist hier nicht so von Bedeutung) Die Drohnenzellen haben auch das doppelte Volumen an Nahrung als die Arbeiterinnenzellen, was die Milben mehr anzieht.. Dee Lusby spricht vom Pseudo-Drohnen Effekt und komentiert dass bei den großzelligen Bienen die Milben die Bienenbrut mit der Dohnenbrut verwechseln. Diese Zellen der herkömmlichen Bienen sind beinah so groß wie die der Drohnen der kleinzelligen Bienen und auch der Biene apis cerana, wo ja die Varroa herkommt.
Und da kommt der springende Punkt.
Dee kommentiert, dass das Putzverhalten (wir nennen das die kahlköpfige Brut) vor allem abhängt von der Anzahl der Bienen für die notwendige Arbeit.
Bild
Da gibt es Prioritäten, oder sagen wir mal eine Hierarchie. Brut füttern ist wichtiger als putzen zum Beispiel.
Doch da die Lebensdauer der kleinzelligen Biene erheblich länger (8-12 Wochen)
ist als die der großzelligen, haben wir viel mehr Bienen für dieselbe Anzahl von Arbeiten verfügbar.
Und stellen wir uns mal vor, was die alles tun müssen, Brut füttern, Zellen säubern, alles mit Propolis schellackieren, Honig trocknen, ventilieren, Nektar, Wasser, Pollen holen, Eingang bewachen etc etc.
Das heißt, dass bei den kleinzelligen Bienen viel früher damit begonnen wird, die Varroa aus den befallenen Zellen zu entfernen. Und das stimmt vollkommen mit unseren Erfahrungen überein. Wenn wir kleinzellige und großzellige Stöcke, die dieselben Mütter haben, betrachten, sehen wir in den ersteren die kahlköpfige Brut und in den letzteren keine. Das kommt erst dann, wenn es schon zu spät ist.
Natürlich kann und muß man auch auf das Putzverhalten züchten, aber nach unserer Erfahrung ist das oben beschrieben weitaus wichtiger und grundlegender.
Wir sehen also, dass wir mit den kleinen Zellen eine viel bessere Ausgangssituation haben und können dann viel einfacher mit der Zuchtauswahl in die richtige Richtung lenken.
Michael Bush machte einige Tests. Er kaufte normale kommerzielle Königinnen verschiedener Rassen und brachte einen Teil auf kleine Zellen und den anderen Teil auf gängige, große Zellen. Alle kleinzelligen Völker zeigten das hygienische Verhalten, die grosszelligen nicht. QED.
Warum leben die kleinzelligen Bienen länger?
Wir lernten dass die Bienen normal im Sommer 6 Wochen leben. Die Erfahrung zeigt heute, dass die Lebensdauer der Bienen, die in mit Chemie und Säuren behandelten Stöcken wohnen, erheblich kürzer ist.
Im Winterhalbjahr kann eine Biene mehr als 6 Monate leben.
Warum so lange?
Weil sie sich nicht durch so viel Arbeit erschöpfen muss.
Bei den kleinzelligen Bienen haben wir ein viel kompakteres Brutnest durch die kleinere Zellengröße und auch durch den kleineren Wabenabstand.
3 Zargen Langstroth kleinzelliger Bienen haben genausoviele Zellen wir 4 Zargen großzelliger Bienen.
Somit ist das Volumen des Brutnests entschieden geringer und es sind weniger Bienen für dieselbe Arbeit nötig.
Es gibt eine wissenschaftliche Studie, die auch zu dem Schluss kommt, dass kleinzellige Bienen länger leben.

weiter lesen:
http://resistantbees.es/?p=3041


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bee

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längere Lebensdauer kleinzelliger Bienen, eine wissenschaftliche Studie liefert den Beweis

#2735

Beitrag von bee »

hier ist eine wissenschaftliche Studie die beweist, dass durch die kleineren Zellen die Lebensdauer der Bienen verlängert wird.

Ein weiterer Punkt ist, dass kleinzellige Bienen eine viel längere Lebensdauer haben, 8 bis 12 Wochen (Ed&Dee Lusby). Die normalen, grosszelligen Bienen haben nur eine Lebenserwartung von 6 Wochen, die durch die Anwendung von Chemie im Bienenstock wie Varroabekämpfungsmittel etc, noch um einiges verkürzt wird. Die verlängerte Lebensdauer der Bienen resultiert in enorm starken Völkern und die zu verrichtende Arbeit im Stock kann von viel mehr Bienen erledigt werden, was eine Voraussetzung für ein gesundes Immunsystem ist. Immerwährender Stress, durch die gleiche Menge zu verrichtender Arbeit, mit zu wenigen Bienen, kratzt am Abwehrsystem der Bienen.
Den Zusammenhang zwischen Zellengröße, Lebensdauer der Bienen und hygienischem Verhalten erkläre ich im obigenVideo.

Warum leben die kleinzelligen Bienen länger?
Wir lernten dass die Bienen normal im Sommer 6 Wochen leben. Die Erfahrung zeigt heute, dass die Lebensdauer der Bienen, die in mit Chemie und Säuren behandelten Stöcken wohnen, erheblich kürzer ist. (Dr. Fernando Calatayud, Valencia)
Im Winterhalbjahr kann eine Biene mehr als 6 Monate leben.
Warum so lange?
Weil sie sich nicht durch so viel Arbeit erschöpfen muss.
Bei den kleinzelligen Bienen haben wir ein viel kompakteres Brutnest durch die kleinere Zellengröße und auch durch den kleineren Wabenabstand.
3 Zargen Langstroth kleinzelliger Bienen haben genausoviele Zellen wir 4 Zargen großzelliger Bienen.
Somit ist das Volumen des Brutnests entschieden geringer und es sind weniger Bienen für dieselbe Arbeit nötig.
hier ist eine wissenschaftliche Studie die beweist, dass durch die kleineren Zellen die Lebensdauer der Bienen verlängert wird.
Wir wissen nun, dass die Problematik unserer heutigen, bedrohten Bienenvölker durch zu viel Stress verursacht wird. Stessfaktoren sind die Krankheiten, die Chemie im Bienenstock, falsch angeordnete Waben, zu große Zellengrößen, nicht an die Umgebung angepasste Bienenrassen, kontaminiertes Wachs, zu viel oder zu wenig Drohnenbrut, zerstörte Mikrofauna, Imkerpraktiken die nicht bienengerecht sind wie zB Absperrgitter, Schwarmverhinderung, profitorientierte Zuchtauswahl, Wanderung, Fütterung mit künstlichen Nahrungsmitteln, Kunstpollen, Sirup etc etc.
Und wer zu viel Stress ausgesetzt ist, wird krank und sein Immunsystem wird entschieden geschwächt.
Die Bienen müssen sich bei den kleinzelligen Stöcken nicht immer bis zur absoluten Erschöpfung verausgaben, denn für dieselbe Arbeit sind weit mehr Bienen vorhanden. Sie leben länger.
Je größer der Stock wird, umso entspannter wird die Situation.
Putzverhalten, VSH, hygienisches Verhalten, kahlköpfige Brut ist alles dasselbe. Das kann man auch erzüchten, ist dann aber nicht stabil. Wenn das so wäre, dann hätten wir durch die jahrzehntelangen Resistenzzüchtungen schon viel größeren Erfolg haben müssen.
Eine weitere interesante Beobachtung, die ich bei Stöcken machte, die anfingen sich von selbst gegen die Milben zu wehren war, daß die Konsistenz und die Menge des Propolis sich änderte. Viel viel mehr Propolis und ungaublich klebrig. Aber nur in dieser Übergangszeit, später wurde es wieder normal in Menge und Beschaffenheit.


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ein sensationelles Video – aktive Varroaabwehr – Bienen beißen Varroamilben

#2734

Beitrag von bee »

Ein Kollege aus unserem Arbeitskreis hat es geschafft, ein sehr wichtiges Verhalten seiner kleinzelligen Bienen zu filmen. Sie erkennen die Gefahr, die die Varroen darstellen, nehmen sie auf, beißen sie und tragen sie dann weg.
ein Aufsehen erregendes Video:

Das Verhalten der aktiven Varroaabwehr tritt vor allem bei kleinzelligen Bienen auf. Hier wird erklärt warum.
Es handelt sich dabei um ein Buckfast Volk. Dieses wurde vor Kurzem an die kleine Zellgröße von 4,9mm gewöhnt und baut jetzt gut dieses neue Zellmaß. Das Volk ist komplett behandlungsfrei und sehr vital. Sitzt auch auf eigenem Honig und befindet sich in Bayern.

und hier ein ähnliches Video aus Finnland:


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Vergleich verschiedener Bienenhaltungen zu ResistantBees

#2733

Beitrag von bee »

Vergleich verschiedener Bienenhaltungen zu ResistantBees
mit links: http://bioapi.es/api_dt.html
Natürliche Bienenvölker
Naturnahe Bienenhaltung: (ResistantBees)
Extensive Honigimkerei (Bioimkerei)
Intensive Honigimkerei (Ertragsimkerei)
Naturnahe Bienenhaltung (André Wermelinger)
Natürliche Bienenvölker Naturnahe Bienenhaltung: (ResistantBees) Extensive Honigimkerei (Bioimkerei) Intensive Honigimkerei (Ertragsimkerei) Naturnahe Bienenhaltung (André Wermelinger)
Orientierung des Imkers
X
orientiert an den Bedürfnissen der Bienen vor allem orientiert an den Bedürfnissen des Verbrauchers nach belastungsfreiem Honig orientiert am maximalen Honigertrag orientiert an den Bedürfnissen der Bienen
Nachhaltigkeit für die Bienen sehr gut sehr gut ausbeutend ausbeutend gut
Wieviele Imker wenden dies an?
X
einige Idealisten geringer Anteil die meisten Imker sehr wenige
Wabenbau/ Zellgröße Naturwabenbau verschiedene Zellgrößen im Zentrum des Nestes unter 4,9mm – Zellgröße unter 4,9mm – später Naturwabenbau Zellgröße künstlich vergrößert 5,4mm – Rähmchen mit Mittelwänden oder Naturwabenbau, Mobilbauweise Zellgröße künstlich vergrößert 5,4mm, Rähmchen mit Mittelwänden Mobilbauweise Zellgrößen im Zentrum des Nestes unter 4,9mm, Naturwabenbaui, Stabilbau
Wabenanordnung natürliche Wabenanordnung natürliche Wabenanordnung
X
X
natürliche Wabenanordnung
Füttern
X
keine Fütterung – bei Bedarf Honigwaben von starken Völkern zu schwachen geben Entnahme des meisten Honigs und auffüttern mit Biozuckersirup und evtl etwas Honig Entnahme allen Honigs und auffüttern mit Zuckersirup Nur um Völker-verluste zu verhindern. Mischung Honig/Zuckersirup
Bienenrasse/ Zucht an Umgebung angepasste Bienenrasse an Umgebung angepasste Bienenrasse verschiedenste Rassen ertragsorientierte Bienenrasse verschiedenste Rassen
Wachs vom Stock selber produziertes Wachs, rückstandsfrei vom Stock selber produziertes Wachs, rückstandsfrei, eigener Wachskreislauf Biowachs Wachs ist hoch angereichert mit Akarizieden und anderen Chemikalien vom Stock selber produziertes Wachs, rückstandsfrei
Varroabehandlungen
X
keine Chemie, keine Säuren, keine ätherischen Öle, bei Bedarf Brutentnahme Ameisensäuere, Oxalsäure, ätherische Öle Akarizide, chemische Behandlungen, Säuren ätherische Öle
Vermehrung natürlicher Schwarm Ableger nach ResistantBees System oder runaway split nach Dee Lusby Vorschwarm natürlich, Nachschwarm evtl durch Ablegerbildung vorweggenommen Schwarmverhinderung, Kunstschwärme, Königinnenzucht natürlicher Schwarm
Ernte
wenig Honig
Nur überschüssiger Honig, der von den Bienen sicher nicht benötigt wird Entnahme des meisten Honigs gesamte Entnahme des Honigs wenig Honig
Drohnenbau natürlicher Drohnenbau angepasster Drohnenbau dadurch Drohnen fast das ganze Jahr hindurch meist Drohnenbrutentnahme durch Varroafangwaben Minimierung des Drohnenbaus natürlicher Drohnenbau
wandern
X
kein wandern evtl wandern um verschiedene Tarchten auszunutzen intensives wandern
X
Beute und Volumenänderungen Fixes Volumen, zB ausgehöhlter Baumstamm – Unbegrenztes Brutnest in Magazinen ohne Absperrgitter, Volumenanpassung nach Volkgröße Volumenerweiterung oberhalb des Brutnestes (Honigraum) Volumenerweiterung oberhalb des Brutnestes (Honigraum) Volumenerweiterung unterhalb des Brutnestes,
Lernverhalten der Bienen gegenüber Krankheiten Die Natur selektiert, also vorhanden die nötigen Voraussetzungen werden geschaffen um ein lernen zu ermöglichen Krankheiten werden bekämpft, dadurch lernen nicht möglich Krankheiten werden bekämpft, dadurch lernen nicht möglich möglich wenn „ätherische Öle“ nicht angewendet werden
Abstand zu anderen Völkern
X
größer als 3km wegen Reinfizierung durch Varroen nicht berücksichtigt nicht berücksichtigt
X
mehr infos zu ResistantBees:


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Wie verteidigt sich unsere kleinzellige Biene gegen die Varroa?

#2732

Beitrag von bee »

Untersuchungen unserer Bienenvölker: Ich will mal versuchen zu erklären wie unsere Biene mit der Varroa umgeht.



Wie schon gesagt, ist bei unseren kleinzelligen Bienen die Varroa im Sommer auf die Drohnenbrut konzentriert, anscheinend ganz im Gegensatz zu der bisherigen Erfahrung mit den großzelligen Bienen.
Die Varroa kommt von der asiatischen Biene cerana, welche ebenfalls kleine Zellen baut und dort sind auch die Milben immer schon auf die Drohnen fixiert gewesen. Wir brachten die Varroa zu uns und unsere Bienen sind künstlich so groß gemacht worden, daß die Varroa die Bienenbrut mit der Drohnenbrut verwechselt. Dee Lusby nennt das den Pseudo-Drohnen Effekt.
Nun nimmt also die Drohnenbrut die Last der Milben im Sommer auf und im Herbst und im Frühjahr, wenn die Bienen mehr Zeit haben und es keine Drohnen gibt, gehen sie daran die Zellen von den Milben zu säubern. Dann MÜSSEN die Milben in die Bienenbrut, denn die sonst bevorzugte Drohnenbrut gibt es nicht zu der Zeit. (bei kleinzelliger Bienenhaltung, bei den großen Zellen ist das anders) Dann öffnen sie die Brutzellen in denen sich Varroen befinden. Das geschieht meist, wenn die Larve violette Augen hat, also schon im ziemlich fortgeschrittenen Stadium. Wir nennen das „kahlköpfige Brut“, auch hygienisches Verhalten oder VSH, was alles dasselbe ist..
Auf dem Foto sieht man einige schon gesäuberte Zellen, einige wo die Milben auf dem Kopf waren und einige wo sie anfangen die Larven zu fressen um an die Milben zu gelangen.
Wenn wir sowas in unseren Stöcken sehen, können wir uns glücklich schätzen.
Bild

Wenn die Milbe auf dem Kopf der Larve sitzt, wird sie entfernt und die Biene stirbt nicht, sondern schlüpft ganz normal. Wenn aber die Milben unten in der Zelle sind, müssen die Bienen ihre eigene Brut auffressen. Das kann manchmal enorme Ausmaße annehmen. Und jetzt ist es ersichtlich, daß jeder Stock, der sich zu wehren anfängt, durch eine Krise hindurch muß. Was ihn am meisten schwächt ist, daß er sich selber dezimiert. Ich kann die kahlköpfige Brut jetzt auch vermehrt in der Drohnenbrut feststellen, mitten im Jahr. Dee erklärt, daß das „hygienische Verhalten“ mit der Arbeitsteilung im Volk zu tun hat. Wenn viele Bienen da sind, können sie sich die Arbeit besser einteilen und finden es dann auch für nötig, die Milben hinaus zu werfen. Dazu braucht es anscheinend einen trigger, denn bis zu einem gewissen Stadium läßt es sie ziemlich cool.
Wenn man in Betracht zieht, dass die kleinzelligen Bienen eine längere Lebensdauer haben (8-12 Wochen), wird klar daß dieses hygienische Verhalten in den kleinzelligen Stöcken mehr verbreitet ist.
Nun ist es nicht so wichtig wie viele Varroen im Stock sind. Es kommt darauf an, ob die Bienen sich wehren und wie resistent sie auf den Virus der deformierten Flügel sind, was eine absolut tödliche Krankheit ist. Wenn wir in einer Inspektion, zu Beginn der Umstellung auf kleine Zellen, mehr als 5 Bienen mit deformierten Flügeln sehen, müssen wir handeln, sonst ist der Stock in Kürze verloren. Im letzten Jahr hatte ich die gute Erfahrung gemacht, daß durch einfachen Tausch der Königin, gegen eine nach bestimmten Kriterien gezüchtete neue Königin, das Problem löste. Doch das findet man zu Beginn nicht. Zu Beginn mußten wir die Bienen abfegen und dann die Königinnen wechseln. Heuer hat es sich noch mehr stabilisiert und trotz einiger deformierter Bienen konnten sich die problematischen Stöcke erholen. Zur Auswahl und Königinnenzucht später – das ist enorm wichtig.
Wie ihr ja alle wisst, gibt es verschiedene Arten, wie sich die Biene gegen die Varroa wehren kann, SMR etc etc. Bei unseren Bienen ist es vor allem die kahlköpfige Brut, aber eine ganz erstaunliche Sache ist die Erfahrung einer unserer Kollegen aus den nordischen Ländern, die viel Erfahrung mit dem System der resistenten Bienen haben. Das ist einfach unglaublich – hygienisches Verhalten in excellence:
Mit der Pinzette wird eine Varroa auf das Flugbrett gegeben.
ein anderes, Aufsehen erregendes Video:
Das Verhalten der aktiven Varroaabwehr tritt vor allem bei kleinzelligen Bienen auf. Hier wird erklärt warum.
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http://resistantbees.es/?p=3069


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amerikanische Faulbrut - warum?

#2731

Beitrag von bee »

guten Abend,

zu amerikanischer Faulbrut kann ich nur sagen dass die Reaktion in Deutschland als nicht adäquat bezeichnet werden kann.
Infizierte Stöcke müssen vernichtet werden und alles Material auch, denn Faulbrutsporen überdauern Jahrzehnte, auch bei Hitze über 100°C.
Jedoch wird man dieser Krankheit so nicht Herr, wie der ungeheure Aufwand es versprechen sollte.

Nur ein Beispiel:
In Holland sind sie da viel nachsichtiger als in Deutschland beim Auftreten der Krankheit und wenn man die Befallszahlen in beiden Ländern vergleicht, dann ist da kaum ein Unterschied festzustellen.

Es ist ganz klar, dass es sich da um ein Problem der Reinhaltung im Bienenstock handelt. Alles was durch den Magen einer Biene geht ist danach frei von Faulbrutsporen.
Und die Bienen putzen den ganzen Stock und vor allem auch die Brutwaben fein säuberlichst, indem sie alles wegnagen was nicht hingehört, um dann alles mit einer feinen Propolisschicht zu überziehen. Wenn das nicht exakt ausgeführt wird, dann haben wir Faulbrutsporen in der Brut und die Krankheit kann ausbrechen.

Und bei der herkömmlichen, grosszelligen Bienenhaltung auf Basis von Kunstfutter und Varroabehandlungen mit Chemie und Säuren haben wir nun mal eine kritische Situation. Die Lebensdauer der Bienen ist verkürzt, es sind viel zu wenig Brutpflegebienen vorhanden und dann kann es vorkommen, dass einfach die Brutzzellen nicht optimal geputzt und propolisiert werden.

Ich kann nur die Erfahrung meiner Tests zur amerikanischen Faulbrut aufzeigen:
bee hat geschrieben:Das was im Bienenstock ist, wird von den Bienen absolut sauber gemacht und alles wird mit Propolis überzogen.

Ich kann da nur mein Experiment mit der amerikanischen Faulbrut vorbringen.
Hier wurde vor Kurzem die Faulbrut eingeführt.
Ich infizierte kleinzellige Völker von mir absichtlich mit fremden Faulbrutwaben an einem Stand im Süden, an dem es in der Nähe grosszellige Faulbrutstände gab. Ich gab ihnen jeweils eine Brutwabe mit verfaulter Brut. Sie putzten das aus und nach einem Monat kontrollierte ich - keine Faulbrut mehr zu sehen. Dann nach ein paar Monaten dasselbe und nach einem Jahr war ebenfalls nichts von Faulbrut zu sehen. Meine kleinzelligen Bienen steckten das einfach weg und die Krankheit trat bei ihnen nicht auf.
Und das hängt ganz klar mit den kleinen Zellen zusammen. Dadurch putzen die Bienen alles viel gründlicher, weil viel mehr Bienen für die vorhandene Arbeit da sind als bei grosszelligen Bienen.


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Untersuchung unserer Bienenvölker auf VSH

#2730

Beitrag von bee »


Untersuchung unserer Bienenvölker auf VSH (Varroa Sensitive Hygiene) Frühling 2014


http://resistantbees.es/?p=3265

Arbeitsstudie – Untersuchung unserer Bienenvölker auf VSH (Varroa Sensitive Hygiene) nach dem Vorschlag und den Erkenntnissen von John Harbo.

Bild

deutsche Übersetzungen:
Jedes Zuchtvolk sollte nach dem VSH getested werden – Erik Österlund
Reaktion der Bienen auf Varroen – John Harbo

auf englisch:
Every breeder bee colony should be VSH tested – Erik Österlund
Responses to Varroa by honey bees – John Harbo

Vergleich von Harbos Erkenntnissen mit unseren Erfahrungen wie kleinzellige Bienen, nach dem System von Dee Lusby, mit Varroamilben umgehen.

Erik Österlund hat uns kürzlich eine Methode vorgestellt, wie man in den Bienenstöcken verschiedene Stufen des VSH einfach feststellen kann. Ich hab das nun bei einigen meiner Stöcke ausprobiert, um die Ergebnisse unsere kleinzelligen Bienen mit denen der Studie zu vergleichen.

Eine grosse Problematik sehe ich darin dass Harbo und Harris die bisher verwendeten Ausdrücke VSH (von Spivak kreiert als sie das Ausräumverhalten durch Nadelstiche abgetöteter Puppen untersuchte, was überhaupt nichts zu tun hat mit dem wirklichen Ausräumverhalten der von Varroa infizierten Bienenbrut) und SMR (Unterdrückte Milben Reproduktion, welche vor allem auch bei den afrikanischen Bienen zum Ausdruck kommt) neu definierten und ihnen nun eine neue Bedutung zuordnen. Dadurch weiss am Ende keiner mehr von was man redet. Wir und auch Dee Lusby nennen das Ausräumen infizierter Brutzellen „kahlköpfige Brut“ bzw „das hygienische Verhalten„. Jedoch ist es natürlich sehr interessant das SMR zu untersuchen, ob und wie es bei unseren Stöcken zum Ausdruck kommt. Deshalb diese Tests.

Ausgangssituation

weiter lesen:
http://resistantbees.es/?p=3265


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neues Konzept zum umstellen der Bienen auf kleine Zellen

#2729

Beitrag von bee »

neues Konzept zum umstellen auf kleine Zellen für Anfänger, Fortgeschrittene und Profis
Es wurde nun ein neuer Plan geboren, wie wir vorgehen können, um dem Anfänger und auch dem Profi es zu ermöglichen erfolgreich mit kleinzelligen Bienen arbeiten zu können, ohne die Notwendigkeit von Behandlungen gegen Varroa etc.
Erik Österlund versicherte uns seine Mitarbeit in Bezug auf orientierender Hilfestellungen. Ich werde ihm alle unsere Projekte zukommen lassen, im Verlauf des Entstehens, damit er seine Erfahrungen mit einbringen kann.
Die größte Problematik scheint die Existenz einer sehr großen Dichte von großzelligen Stöcken im deutsch/österreichisch/schweizerischem Raum zu sein.
Christian berichtete dass die Migration von Varroamilben bei kleinzelligen Stöcken sehr gering ist, jedoch bei der Anwesenheit von großzelligen ist sie augenscheinlich sehr hoch.
Dies kann all unsere Anstrengungen ohne Behandlungen auszukommen äußerst erschweren, erstens durch die Anwesenheit von vielen großzelligen Bienen in unseren kleinzelligen Stöcken und natürlch vor allem durch die Migration von Milben.
Wie kommen wir zu dieser Migration, das heisst wie kommen die Milben der Nachbarn, die großzellige Bienen haben, in unsere Stöcke?
Da sich ja unsere kleinzelligen Bienen gegen die Milben aktiv zur Wehr setzen durch das hygienische Verhalten und sich die Varroen vor allem auf die Drohnenbrut bei den kleinzelligen Bienen konzentrieren, haben wir von Haus aus weniger Infektion in unseren Stöcken als in den großzelligen.
Das verbessert sich laufend wenn wir uns an die Richtlinien halten.
Dadurch dass sich die Bienen aber innerhalb nahliegender Stöcke austauschen, sogar bei größeren Entfernungen, werden wir laufend mit einer Wiederinfizierung von fremden großzelligen Stöcken zu rechnen haben, denn dort geht die Vermehrung der Milben viel flotter voran.
Dazu kommt das Problem der Varroaschwärmchen, die aus zusammenbrechenden Völkern ausziehen und mit relativ wenigen Bienen viele Varroen mit sich tragen und sich in andere Völker einbetteln können.
Und vor allem natürlich die Problematik der Räuberei. Nicht nur die massive Räuberei, sondern auch die stetige Räuberei.
Die Bienen räubern konstant wenn sie können. Eine richtige massive Räuberei sieht jeder, aber eine stetige sieht man nicht so einfach. Wenn da großzellige Stöcke im Umkreis von 3km stehen, dann ist es sehr wahrscheinlich daß auch unsere kleinzelligen Bienen, auch wenn sie genügend Futter haben, in die anderen Stöcke rein gehen. Das kommt vor allem bei bei Trachtlosigkeit. Warum sie das machen ist ein anderes Thema, wozu ich meine besonderen Erklärungen habe, aber daß sie es machen steht außer Frage.
Den Beweis haben wir hier.
Das führt dazu dass unsere kleinzelligen Stöcke mehr gefordert sind und mehr Milben ausputzen müssen. Doch beim ausputzen müssen sie meist ihre eigen Brut ausfressen um an die in den verdeckelten Brutzellen versteckten Varroen zu gelangen. Damit schwächen sie sich und es ist klar –
Je stärker die Reinvasion desto geringer die Überlebenschancen.
Aus diesem Grund schlagen wir natürlich vor Stände zu suchen, die möglichst weit weg sind von anderen Bienen. Doch das ist oft sehr schwierig zu finden.
Nun kommt noch eine Problematik hinzu, die sowohl auf den Profi als auch auf den Anfänger zutrifft.
Und das ist die Tatsache dass niemand es bisher gelernt hat mit Bienen umzugehen, die sich aus eigener Kraft, ohne die Hilfe von Behandlungen, gegen die Milben zu wehren.
Das heisst wir müssen das Verhalten dieser Bienen studieren, um frühmöglichst Anzeichen von Krisen erkennen zu können, um dann rettend eingreifen zu können. Das hygienische Verhalten tritt immer auf, doch meist zu spät und die Bienen müssen erst lernen sich frühzeitig gegen die Varroen zur Wehr zu setzen. Erik geht von 5 Jahren aus und ich denke dass wir dies durch die Arbeit mit Ablegern ziemlich verkürzen können.
Nun ist es ziemlich aussichtslos an Plätzen mit hoher Bienendichte mit kleinen Zellen anzufangen.
Somit müssen wir in Zonen mit geringer Dichte ausweichen.
Und wo gibt es weniger konventionelle Bienen?
An Stellen wo es wenig Tracht gibt.
Wir mussten das auch machen zu Beginn um größere Aussicht auf Erfolg zu haben.
Doch können die Bienen sich an solchen nicht trachtlosen, doch trachtbeschränkten Plätzen, entwickeln?
Schwierig, doch die Problematik der Wiederinfizierung hält sich in Grenzen.
Und wie können wir dieses Manko ausgleichen?
Indem wir einfach gleichzeitig mit konventionellen Bienenstöcken arbeiten und die haben wir an Ständen mit guter Tracht. Somit können wir auf diese Stöcke zurückgreifen wenn wir Honig für unsere kleinzelligen Stöcke brauchen und auch wenn wir Bienenmaterial benötigen.
Die kleinzelligen können uns gut gebaute Waben im 4,9mm Maß liefern, die an den Plätzen wo wenig Tracht ist viel besser diese Waben ausbauen werden. Mit diesen Waben und den großzelligen Bienen machen wir Ableger und können somit den Bestand an kleinzelligen erweitern.
Aber wie führen wir die großzelligen Bienenstöcke?
Da ja fast alle die 5,1mm Mittelwände ausbauen können, denn der wahre Knickpunkt ist der Schritt von 5,1 zu 4,9, werden wir unsere großzelligen auf 5,1mm führen, was schon mal ein guter Schritt ist.
Dann behandeln wir alle 2 bis 3 Wochen mit Puderzucker und können somit die Varroen auf gleichem level halten. Durch den Fall der Milben bei den Puderzuckerbehandlungen sind wir immer auf dem laufenden ob wir eine größere Wiederinfizierung von aussen haben.
Tatsache ist einfach dass wir dadurch viel mehr Luft haben und uns darauf konzentrieren können von den kleinzelligen Bienen zu lernen wie sie sich verhalten. Dabei ist es unverzichtlich das System der Ableger bei den kleinzelligen zu beherzigen.
Die großzelligen führen wir weiter, so wie wir es immer schon gemacht haben, im Notfall auch mit Thymolbehandlung. Auf Oxalsäure und Chemie würde ich aus jeden Fall verzichten, denn das sind Zeitbomben.
Aber wo sind diese Stände mit wenig Tracht, denn wo wenig Tracht – wenig Imker.
Wir diskutierten und fanden die Möglichkeiten von Waldgegenden mit Lichtungen wo es zB Brombeeren etc gibt. Da seid ihr gefordert Lösungen zu finden. Es gibt sie, eventuell etwas weiter weg, aber dort werdet ihr erfolgreich eure kleinzelligen Erfahrungen machen können.
Wie geht’s aber später weiter?
Die Idee ist dass wir mehr Imker im Umkreis finden die mit einsteigen und im Laufe der Zeit werden wir Zonen finden, wo kaum mehr großzellige Bienen sein werden. Die Krise schreitet schnell voran und mir wurde schon von fast bienenfreien Zonen berichtet, weil die Stöcke einfach schon alle zusammenbrachen.
Wir müssen uns auch darauf konzentrieren effektiv zusammen zu arbeiten und Aufgaben zu verteilen.
So kann ein Imker der geeignete Standorte hat dort ausgewählt Königinnen begatten und sie den Kollegen liefern, die an genetisch aussichtslos verseuchten Gebieten imkern. Im Gegenzug können diese ausgebaute kleinzellige Waben erhalten etc etc. So machen wir das hier auch.
Wie geht also der Anfänger vor?
Da der Neuling erst mal den Umgang mit den Bienen zu erlernen hat, sollte er mit ganz normalen Bienenstöcken anfangen. Dabei kann er auf die Hilfe von konventionellen Imkern zurückgreifen, denn wenn man unser System erwähnt stößt man meistens auf Ablehnung. Mittelwände werden mit 5,1mm Zellgröße verwendet aus rückstandsfreiem Wachs. Seine Stöcke behandelt er mit Puderzucker alle 2 bis 3 Wochen und hält somit die Varroen auf dem selben Stand. Diese Stöcke können überall stehen, egal ob andere in der Nähe sind, nur sollte gute Tracht herrschen. Gleichzeitig kann er sich dann an die kleinen Zellen wagen, aber an einem entfernten Stand, der möglichst weit weg ist von großzelligen Bienen. 3 Kilometer wäre nicht schlecht. Und hier im Forum werden wir ihn unterstützen.
Und nicht vergessen am Anfang nur mit Ablegern arbeiten – keine großen Stöcke.
Wie geht der Fortgeschrittene vor?
Der Imker der schon allerlei Erfahrung hat mit seinen Bienen, sollte seine Stöcke genauso weiterführen wie gewohnt – zunächst. Nur kann er schrittweise auf 5,1mm Zellmaß umstellen und Behandlungen mit weniger schädlichen Methoden durchführen. Er kennt die guten Trachtplätze und den erfolgreichen Umgang mit seinen Bienen.
Nun sucht er sich einen entfernten Stand und beginnt dort mit den kleinen Zellen. Da er schon geübt ist, ist das arbeiten mit Ablegern ein Kinderspiel. Nun sollte er versuchen mehrere Stände anzulegen, die nicht sehr weit voneinander entfernt sein müssen – 100m ist schon gut. Das arbeiten mit den Ablegern wird so lange fortgesetzt bis wir sehen dass 80% von alleine überleben. Dann können wir uns an große Stöcke wagen.
Wie schon gesagt werden die kleinzelligen Stöcke an trachtarmen Plätzen viel einfacher die 4,9mm Mittelwände ausbauen und hier können wir regelrecht eine Wabenfabrik aufmachen. Die Ableger produzieren ausgebaute Waben, mit denen wir dann die großzelligen Bienen nach und nach umstellen können.
Hier erlernt er den Umgang mit Bienen die sich von alleine gegen die Krankheiten wehren und erkennt die Anzeichen von Problemen.
Die großzelligen Völker liefern unbelasteten Honig der den kleinzelligen gegeben werden kann dass sie an den nicht so guten Ständen gut gedeihen können.
Und was macht der Profi?
Er lebt ja von seinen Bienen und deshalb muss er mehr denn ja so weiter machen wie bis jetzt.
Eigentlich alles dasselbe wie beim Fortgeschrittenen, nur wird das bei ihm viel flotter ablaufen.
Er ist durch sein Können und die Erfahrung viel schneller imstande den Aufbau von einigen separaten
Bienenständen aufzubauen, die möglichst weit weg sind von anderen großzelligen Stöcken. Auch verfügt er über genügend Futter um die Ableger zu versorgen. Auch kann er viel einfacher Zuchtauswahl und Königinnenzucht betreiben, denn das macht er ja eh schon.
Das Wichtigste aber ist: Auf keinen Fall einen Großteil seiner Völker sofort umstellen, das muss Schritt für Schritt gehen, denn vor allem ER muss ja das neue Management erlernen mit Bienen ohne Behandlung umzugehen. Auf keinen Fall sollte er sofort mit großen Stöcken beginnen, sondern auch mit Ablegern arbeiten, bis er bei den Bienen sehen kann dass sie sich erfolgreich verteidigen, ohne Behandlungen.
Auf das wandern sollte man unbedingt verzichten bei den kleinzelligen Stöcken.
Auf jeden Fall sollten wir uns unbedingt bei den kleinzelligen Völkern auf die Erfahrungen der Imker , stützen, die am meisten wissen über Resistenzzucht. Das ist in der Studie von Erik zusammengefasst und dort wird genau erklärt wie man vorgehen soll.
Und hier noch eine Zusammenfassung einiger Tips.
Das sind jetzt mal die Grundgedanken – die Feinheiten müssen wir hier ausdiskutieren, am besten dann in drei verschiedenen Foren – Anfänger – Fortgeschrittene – Profis.


liebe Grüße
bee

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Honigertrag kleinzelliger Bienen

#2728

Beitrag von bee »

Wieviel Honig bringen die kleinzelligen Bienen?
das ist ein sehr spezielles Thema.



Die, die aus welchen Interessen auch immer, gegen uns sind, reden öffentlich, daß unsere Bienen KEINEN Honig bringen würden.
So kam ich drauf unsere Kollegen zu fragen, die im englischsprachigen Forum sind, wie doch ihre Honigernten ausfallen.
Das sind alles Imker die mit kleinzelligen Bienen arbeiten. Natürlich ist extrem hoher Ertrag kein Auswahlkriterium bei unserer Zucht und wir hatten auch die letzten Jahre, durch nicht hilfreiches Wetter und natürlich auch durch den Prozeß der Anpassung der Bienen, sich aus eigener Kraft gegen die Krankheiten zu wehren, weniger Ertrag.
Überall sterben die Bienen obwohl sie behandelt werden und unsere, die nie behandelt wurden, können sich fleissig vermehren. Vor zwei jahren waren es 160 Stöcke, letztes Jahr 220 und jetzt habe ich einige mehr als 300. Und die bringen jetzt Honig.
Hier ist ein außergewöhnliches Beispiel: – Erik aus Schweden erzählte mir von einem Stock der ihm nicht weniger als 200kg brachte – zu sehen auf dem Foto oben – das ist natürlich eine Ausnahme und er erzählt, daß er sehr schlechte Jahre hatte mit 13kg Durchschnitt pro Volk und sehr gut Jahre mit 100kg pro Volk. Normal seine 40kg. Und das OHNE künstliche Fütterung.Bild
– Dee Lusby erzählt Ähnliches. Dort in Arizona ist das Problem, daß es mehrere Jahre hintereinander geben kann, ohne daß es regnet. Aber wenn es regnet, sind 40kg normal pro Stock und mit guten Stöcken sind 100kg kein Problem. –
– Mike Palmer in Champlain valley, USA, hat 41 Tonnen Honig von 750 Stöcken kleinzelliger Bienen geerntet. Das sind 55kg Pro Volk.
– Michael Bush, SO Nebraska, USA, sagt daß es sehr schlechte Jahre gab ohne jeglichen Ertrag und hervorragende Jahre mit einem „Durchschnitt“ von 100kg pro Stock. Aber normalerweise liegt es zwischen 10 und 50kg pro Stock.
Was denkt ihr nun? Bringen die kleinzelligen Bienen Honig oder nicht ?


liebe Grüße
bee

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zuverlässige Varroa Befallskontrolle bei kleinzelligen Biene

#2727

Beitrag von bee »

zuverlässige Varroa Befallskontrolle bei kleinzelligen Bienenstöcken


Die herkömmlichen Methoden zur Varroa Befallskontrolle (Puderzuckermethode, Alkoholwaschmethode) sind nun fraglich geworden, nachdem wir erfahren haben, dass sich das Verhalten der Varroamilben geändert hat. Es befinden sich nun weit mehr Milben in der Brut als früher und es gibt dementsprechend weniger Varroen auf den Bienen zu finden.

Auch ist bei den kleinzelligen Bienen der natürliche Milbenfall ein zweischneidiges Schwert und wir können ihn nicht zur Beurteilung eines Stockes heranziehen. Denn wenn sich die Bienen durch das hygenische Verhalten stark gegen die Varroen wehren, dann müssen ja notwendigerweise viele Varroen abfallen......

hier gehts weiter:
http://resistantbees.es/?p=4123

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liebe Grüße
bee

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