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Anleitung zum züchten Varroa resistenter Bienen

#2686

Beitrag von bee »

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auf dem Bild von links: Erik Österlund (Schweden), ein Freund, Ed Lusby (Arizona USA), Hans-Otto Johnsen (Norwegen) am bee rock USA
  deutsche Übersetzung der Studie von Erik Österlund über Varroa resistente Bienen (übersetzt von Sibylle und Wolfgang, vielen Dank)
Jetzt möchte ich euch eine sehr interessante und für uns überaus nützliche Studie über kranheitsresistente Bienen näherbringen. Wie schon erwähnt ist Erik, aus Schweden, einer von uns der am meisten Erfahrung hat im Umgang mit kleinzelligen Bienen. Der linke ist Erik Österlund , der neben ihm ein mir unbekannter Texaner?!, dann Ed Lusby, der Begründer unseres Systems und Hans-Otto Johnson, Norwegen, mit 600 kleinzelligen Bienenstöcken.
Erik kam nun auf eine geniale Idee in den 90er Jahren. Damals gab es weltweit schon einige Imker, die es geschafft hatten, resistente Bienen zu züchten. Er schrieb nun diesen Kollegen seine Erfahrung, mit der Bitte ihm auch ihre Erfahrungen zu schildern. Die zugrunde liegende Idee war folgende: Wenn die alle es geschafft hatten, oder teilweise geschafft hatten, Bienen zu züchten die sich von selbst gegen die Krankheiten wehrten, so muß in allen diesen Formen der Haltung etwas Wahres sein. Und damals war des Internet noch nicht so verbreitet wie heute und diese Imker hatten kaum Kontakt zueinander – folglich hatte das ein Jeder auf seine Art erreicht. Erik sagte sich also – wenn wir aus all den verschiedenen Erfahrungen eine Zusammenfassung machen, müßten wir sehr nützliche Richtlinien zusammenstellen können, wie ein Jeder kranheitsresistente Bienen erhalten kann. Und diese Zusammnefassung gibt’s seit dem Jahr 2004 – und wer kennts? fast keiner. Irgendwie scheint es mir, daß sie es nicht wissen wollen.
Hier kann man die Studie lesen – aber sie ist in englisch,  hier auf deutsch und auf spanisch.
Zusammenfassung der Erfahrungen der erfolgreichsten Imker im Umgang mit Varroa resistenten Bienen.
Verfasst von Erik Österlund – übersetzt von Wolfgang K. (vielen herzlichen Dank)
Bild
 
Einführende Studie zur Züchtung Varroa resistenter Bienen
Abschlussbericht 2004 von Tore Forsman, Per Ideström und Erik Österlund vom Schwedischen Imkerverband
Inhalt
  • Einführung in den vorläufigen Bericht
  • Einführung in den Abschlussbericht
  • Konzept Honigbienen Apis Mellifera zu züchten, welche keine Behandlung gegen die Milbe Varroa Destructor benötigen
    • Das Ziel
    • Methoden
    • Einige Grundlagen
    • Wabengrösse
    • Mikrofauna und Milbenbekämpfungsmittelrückstände im Wachs
    • Verwendete Methoden zur Milbenkontrolle
    • Verwendete Zuchtmethoden
    • Beschreibung von Bienenstöcken mit überdurchschnittlicher Resistenz
    • Grundlegende Umweltaspekte
    • Zusammenfassung der verwendeten Methoden
    • Reinrassige Bienen
    • Hybridbienen
    • Empfohlene Methoden
    • Ein einfaches Rezept
    • „Angekommen“ (am Ziel)
    • Schlussfolgerung
  •  Anmerkungen zum vorläufigen Bericht
  • Einige Themen aus den Kommentaren
  • Liste der Dokumente im vorläufigen Bericht
 weiter lesen:
http://resistantbees.es/?p=3094


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Das Bienenwachs – praktisch alles Bienenwachs ist hoch verseucht mit Chemierückständen

#2685

Beitrag von bee »

Das größte Problem ist, daß durch die Jahrzehnte lange Anwendung von Chemie IM Bienenstock, praktisch alles Wachs, das auf dem Markt ist, belastet ist. Und das können wir nicht verwenden.
Imker Pestizidflasche gefunden in totem Bienenstand
auf einer griechischen Insel
 
Pestizidrückstände im Wachs (Studie von Erik Österlund)
Auf der Erde gibt es heute leider nur mehr wenige Orte, an denen es Wachs gibt, das frei von chemischen Rückständen ist. Diese chemischen Rückstände haben auf das Leben der Bienen verschiedenste negative Einflüsse. In sehr kleinen Mengen können die Bienen damit eventuell umgehen, wenn sie stark genug in anderen Richtungen sind. Speziell die (komplizierten, untereinander ablaufenden) synergetischen Effekte, also diese gegenseitigen Beeinflussungen der einzelnen Chemikalien, die verwendet werden, sind sehr schwer zu handhaben bzw. zu kontrollieren. Und noch schwieriger ist es, sich ein wissenschaftlich fundiertes Wissen über diese komplizierten chemischen Vorgänge anzueignen. Ich denke das Beste, was wir tun können, ist, uns zu bemühen, möglichst „sauberes“ Wachs zubekommen, das von jeglicher Art von Chemikalien frei ist. Es mag schwierig sein, aber die naheliegendste Vorgangsweise ist es, nur Entdeckelungswachs für die neue Wachsgrundlage zu verwenden und jene Waben, von denen wir annehmen, dass sie kontaminiert sind, durch gesunde Waben zu ersetzen. Eine weitere Quelle für sauberes Wachs ist Wachs aus Gebieten, in denen sich Mitizide (milbenabtötende Chemikalien) verwendet werden. Behalten Sie aber immer auch andere Kontaminationsmöglichkeiten im Auge.
Bild
Ein anderes Problem ist, daß sich in den Mittelwänden, die verkauft werden ein schwerwiegender Fehler entstanden ist.
Um das zu erklären, muß ich weiter ausholen. Ed und Dee Lusby (Ed war der Ehemann von Dee und der ist leider vor Kurzem gestorben, Dee sagt durch zu viel Stress – ich kann es nachfühlen) begannen in den 80er Jahren, nach intensivem Studium der alten Imkerliteratur, ihre 1000 Stöcke auf 5,05mm Zellenmaß umzustellen. Da sie das ganze Jahr mit 4 Zargen arbeiten, sind das 40.000 Rahmen neu zu bestücken. Unglaublich!! für 2 Personen. Sie waren so überzeugt von dem, was sie in der Literatur gefunden hatten und glaubten, daß die Zellen die verwendet wurden, zu groß waren für die Bienen. Sie hatten auch keine Form um die Mittelwände herzustellen und konnten den Besitzer der Firma Dadant davon überzeugen, der machte ihnen eine Walze aus Stahl, per Hand graviert! Reines Abenteuer. Als sie dann ihre Bienen auf 5,05mm hatten, gab plötzlich das Problem mit der Varroa nach und das Problem der Tracheenmilbe verschwand, doch die restlichen Krankheiten dezimierten ihr Stöcke immer mehr. Sie entschieden sich, nochmals alles umzustellen, nun auf 4,9mm und siehe da, die Krankheiten verschwanden. Und das blieb so bis heute. Heute hat Dee wieder fast 1000 Stöcke, ohne jegliche Behandlung seit 25 Jahren.
Und ich muß wiederholen, daß das nicht allein die Größe der Zelle ist, sondern viele andere Faktoren müssen geändert werden, aber ohne die veränderte Zellengröße ist es nicht möglich.
Dh daß ein und ein halbes Zehntel Millimeter den Bienen dazu verhalf, sich gegen die Krankheiten zu verteidigen. Alles blieb dann unter der 2% Schwelle. 
Nun zurück zu den käuflichen Mittelwänden.
Nehmt doch mal einen Meterstab und messt bei euren Mittelwänden, in den 3 Richtungen, 10 Zellen.
Und zu unserem Erstauen sind die Zellen, bei ALLEN käuflichen Mittelwänden, auch bei den Mittelwandpressen, in einer Richtung länger.
z.b. 5,4mm x 5,4mm x 5,7mm Warum?

Weil die Mittelwände mit einer Walze hergestellt werden und in der Drehrichtung das Wachs gedehnt wird. Und die Mittelwandpressen werden auch mit diesen Mittelwänden geprägt. Also haben wir in ALLEN Bienenstöcken Fehler bis zu 3 Zehntel, oder sogar mehr, Unterschied in den Zellmassen. Und 0,15mm waren bei Dee der springende Punkt, als die Krankheiten verschwanden. Mir scheint daß das für die Bienen ein äußerst großer Stressfaktor ist, denn warum haben sie die sechseckige Zelle? Weil sie exakt ist und den Raum am besten einteilt.
Natürlich kann man sagen, daß die Biene auch nicht ganz exakt baut, aber was wir ihr vorgeben (und das ständig), ist ein zu großer Fehler, als daß es nicht bei ihr Stress auslösen müsste.
So ging nun Erik, aus Schweden, einer von uns der am meisten Erfahrung hat, daran eine Firma in Schweden zu überzeugen, Mittelwände herzustellen die 4,9mm haben und mit den exakten Maßen. Ein weiterer Vorteil ist, daß es in Schweden verboten ist, Gifte im Bienenstock anzuwenden und daher das Wachs praktisch unbelastet ist. Adriano aus Italien macht eine Wachsrückstandsuntersuchung und es konnte nur Fluvalinat in sehr geringer Konzentration nachgewiesen werden. Es liegt niedriger als das untere Limit, das bei einer Hohenheimer Untersuchung angezeigt wird.
die Firma mit den 4,9mm Mittelwänden in Schweden:
Mittelwände 4,9mm
Natürlich ist es am Besten eigenes, wenn unbelastetes, Wachs zu verwenden.
Hab dann von einem Mittelwandpressen Hersteller, der billige Silikonformen in Deutschland vertreibt, zu hören bekommen, daß ich doch nicht päpstlicher als der Papst sein soll!!! Aber für die Bienen ist es nicht so einfach.
Dann hab ich vor einigen Jahren mit B. G., der Firma G., kontaktiert und ihn überzeugen können, daß er seine 4,9mm Formen, die denselben Fehler aufwießen und die er für afrikanische Bienen herstellte, mit den Mittelwänden von Schweden baut. Nun kann man bei ihm Pressen mit richtigen Massen in 4,9mm beziehen. Es gibt auch einige andere Anbieter im Moment.
Hier sieht man wie wir unsere Mittelwände mit wassergekühlten Silikonformen Marke Eigenbau herstellen. Mit zwei Formen machen wir zu zweit ca 80 Mittelwände pro Stunde. das Problem ist der Wachsnachschub der im Wasserbad erhitzt wird.
Dadurch daß wir die Mittewände entnehmen, wenn sie noch ziemlich warm sind, ziehen sie sich zusammen und wir erhalten Maße zwischen 4,8 und 4,85. Das ist für die fortgeschritten kleinzelligen Bienen hervorragend. So haben wir auch Spielraum und können 4,9 oder 4,8 verwenden, je nach Notwendigkeit.


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Die Wirkung von synthetischen Pyrethroidinsektiziden auf Honigbienen in Indiana: Laborstudien und eine Umfrage unter Imk

#2684

Beitrag von bee »

Fluvalinat ist eine synthetische pyrethroide chemische Verbindung, die als Wirkstoff in den Produkten Apistan, Klartan und Minadox enthalten ist. Dies ist ein Akarizid (insbesondere ein Mitizid), das üblicherweise zur Bekämpfung von Varroamilben in Honigbienenvölkern verwendet wird.
weiter lesen: http://resistantbees.es/?p=4094

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Studie: Subletale Auswirkungen von Oxalsäure auf die Biene apis mellifera: Änderungen im Verhalten und in der Lebenserwa

#2683

Beitrag von bee »

Oxalsäurebehandlung mit Nebenwirkung
Zur Bekämpfung der Varroamilbe können Imker verschiedene Tierarzneimittel einsetzen, darunter auch organische Säuren wie Ameisensäure oder Oxalsäure(OS). Für die Zulassung der OS wurde bislang nur die Wirksamkeit gegen die Milbe sowie die Verträglichkeit für die Bienen bewertet. Als Kriterium für die Bienenverträglichlichkeit ist entscheidend, ob die Säure zum Tod der Biene führt (Mortalität). Für Mitteleuropa gilt daher die Empfehlung, in der brutfreien Zeit im Spätherbst einmalig mit 3,5%iger OS-Dihydratlösung zu behandeln. Höhere Konzentrationen oder Mehrfachbehandlungen führen zu hohen Bienenverlusten. Eine Studie zeigt nun, dass die OS-Behandlung trotz sachgerechter Anwendung schädliche Auswirkung auf die Bienen haben kann. Die Säure beeinflusst sowohl die Leistungsfähigkeit als auch das Verhalten. Behandelte Arbeiterinnen vernachlässigten die Brutpflege und sind inaktiver. Lernfähigkeit und Gedächtnisleistung für Düfte sind vermindert. Selbst die Lebensdauer der Bienen ist verkürzt. Darüber hinaus kann die Säure Verdauungsorgane der Biene schädigen. Ausserdem putzen sich die Bienen häufiger. Ob es das Bestreben der Biene ist, am Körper anhaftende Säurekristalle loszuwerden, oder aber ein Vergiftungssymptom darstellt, ist unklar. Offensichtlich ist dagegen, dass derart geschwächte Bienen nicht zur Gesundheit des Bienenvolkes beitragen können. Die genauen Wirkungen der OS sind den Forschern bisher nicht bekannt. Weitere Untersuchungen werden zeigen, ob die Auswirkungen der Säure durch Nervenschädigung (Neurotoxizität) verursacht werden.
Dr Heike Ruff
oxals.jpg
oxals.jpg (13.56 KiB) 476 mal betrachtet
.
Sublethal effects of oxalic acid on Apis mellifera (Hymenoptera: Apidae): changes in behaviour and longevity
Results:
  • These results suggest that the treatment with OA led to a reduced lifespan.
  • Treated bees showed an increased self-grooming, a superior tendency to inactivity and decreased nursing behaviour….The increased self-grooming of the treated workers could be caused by the detected residues of OA on bee surface.
  • Treatment with a 3.5% solution of oxalic acid dehydrate (OA), corresponding to the dosage of 175 μg/bee, causes sublethal effects on A. mellifera. The decreased activity and nursing as well as the reduced lifespan of treated bees are aspects for a permanent damage due to the treatment with OA.
  • A decreased activity was also noticed in other studies where bees were numb for several hours (24–48 h) post application of 50 mL 4.2% oxalic acid per colony (Bacandritsos et al. 2007). Similar effects are known from bees treated with formic acid. Due to the fact that the animals did not recover from their immobility, permanent neurotoxic damage was assumed (Bolli et al. 1993). Concerning OA treatment comparable damage may have caused the decreased tasks performance in the colony, including nursing.
  • OA treatment affects the general condition of bee colonies: the workers‘ performance is restrained due to the changes in behaviour, the decreased nursing of brood can lead to a lack of healthy and vital workers and the decreased lifespan could modify demographic alterations in colony age structure. Under the suggestion, that the treatment will cause damage of the digestive organs, such bees would be weaker and less vital. This could influence the general state of health of whole colonies.
Sublethal effects of oxalic acid on Apis mellifera (Hymenoptera: Apidae): changes in behaviour and longevity
Saskia SCHNEIDER, Dorothea EISENHARDT, Eva RADEMACHER
Institute of Biology/Neurobiology, Freie Universität Berlin, Königin-Luise-Str. 28-30, 14195 Berlin, Germany
Abstract
– Oxalic acid dehydrate (OA) in the application form of trickling (3.5% solution) has shown a good bee tolerance. However, negative long-term effects of the treatment on honeybees are expected. The sublethal effects of OA on division of labour, activity, olfactory learning and the longevity of Apis mellifera were studied. Newly emerged workers were treated with 3.5% OA solution by topical application (dosage 175 μg/bee) and introduced into a colony. Behavioural observations were carried out and the longevity of every worker was recorded. To investigate the learning behaviour, foragers were trained in a classical olfactory conditioning paradigm, the olfactory conditioning of the proboscis extension response. These experiments revealed sublethal effects of OA on Apis mellifera. The treatment caused a significant decrease in worker activity, nursing behaviour and longevity. Treated bees also showed significantly more self-grooming and a higher response in the olfactory conditioning than bees of the control group.

weiter lesen: http://resistantbees.es/?p=3794


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Problemlösung Zellenbau

#2682

Beitrag von bee »

http://resistantbees.es/?p=3195
Es ist absolut notwendig, dass die Bienen gut die kleinen Zellen bauen können.
Das schwierigste an der Arbeit eine Biene zu erlangen, die sich von selbst gegen die Varroen und die anderen Krankheiten wehrt , ist dass die Biene die kleinen Zellen gut bauen kann.
Wenn ein Stock die kleinen Zellen bauen kann, ist es sehr wahrscheinlich, dass er sich von alleine verteidigen kann, ohne die Anwendung von Chemie.
Es scheint, dass das Maß von 4,9mm eine Grenze darstellt, unterhalb derer sich die Bienen von alleine gegen die Krankheiten wehren können.
Eine Biene die in einer 4,9mm Zelle zur Welt kommt, kann sehr wahrscheinlich wieder dieses Maß bauen.
Dies können wir sehr schnell durch den Gebrauch der voll ausgebauten Plastikwaben erreichen.
Aber in der Praxis werden einge Stöcke Probleme haben dieses Mass gut zu bauen.
Die Probleme beim bauen der kleinen Zellen treten vor allem zu Zeiten starken Nektarflusses auf. Das müssen wir immer berücksichtigen und stellen unsere Arbeit darauf ein, dass die Bienen womöglich nicht viele Waben ausbauen müssen, wenn starker Nektarfluss herrscht. Hier bei uns war das größte Problem während der Mandelblüte. Es schien, dass die Bienen plötzlich alles Erlernte vergessen hatten, aber sobald diese Blüte vorüber war, normalisierte sich alles wieder sofort.
Auch müssen wir mit einkalkulieren, dass die kleinen Zellen am besten IM Brutnest gebaut werden. So müssen wir neue Rahmen mit Mittelwänden immer direkt neben einer Brutwabe einhängen, oder wenn der Stock sehr stark ist, können wir diese auch mitten ins Brutnest geben.
Es gibt verschiedene Ausmaße von Defekten beim Ausbau der kleinen Zellen.
 
Dies ist eine Wabe die leichte Defekte im oberen Teil aufweisst. Das Zentrum ist gut gebaut und wir können diese Wabe verwenden.  
diese Wabe hat auch nur leichte Defekte und kann verwendet werden.  
diese Wabe weisst verschiedene  Defete an mehreren Stellen auf
Diese schlecht gebauten Zellen sind viel größer als 4,9mm  und das Problem wird sein, dass sich die Varroen dort einnisten, weil sie denken, dass es sich um Drohnenzellen handelt, anstatt  dass sie nur in die Drohnenbrut gehen, wo sie der Bienenbrut keinen Schaden zufügen können.
Es ist ratsam diese Waben herauszunehmen und gegen neue Mittelwände auszutauschen um zu sehen ob sie dann evtl besser gebaut werden.
 
hier sehen wir etwas ähnliches wie auf dem vorigen Foto  
auf diesem Foto sehen wir eine sehr schlecht gebaute Wabe.  Die einzigen einigermassen gut gebauten kleinen Zellen sind grün markiert. In diese Wabe mit sehr großen Zellen werden sich sehr viele Varroen einnisten und enorm vermehren.Man muß diese Wabe herausnehmen und durch eine  gut ausgebaute kleinzellige Wabe  von einem anderen Stock  ersetzen. Sehr wahrscheinlich muß auch die Königin gewechselt werden.  
Auf dieser Wabe sehen wir verschiedene Fehler.. Obwohl  die Zellen einigermassen gebaut sind , aber doch einige Fehler aufweisen (rot markiert), haben wir hier zu viel Drohnenbrut..Hier kann man über dieses Problem nachlesen.Sehr wichtig: Man muß sich daran gewöhnen, bei jeder Inspektion eines Volkes, Waben, die mehr als 10% Drohenenbrut aufweisen, herauszunehmen und an die Seiten zu hängen und wenn sie dann mit Honig gefüllt sind, werden sie eliminiert.  
Hier sehen wir eine perfekt gebaute 4,9mm Wabe


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neues Konzept zum umstellen der Bienen auf kleine Zellen

#2681

Beitrag von bee »

neues Konzept zum umstellen auf kleine Zellen für Anfänger, Fortgeschrittene und Profis
Es wurde nun ein neuer Plan geboren, wie wir vorgehen können, um dem Anfänger und auch dem Profi es zu ermöglichen erfolgreich mit kleinzelligen Bienen arbeiten zu können, ohne die Notwendigkeit von Behandlungen gegen Varroa etc.
Erik Österlund versicherte uns seine Mitarbeit in Bezug auf orientierender Hilfestellungen. Ich werde ihm alle unsere Projekte zukommen lassen, im Verlauf des Entstehens, damit er seine Erfahrungen mit einbringen kann.
Die größte Problematik scheint die Existenz einer sehr großen Dichte von großzelligen Stöcken im deutsch/österreichisch/schweizerischem Raum zu sein.
Christian berichtete dass die Migration von Varroamilben bei kleinzelligen Stöcken sehr gering ist, jedoch bei der Anwesenheit von großzelligen ist sie augenscheinlich sehr hoch.
Dies kann all unsere Anstrengungen ohne Behandlungen auszukommen äußerst erschweren, erstens durch die Anwesenheit von vielen großzelligen Bienen in unseren kleinzelligen Stöcken und natürlch vor allem durch die Migration von Milben.
Wie kommen wir zu dieser Migration, das heisst wie kommen die Milben der Nachbarn, die großzellige Bienen haben, in unsere Stöcke?
Da sich ja unsere kleinzelligen Bienen gegen die Milben aktiv zur Wehr setzen durch das hygienische Verhalten und sich die Varroen vor allem auf die Drohnenbrut bei den kleinzelligen Bienen konzentrieren, haben wir von Haus aus weniger Infektion in unseren Stöcken als in den großzelligen.
Das verbessert sich laufend wenn wir uns an die Richtlinien halten.
Dadurch dass sich die Bienen aber innerhalb nahliegender Stöcke austauschen, sogar bei größeren Entfernungen, werden wir laufend mit einer Wiederinfizierung von fremden großzelligen Stöcken zu rechnen haben, denn dort geht die Vermehrung der Milben viel flotter voran.
Dazu kommt das Problem der Varroaschwärmchen, die aus zusammenbrechenden Völkern ausziehen und mit relativ wenigen Bienen viele Varroen mit sich tragen und sich in andere Völker einbetteln können.
Und vor allem natürlich die Problematik der Räuberei. Nicht nur die massive Räuberei, sondern auch die stetige Räuberei.
Die Bienen räubern konstant wenn sie können. Eine richtige massive Räuberei sieht jeder, aber eine stetige sieht man nicht so einfach. Wenn da großzellige Stöcke im Umkreis von 3km stehen, dann ist es sehr wahrscheinlich daß auch unsere kleinzelligen Bienen, auch wenn sie genügend Futter haben, in die anderen Stöcke rein gehen. Das kommt vor allem bei bei Trachtlosigkeit. Warum sie das machen ist ein anderes Thema, wozu ich meine besonderen Erklärungen habe, aber daß sie es machen steht außer Frage.
Den Beweis haben wir hier.
Das führt dazu dass unsere kleinzelligen Stöcke mehr gefordert sind und mehr Milben ausputzen müssen. Doch beim ausputzen müssen sie meist ihre eigen Brut ausfressen um an die in den verdeckelten Brutzellen versteckten Varroen zu gelangen. Damit schwächen sie sich und es ist klar –
Je stärker die Reinvasion desto geringer die Überlebenschancen.
Aus diesem Grund schlagen wir natürlich vor Stände zu suchen, die möglichst weit weg sind von anderen Bienen. Doch das ist oft sehr schwierig zu finden.
Nun kommt noch eine Problematik hinzu, die sowohl auf den Profi als auch auf den Anfänger zutrifft.
Und das ist die Tatsache dass niemand es bisher gelernt hat mit Bienen umzugehen, die sich aus eigener Kraft, ohne die Hilfe von Behandlungen, gegen die Milben zu wehren.
Das heisst wir müssen das Verhalten dieser Bienen studieren, um frühmöglichst Anzeichen von Krisen erkennen zu können, um dann rettend eingreifen zu können. Das hygienische Verhalten tritt immer auf, doch meist zu spät und die Bienen müssen erst lernen sich frühzeitig gegen die Varroen zur Wehr zu setzen. Erik geht von 5 Jahren aus und ich denke dass wir dies durch die Arbeit mit Ablegern ziemlich verkürzen können.
Nun ist es ziemlich aussichtslos an Plätzen mit hoher Bienendichte mit kleinen Zellen anzufangen.
Somit müssen wir in Zonen mit geringer Dichte ausweichen.
Und wo gibt es weniger konventionelle Bienen?
An Stellen wo es wenig Tracht gibt.
Wir mussten das auch machen zu Beginn um größere Aussicht auf Erfolg zu haben.
Doch können die Bienen sich an solchen nicht trachtlosen, doch trachtbeschränkten Plätzen, entwickeln?
Schwierig, doch die Problematik der Wiederinfizierung hält sich in Grenzen.
Und wie können wir dieses Manko ausgleichen?
Indem wir einfach gleichzeitig mit konventionellen Bienenstöcken arbeiten und die haben wir an Ständen mit guter Tracht. Somit können wir auf diese Stöcke zurückgreifen wenn wir Honig für unsere kleinzelligen Stöcke brauchen und auch wenn wir Bienenmaterial benötigen.
Die kleinzelligen können uns gut gebaute Waben im 4,9mm Maß liefern, die an den Plätzen wo wenig Tracht ist viel besser diese Waben ausbauen werden. Mit diesen Waben und den großzelligen Bienen machen wir Ableger und können somit den Bestand an kleinzelligen erweitern.
Aber wie führen wir die großzelligen Bienenstöcke?
Da ja fast alle die 5,1mm Mittelwände ausbauen können, denn der wahre Knickpunkt ist der Schritt von 5,1 zu 4,9, werden wir unsere großzelligen auf 5,1mm führen, was schon mal ein guter Schritt ist.
Dann behandeln wir alle 2 bis 3 Wochen mit Puderzucker und können somit die Varroen auf gleichem level halten. Durch den Fall der Milben bei den Puderzuckerbehandlungen sind wir immer auf dem laufenden ob wir eine größere Wiederinfizierung von aussen haben.
Tatsache ist einfach dass wir dadurch viel mehr Luft haben und uns darauf konzentrieren können von den kleinzelligen Bienen zu lernen wie sie sich verhalten. Dabei ist es unverzichtlich das System der Ableger bei den kleinzelligen zu beherzigen.
Die großzelligen führen wir weiter, so wie wir es immer schon gemacht haben, im Notfall auch mit Thymolbehandlung. Auf Oxalsäure und Chemie würde ich aus jeden Fall verzichten, denn das sind Zeitbomben.
Aber wo sind diese Stände mit wenig Tracht, denn wo wenig Tracht – wenig Imker.
Wir diskutierten und fanden die Möglichkeiten von Waldgegenden mit Lichtungen wo es zB Brombeeren etc gibt. Da seid ihr gefordert Lösungen zu finden. Es gibt sie, eventuell etwas weiter weg, aber dort werdet ihr erfolgreich eure kleinzelligen Erfahrungen machen können.
Wie geht’s aber später weiter?
Die Idee ist dass wir mehr Imker im Umkreis finden die mit einsteigen und im Laufe der Zeit werden wir Zonen finden, wo kaum mehr großzellige Bienen sein werden. Die Krise schreitet schnell voran und mir wurde schon von fast bienenfreien Zonen berichtet, weil die Stöcke einfach schon alle zusammenbrachen.
Wir müssen uns auch darauf konzentrieren effektiv zusammen zu arbeiten und Aufgaben zu verteilen.
So kann ein Imker der geeignete Standorte hat dort ausgewählt Königinnen begatten und sie den Kollegen liefern, die an genetisch aussichtslos verseuchten Gebieten imkern. Im Gegenzug können diese ausgebaute kleinzellige Waben erhalten etc etc. So machen wir das hier auch.
Wie geht also der Anfänger vor?
Da der Neuling erst mal den Umgang mit den Bienen zu erlernen hat, sollte er mit ganz normalen Bienenstöcken anfangen. Dabei kann er auf die Hilfe von konventionellen Imkern zurückgreifen, denn wenn man unser System erwähnt stößt man meistens auf Ablehnung. Mittelwände werden mit 5,1mm Zellgröße verwendet aus rückstandsfreiem Wachs. Seine Stöcke behandelt er mit Puderzucker alle 2 bis 3 Wochen und hält somit die Varroen auf dem selben Stand. Diese Stöcke können überall stehen, egal ob andere in der Nähe sind, nur sollte gute Tracht herrschen. Gleichzeitig kann er sich dann an die kleinen Zellen wagen, aber an einem entfernten Stand, der möglichst weit weg ist von großzelligen Bienen. 3 Kilometer wäre nicht schlecht. Und hier im Forum werden wir ihn unterstützen.
Und nicht vergessen am Anfang nur mit Ablegern arbeiten – keine großen Stöcke.
Wie geht der Fortgeschrittene vor?
Der Imker der schon allerlei Erfahrung hat mit seinen Bienen, sollte seine Stöcke genauso weiterführen wie gewohnt – zunächst. Nur kann er schrittweise auf 5,1mm Zellmaß umstellen und Behandlungen mit weniger schädlichen Methoden durchführen. Er kennt die guten Trachtplätze und den erfolgreichen Umgang mit seinen Bienen.
Nun sucht er sich einen entfernten Stand und beginnt dort mit den kleinen Zellen. Da er schon geübt ist, ist das arbeiten mit Ablegern ein Kinderspiel. Nun sollte er versuchen mehrere Stände anzulegen, die nicht sehr weit voneinander entfernt sein müssen – 100m ist schon gut. Das arbeiten mit den Ablegern wird so lange fortgesetzt bis wir sehen dass 80% von alleine überleben. Dann können wir uns an große Stöcke wagen.
Wie schon gesagt werden die kleinzelligen Stöcke an trachtarmen Plätzen viel einfacher die 4,9mm Mittelwände ausbauen und hier können wir regelrecht eine Wabenfabrik aufmachen. Die Ableger produzieren ausgebaute Waben, mit denen wir dann die großzelligen Bienen nach und nach umstellen können.
Hier erlernt er den Umgang mit Bienen die sich von alleine gegen die Krankheiten wehren und erkennt die Anzeichen von Problemen.
Die großzelligen Völker liefern unbelasteten Honig der den kleinzelligen gegeben werden kann dass sie an den nicht so guten Ständen gut gedeihen können.
Und was macht der Profi?
Er lebt ja von seinen Bienen und deshalb muss er mehr denn ja so weiter machen wie bis jetzt.
Eigentlich alles dasselbe wie beim Fortgeschrittenen, nur wird das bei ihm viel flotter ablaufen.
Er ist durch sein Können und die Erfahrung viel schneller imstande den Aufbau von einigen separaten
Bienenständen aufzubauen, die möglichst weit weg sind von anderen großzelligen Stöcken. Auch verfügt er über genügend Futter um die Ableger zu versorgen. Auch kann er viel einfacher Zuchtauswahl und Königinnenzucht betreiben, denn das macht er ja eh schon.
Das Wichtigste aber ist: Auf keinen Fall einen Großteil seiner Völker sofort umstellen, das muss Schritt für Schritt gehen, denn vor allem ER muss ja das neue Management erlernen mit Bienen ohne Behandlung umzugehen. Auf keinen Fall sollte er sofort mit großen Stöcken beginnen, sondern auch mit Ablegern arbeiten, bis er bei den Bienen sehen kann dass sie sich erfolgreich verteidigen, ohne Behandlungen.
Auf das wandern sollte man unbedingt verzichten bei den kleinzelligen Stöcken.
Auf jeden Fall sollten wir uns unbedingt bei den kleinzelligen Völkern auf die Erfahrungen der Imker , stützen, die am meisten wissen über Resistenzzucht. Das ist in der Studie von Erik zusammengefasst und dort wird genau erklärt wie man vorgehen soll.
Und hier noch eine Zusammenfassung einiger Tips.
Das sind jetzt mal die Grundgedanken – die Feinheiten müssen wir hier ausdiskutieren, am besten dann in drei verschiedenen Foren – Anfänger – Fortgeschrittene – Profis.


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#2680

Beitrag von bee »

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Die Zellengröße der Bienen

#2679

Beitrag von bee »

Wer sagt uns, dass die Größe der auf den Mittelwänden imprägnierten Zellen das ist, was die Bienen brauchen?
Dee Lusby ist nach intensivstem Studium alter Imkerliteratur (vor 100 Jahren und mehr) darauf gekommen, dass das von uns benutzte Zellenmaß nicht mit dem übereinstimmt was die Biene braucht
Das Zellenmass ist ein äußerst entscheidender Faktor. Ich will sogar sagen, ohne das richtige Maß kann die Biene nicht harmonisch mit der Natur leben. Ein belgischer Professor Baudoux sagte vor 100 Jahren „grosse Zellen, grosse Bienen, viel Honig“ Er experimentierte mit Extremgrößen, klein und unglaublich gross und niemand weiß warum die Zellengrösse bei ca 5,4mm bis heute bei allen Mittelwänden bestehen blieb.

Es scheint dass von 4,9mm nach unten die Bienen in ihr natürliches Gleichgewicht kommen. Bei 4,9mm und auf 32mm reduziertem Abstand zwischen den Waben, steigt die Temperatur im Nest, sodass wir einen Tag weniger Brutdauer bekommen. 20 statt 21 Tage,die Bienen laufen der Varroa davon. Das weiß natürlich die Milbe und geht im Sommer ausschließlich in die Drohnenbrut, weil sie sich in der Bienenbrut nicht vermehren kann. Die asiatische Biene cerana und die afrikanische, die keine Varroaprobleme haben, bauen kleine Zellen.
Hier eine Karte wie groß die Zellen vor 100 Jahren waren, mit klick auf die Karte öffnet sich eine Vergrößerung.
Beobachtungen von Michael Bush
Zeit bis zum Verdeckeln und verdeckelte Brutzeit und die Varroa
–  8 Stunden kürzere Zeit bis zum verdeckeln halbiert die Anzahl der Varroen die eine Brutzelle infizieren.
– 8 Stunden kürzere verdeckelte Zeit der Zellen halbiert die Anzahl der Varroanachkommen
Bushs Beobachtungen zum Verdeckeln und Schlupf bei 4,95mm Waben.
Ich habe bei kommerziell erhältlichen Carnicabienen und auch italienischen Bienen eine um 24h kürzere Zeit bis zum verdeckeln und eine um 24h kürzere verdeckelte Zeit der Brutzellen, beobachten können. Das war mit 4,95mm Zellengröße in einem Beobachtungsstock. 
Bushs Beobachtung auf 4,95mm Zellengröße
– verdeckelt 8 Tage nach Eiablage – geschlüpft 19 Tage nach Eiablage
 sehr wichtig: Verkleinerung des Wabenabstands auf 32mm
Ein weiterer Punkt ist, dass kleinzellige Bienen eine viel längere Lebensdauer haben, 8 bis 12 Wochen. Die konventionalen, grosszelligen Bienen haben nur eine Lebenserwartung von 6 Wochen, die durch die Anwendung von Chemie im Bienenstock wie Varroabekämpfungsmittel etc, noch um einiges verkürzt wird. Die verlängerte Lebensdauer der Bienen resultiert in enorm starken Völkern und die zu verrichtende Arbeit im Stock kann von viel mehr Bienen erledigt werden, was eine Voraussetzung für ein gesundes Immunsystem ist. Immerwährender Stress, durch die gleiche Menge zu verrichtender Arbeit, mit zu wenigen Bienen, kratzt am Abwehrsystem der Bienen.
Dee Lusby hat herausgefunden dass die Zellengröße von 4,9mm die eigentliche Grundvoraussetzung dafür ist, dass das hygienische Verhalten VSH in Erscheinung tritt, dh die aktive Entferung der Varroen aus den infizierten Zellensiehe Putztrieb VSH
Das Thema ist damit nur angesprochen und es fehlt viel zu erklären. Die Zellengröße ist nur ein Aspekt von vielen, die wir ändern müssen, um resistente Bienen zu erhalten.
Die Geschichte der Zellengrößen (Dee Lusby)
– Die erste künstliche Mittelwand wurde in Deutschland im Jahre 1842 von Gottlieb Kretschmer hergestellt.
– 1891 wurde in Belgien die künstliche Mittelwand eingeführt mit 920 Zellen pro dm² was etwa einer Größe zwischen 4,6 cm und 4,7 cm für 10 Bienenzellen entspricht.

– Professor U. Baudoux aus Belgien hat in Progress Apicole, im Juni 1893, in einen Artikel veröffentlicht, in dem er den Einsatz von größeren Zellen befürwortete. Er berief sich dabei auf von ihm ausgeführte Experimente. Offensichtlich wollte der Professor Baudoux Bienen mit außerordentlicher Kraft, die in der Lage wären, über eine längere Distanz zu fliegen und die fähig wären, eine Vielfalt von Blüten zu besuchen die bis dahin (und wahrscheinlich noch immer) unerreichbar waren für ihre Zungen.
– Er experimentierte mit Zellen bis an die Grenze von 750 Zellen pro dm² indem er Mittelwände dehnte. Derart animiert von seinen Experimenten, wollte er es noch besser machen „BIS ZUR GRENZE DES MÖGLICHEN“. (Genau hier begannen unsere heutigen Probleme mit parasitierenden Milben und deren Folgekrankheiten).
Professor Baudoux war derart erfolgreich mit seinen Schriften und Experimenten und so überzeugend, dass die Imkereizubehörindustrie damit begann, Mittelwände mit vergrößertem Zellmaß zu verkaufen, indem sie mit hervorragenden Resultaten warben. Die meisten dieser Arbeiten wurden in den zwanzigern bis 1930 und 1940 ausgeführt.
Das Ergebnis war, dass dieser Prozess, größer ist besser, mit den daraus resultierenden Verkauf, nie aufgehört hat und bis heute andauert. Mit dem Nachteil, dass Mittelwände heutzutage nur noch mit vergrößerten Zellmaßen verkauft werden (über die Grenzen dessen hinaus, was Professor Baudoux sich vorzustellen vermochte), jetzt der allgemeine Standard sind und bis zu einer Größe von 5,7cm für 10 Arbeiterinnenzellen benützt werden.
Zellengrößen der verschiedenen Bienenrassen (in Europa und USA zu groß durch Einsatz von Mittelwänden mit zu großen Zellprägungen)
Wie mißt man die Zellengröße?
Der Standart ist, 10 Zellen von Wandmitte bis Wandmitte zu messen und dann durch 10 zu teilen.
Dee Lusby: Ich würde sagen, dass die Ära der Probleme um das Jahr 1891 herum begann, mit der Einführung von künstlichen Mittelwänden, mit 920 Zellen pro Quadratdezimeter, was einer Größe zwischen 4,6cm und 4,7cm für 10 Arbeiteinnenzellen entspricht. Dort haben damals die Imker alle diese Zellengröße angenommen. Die damaligen Experten glaubten dass es am Besten wäre, möglichst viele Bienen auf kleinster Wabenfläche zu erhalten. Daraufhin wurde berichtet, dass in ganz Belgien die Zellen immer kleiner wurden und nach ein paar Jahren waren die Bienen in einem miserablen Zustand. (Man kann sagen, dass das damals genau das Gegenteil von dem war, was das heutige Problem ist, nämlich „größer ist besser“).
Um gegen diese äußerst gefährliche Tendenz anzugehen, wurde damals eine Idee geboren mit der Aussicht auf ein glorreiches Ende ( und wir sind heute immer noch davon betroffen). Ein gewisser Professor U. Baudoux, aus Belgien, wollte Bienen mit einer außergewöhnlicher Stärke züchten, die in der Lage waren, ihren Flugradius beim Trachtflug zu vergrößern und den Nektar verschiedenster Blüten zu erreichen, der bis dahin für ihre Zungen unerreichbar war (und wahrscheinlich immer noch ist).
 Er experimentierte mit Zellengrößen bis hinauf zu 750 Zellen pro Quadratdezimeter, die er durch straffen der Mittelwände erreichte. Er war von den Erfolgen seiner Arbeit derart inspiriert dass er es immer noch besser machen wollte – ZU DEN GRENZEN DES MÖGLICHEN GEHEN (Hier haben unsere heutigen Probleme mit parasitierenden Milben und ihrer Folgekrankheiten begonnen)
 Baudoux experimentierte mit verschiedensten Zellgrößen, vor allem mit 750, 740, 730, 710 und herunter bis 675 Zellen pro Quadratdezimeter. Er hat auch mit verschieden Arten der Zellmessung experimentiert und hat sein eigenes Messsystem dazu entwickelt.
(Unglücklicherweise wurde keine Umrechnungstabelle erstellt auf das Messsystem, das seit über 2000 Jahren angewendet wurde, sodass die Imker die Maße der beiden Systeme hätten anwenden können)

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liebe Grüße
bee

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Wie bekomme ich meine Bienen dazu dass sie kleine Zellen bauen?

#2678

Beitrag von bee »

Für Dee war das nicht so einfach, wie ich schon beschrieben habe und für uns auch nicht. Heute ist das viel einfacher zu lösen.
Wenn man großzelligen Bienen einfach 4,9mm Mittelwände gibt, werden die das nicht bauen können.
Dann kommt sowas raus:

 
Im Prinzip ist es so, daß eine Biene, die in einer kleinen Zelle schlüpft, sehr wahrscheinlich dieselbe Größe auch bauen kann.
Wir gingen also Schritt für Schritt vor. Zuerst von 5,4 nach 5,1, was fast gar kein Problem und dann von 5,1 auf 4,9. Das war ein komplettes Chaos zu Beginn. Nur einer von hundert machte das auf Anhieb.
Man muß auch folgendes beobachten:
Die Bienen bauen normalerweise im Naturbau verschiedene Maße. Groß für Honig und sehr klein im Brutnest. Das ist ein weiterer berechtigter Kritikpunkt unserer Arbeit, da wir die Bienen auch dazu zwingen, nur ein Maß anzunehmen. Aber das ist zu Beginn notwendig, um den Krankheiten Herr zu werden. Unter 4,9mm haben wir da keine Probleme mehr. 100 Jahre auf großen Zellen ist zu viel Zeit und die Bienen müssen erst mal wieder lernen klein zu bauen und sich von selbst gegen die Krankheiten zu wehren. Dazu brauchen wir zu Beginn notwendigerweise das Maß von 4,9 – später kann man sie dann frei bauen lassen.Das hab ich schon weiter vorn erwähnt.
Ein weiteres Problem ist, daß die Bienen bei starker Tracht, sehr schwierig kleine Zellen ausbauen.
Hatte zu Beginn 100 Ableger die sehr gut die 4,9 bauten. Dann ging der Frühling los und plötzlich konnte keiner mehr dieses Maß bauen. Ich war natürlich in heller Aufregung, hatte noch kaum Erfahrung, und kontaktiert sofort Dee in Arizona. Die fragte nur: Was hast du für eine Blüte gerade? Mandelblüte entgegnete ich. Sie meinte, warte eine Woche und schau wieder nach. Und sie hatte Recht, nach der Mandelblüte war wieder alles beim alten. Pufffffffff.
Also darauf achten, daß die Phase des Wabenbaus möglichst nicht mit zu starker Tracht zusammen fällt.
Des weiteren bauen die Bienen die kleinen Zellen besser an den Mittelwänden, die nahe der Brut sind.
Also geben wir oft, wenn die Stöcke sehr gut am wachsen sind, Mittelwände direkt an die Brut, wo sie innerhalb eines Tages ausgebaut und bestiftet werden.
Es ist also so. Wenn ich einem von euch, der beginnen will mit seinen großzelligen Bienen, 5 ausgebaute 4,9mm Waben gebe und er seine Bienen mit Königin darauf abfegt, hat er schon alles erreicht.. Die Königin hat ein  flexibles  Abdomen und kann in die kleinen Zellen ihre Eier legen. Nach 6 Wochen haben wir nur noch Bienen, die in kleinen Zellen geboren wurden. Und meist machen sie sogleich eine Umweiselzelle und die Königin ist dann auch schon kleiner. So einfach.
Aber wir haben keine ausgebauten Waben.
So kam nun wieder ein Kollege aus USA drauf, Waben aus Plastik zu bauen. Igitigit Plastik!!
Plastik im Bienenstock ist doch was wir gar nicht wollen. ABER wir können uns wirklich jahrelanges Kämpfen ersparen und schaffen es in ein paar Monaten. Die Plastikwaben werden dann bald wieder heraus genommen und können für den nächsten Umbau verwendet werden. Wenn ich diese Waben vor 10 Jahren schon gehabt hätte, hätte ich mir bestimmt 2 Jahre harter Arbeit erspart, keine Völker und kein Geld verloren durch den Ausfall von sehr vielen Stöcken.
Wir sagten ja dass es im Prinzip ist es so, daß eine Biene, die in einer kleinen Zelle schlüpft, sehr wahrscheinlich dieselbe Größe auch bauen kann. Die Plastikwaben haben nun genau das Zellenmaß 4,9mm. Jedoch sind die Wandstärken viel größer als bei Wachswaben. Somit erreichen wir nicht die Dichte die wir mit 4,9mm Wachswaben haben und auch der Abstand der Waben ist weit größer als 33mm. Das ist aber uninteressant weil wir diese Plastikwaben nur dafür verwenden die Bienen in einer relativ kurzen Zeit an die kleinen Zellen zu gewöhnen. So schnell wie möglich werden die Plastikwaben durch 4,9mm Mittelwände ersetzt, wie ihr unten sehen könnt.
Wir haben dann diese Plastikwaben, die HSC heißen, und die der Besitzer in China fertigen ließ, hier für Kollegen eingeführt. Ein weiteres Abenteuer kann ich euch sagen. Ich hab dann eine Probe gemacht mit 3 Stöcken und hab es aufgezeichnet wie man vorgeht.


liebe Grüße
bee

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#2677

Beitrag von bee »

unser Freund Benjamin aus Asturien, im Norden Sapniens,  überrascht uns immer wieder mit neuen Erfindungen zum Thema Bienen.
Hier stellt er seinen Bienenwachsreiniger vor.

Übrigens hat er seine Völker seit vielen Jahren auf kleinen Zellen und führt sie seit Jahren behandlungsfrei.


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